Federer gewinnt gegen Tomic Duell der Generationen

Dem Australier Bernard Tomic, 20, wurden in Runde drei der Australian Open von Roger Federer, 31, die Grenzen aufgezeigt.

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Melbourne. Als Bernard Tomic nach seinem Zweitrundensieg über den Deutschen Daniel Brands bei der Pressekonferenz saß und auf seinen möglichen nächsten Gegner angesprochen wurde, war der 20-Jährige voll in seinem Element. „Federer muss erst in die dritte Runde kommen“, sagte Tomic, der nicht zum ersten Mal mit seinem losen Mundwerk Schlagzeilen produzierte. Im Vorjahr ließ er die Öffentlichkeit bereits folgendes Wissen: „Eines Tages werde ich der beste Spieler sein, der dieses Spiel je gespielt hat.“ Tomic zählt zweifelsohne zu den größten Talenten der Szene. Seine Leistungen konnten bislang dennoch nicht mit seinen Sprüchen mithalten.

Samstagabend australischer Zeit war alles angerichtet. Tomic traf in der Night Session auf Federer, der es erwartungsgemäß in Runde drei schaffte. Als der Platzsprecher die beeindruckende Vita Federers verlas, wurde Tomic nachdenklich. „Siebenfacher Wimbledon-Champion, US-Open-Sieger, all diese Erfolge. Ich hatte es versucht auszublenden, aber plötzlich wurde mir bewusst, wer mir da gegenüberstand.“

Doch der Lokalmatador erstarrte nicht in Ehrfurcht. Er forderte den Schweizer, zwang ihn nach einem 4:6 sogar in einen Tiebreak, in dem beide Akteure ihr bestes Tennis spielten. „Da waren fantastische Schläge dabei. Von allen möglichen Ecken des Platzes haben wir Winner geschlagen“, schmunzelte Tomic, der den Tiebreak trotz 4:1-Führung noch verlor.

„Ich hatte meine Chancen, habe sie aber nicht genutzt“, musste der Weltranglisten-43. später erkennen. Im dritten Satz hatte der Youngster dem Altmeister nichts mehr entgegenzusetzen. Nach dem 4:6, 6:7, 1:6 übte sich Tomic in Demut. „Er ist der Größte, den unser Sport je hatte. Jedes Mal, wenn ich ihn spielen sehe, lerne ich etwas. Das macht aus mir einen besseren Spieler.“ Federer, der seinen 250. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier feierte, hatte an seiner Vorstellung nichts zu kritisieren. „Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie ich hier spiele.“

„Raonic ist gefährlich.“ Nächster Gegner des 17-maligen Major-Triumphators ist der aufstrebende Kanadier Milos Raonic. Der Basler ist gewarnt, die drei bisherigen Vergleiche mit dem 22-Jährigen konnte er nur knapp für sich entscheiden. „Raonic ist gefährlich. Er hat einen der besten Aufschläge auf der Tour.“ Neben Federer erreichte auch Andy Murray ohne Satzverlust das Achtelfinale. Der Brite eliminierte Ričardas Berankis (LTU).


Herren, 3. Runde:
Federer (SUI/2) – Tomic 6:4, 7:6, 6:1. Murray (GBR/3) – Berankis (LTU) 6:3, 6:4, 7:5. Chardy (FRA) – Del Potro (ARG/6) 6:3, 6:3, 6:7, 3:6, 6:3. Simon (FRA/14) – Monfils (FRA) 6:4, 6:4, 4:6, 1:6, 8:6.

Doppel, 2. Runde: Bellucci/Paire (BRA/FRA) – Peya/Soares (AUT/BRA) 3:6, 6:4, 6:3.

Damen, 3. Runde: Asarenka (BLR/1) – Hampton (USA) 6:4, 4:6, 6:2. S. Williams (USA/3) – Morita (JPN) 6:1, 6:3.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.01.2013)

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