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"It's showtime again": New York wird zum Tennismekka

26.08.2012 | 18:42 |  CHRISTOPH GASTINGER (Die Presse)

Ab Montag wird wieder im größten Tennisstadion der Welt den Stars auf die Schläger geschaut. Auf dem größten Platz der Anlage im Stadtteil Queens, dem Arthur Ashe, sitzen 24.000 Tennisfanatiker unruhig auf ihren Plätzen.

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New york/Wien. Stille kehrt im Arthur Ashe Stadium nie ein. Immerhin hat New York einen Ruf zu verteidigen. Die Stadt, die niemals schläft, wird ab heute für zwei Wochen wie jedes Jahr um diese Zeit zum Anlaufpunkt tausender Tennisfans. Auf dem größten Platz der Anlage im Stadtteil Queens, dem Arthur Ashe, sitzen 24.000 Filzkugelfanatiker unruhig auf ihren Plätzen. Viele von ihnen sind Stammgäste, andere werden bei ihrem ersten Mal US Open regelrecht überwältigt. „Das ist einfach unglaublich“, staunt ein junger Kanadier angesichts der gewaltigen Dimension des größten Tennisstadions der Welt.

Die Hauptdarsteller auf dem blauen Hartplatz schlüpfen kurzzeitig in eine Nebenrolle, als die in den New Yorker Nachthimmel ragenden Flutlichter den Center Court ausleuchten. Gesegnet ist, wer das Treiben vom ersten Rang aus beobachtet. Aus den obersten Reihen wirken Spieler wie überdimensionale Ameisen, dem Ball ist mit freiem Auge nur schwer zu folgen. Ferngläser, die vereinzelt zu erspähen sind, finden ihre berechtigte Anwendung.

Matches von US-Amerikanern werden im Arthur Ashe zelebriert. Aus Handtaschen und Rucksäcken werden Flaggen mit „Stars and Stripes“ in den unterschiedlichsten Größen gezogen. Immerhin befindet man sich im Land des unbegrenzten Patriotismus.

 

Fans beflügeln US-Stars

Andy Roddick und Winston-Salem-Sieger John Isner genießen einen echten Heimvorteil, nur die Williams-Schwestern Serena und Venus können mit ihnen in Sachen Sympathie konkurrieren. Und das US-Publikum scheint ihre Lokalmatadore regelrecht zu beflügeln. Seit der Erstaustragung im Jahr 1881 erlebten die Zuschauer erst sechs Jahre, in denen kein Amerikaner im Herren- oder Damenfinale vertreten war. Bei den letzten fünf Auflagen war dies allerdings gleich dreimal der Fall. 2012 stehen die Chancen aber gut, dass im Arthur Ashe Stadium wieder die US-Hymne erklingt. Immerhin triumphierte Serena Williams heuer bereits in Wimbledon und bei Olympia, ihr dritter US-Open-Titel nach 1999 und 2009 scheint nach der Finalniederlage im Vorjahr wieder in Reichweite.

Doch nicht nur den US-Spielern wird hier von den Rängen zugejubelt. Auch Stars wie Roger Federer liebt man hier wie überall anders auf der Welt. Das Gesicht des Schweizers ziert in Manhattan nahezu jedes Werbeplakat. Federer ist als fünfmaliger Champion mit immens hohen Sympathiewerten bei den Amerikanern das, was man gemeinhin als Ticketseller bezeichnet. Der US-Open-Fan muss aber nicht immer Roger Federer oder die Williams-Schwestern präsentiert bekommen, um bestens unterhalten zu werden.

 

Kampf und Emotionen gefragt

Im „Big Apple“ weiß man sich insbesondere für Spieler mit erhöhtem Showpotenzial zu begeistern. Für echte Kämpfertypen, die Emotionen ungehalten zur Schau tragen. Als sich der mittlerweile lebenslang gesperrte Oberösterreicher Daniel Köllerer 2009 in Runde eins nicht nur einen spielerischen, sondern viel mehr noch einen verbalen Schlagabtausch mit dem Portugiesen Rui Machado lieferte, hatte sich dies innerhalb weniger Minuten auf der gesamten Anlange herumgesprochen. Der kleine Nebenplatz platzte rasch aus allen Nähten, auch ein Kamerateam war eigens dafür angerückt.

Auch in den kommenden zwei Wochen werden amerikanische Spieler wieder zu Siegen gebrüllt werden, wird Federer seinen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad steigern und der Turnierdirektor vermutlich einen neuen Zuschauerrekord vermelden. Wenn die Flutlichter ausgehen, sind die Namen der Sieger nebensächlich. Hauptsache, die Show war gut.

Auslosung, 1. Runde, Herren: Roger Federer (SUI-1) – Donald Young (USA), Paolo Lorenzi (ITA) – Novak Djokovic (SRB-2), Andy Murray (GBR-3) – Alex Bogomolow (RUS), Kevin Anderson (RSA) – David Ferrer (ESP-4), Karol Beck (SVK-Q) – Jo-Wilfried Tsonga (FRA-5), David Goffin (BEL) – Tomas Berdych (CZE-6), Juan Martin Del Potro (ARG-7) – David Nalbandian (ARG), Janko Tipsarevic (SRB-8) – Guillaume Rufin (FRA), Xavier Malisse (BEL) – John Isner (USA-9), Guillermo Garcia-Lopez (ESP) – Juan Monaco (ARG-10); Jürgen Melzer – Bradley Klahn (USA-Q). Damen: Wiktoria Asarenka (BLR-1) – Alexandra Panowa (RUS), Nina Bratschikowa (RUS) – Agnieszka Radwanska (POL-2), Maria Scharapowa (RUS-3) - Melinda Czink (HUN), Coco Vandeweghe (USA) – Serena Williams (USA-4), Polona Hercog (SLO) – Petra Kvitova (CZE-5), Angelique Kerber (GER-6) – Anne Keothavong (GBR), Petra Martic (CRO) – Samantha Stosur (AUS-7), Caroline Wozniacki (DEN-8) – Irina-Camelia Begu (ROM), Li Na (CHN-9) – Heather Watson (GBR), Garbine Muguruza (ESP) – Sara Errani (ITA-10); Olga Goworzowa (BLR) – Tamira Paszek (AUT-29).

Auf einen Blick

Die US Open werden seit 1881 in New York ausgetragen. Das Turnier ist eines der vier Grand-Slam-Turniere.

Gespielt wird auf 17 Hartplätzen. Das Arthur Ashe Stadium fasst 22.547 Zuschauer und ist somit das weltgrößte Tennisstadion.

Bei den Herren ist der Serbe Novak Djoković der Titelverteidiger, bei den Damen gewann im Vorjahr die Australierin Samantha Stosur.
Im Herrendoppel triumphierten Phlipp Petzschner und Jürgen Melzer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)

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