Dominic Thiems ausbaufähige 1000er-Bilanz

In der kalifornischen Wüste will Dominic Thiem seine Ausbeute bei den Masters-1000-Turniern aufbessern. Die Auslosung spricht für Österreichs Nummer eins.

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(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Fotoarena)

Die erste große Revanche für die Tennis-Australian-Open beginnt dieser Tage in Indian Wells. Während bei den Damen die Melbourne-Triumphatorin Serena Williams verletzungsbedingt passen muss und die Deutsche Angelique Kerber damit wieder zur Nummer eins wird, sind bei den Herren mit Ausnahme von Milos Raonic alle Asse dabei. Mitten darunter auch der Niederösterreicher Dominic Thiem.

Die verletzungsbedingte Absenz des Kanadiers Raonic hatte für Österreichs Nummer eins den Vorteil, dass er nun auf Position acht gesetzt ist und erst im Viertelfinale auf einen besser eingestuften Spieler treffen kann. Konkret wäre das der Schweizer US-Open-Sieger Stan Wawrinka. Nach einem Auftakt-Freilos beginnt Thiem gegen den Franzosen Jeremy Chardy oder einen Qualifikanten. Danach könnte Mischa Zverev (GER) warten.

Der Februar ist für den Lichtenwörther gut gelaufen, letztlich hat er sich in den Top Ten gehalten. In Rio de Janeiro holte der 23-Jährige seinen achten ATP-Titel bzw. seinen zweiten auf 500er-Niveau. Danach in Acapulco blieb er auf dem Weg zur Titelverteidigung am groß aufspielenden und letztlich ihm als Titelträger nachfolgenden US-Amerikaner Sam Querrey hängen. Nun aber geht es in die 1000er-Turniere.

Endstation Viertelfinale

Auf diesem Niveau (früher Super-9) ist durchaus eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr möglich. Bei acht 1000er-Antreten im Jahr 2016 sammelte Thiem insgesamt 660 Punkte. Zum Vergleich: bei den beiden 500ern zuletzt in Rio und Acapulco war seine Ausbeute mit 590 fast ebenso groß. 2014 war Thiem bei 1000ern auf 327 Zähler gekommen, 2015 auf 400. Diese Kurve sollte heuer auf alle Fälle weiter ansteigen.

Im Vorjahr kam Thiem in Rom und Cincinnati immerhin zweimal in 1000er-Viertelfinali. Das war ihm davor auf diesem Niveau nur in Miami 2015 gelungen. Vergangenes Jahr war in Indian Wells wie auch danach in Miami und in der ersten April-Hälfte in Monte Carlo jeweils im Achtelfinale Endstation, allerdings gegen die Größen Jo-Wilfried Tsonga (FRA/damals Nr. 9), Novak Djokovic (SRB/1.) und Rafael Nadal (ESP/5.).

Nachdem Thiem nach seinem Acapulco-Out ein paar Tage durchschnaufen durfte, ist er ab seinem ersten Einsatz am Wochenende selbst einer der Jäger der großen drei von Indian Wells. Denn dort gingen von den jüngsten 13 Titeln fünf an Djokovic, vier an Roger Federer (SUI) und drei an Nadal. Dieses Trio beherrscht die 1000er-Szene grundsätzlich seit 2008 gemeinsam mit dem diesmal topgesetzten Andy Murray (GBR).

Die Phalanx der Big Four

Seither kam Djokovic auf 28 Triumphe, Nadal auf 19, Murray auf 14 und Federer auf 10. Damit sackten die "Big Four" in dieser Zeit insgesamt 71 von 81 Finalsiege ein, von den vergangenen 59 waren es 54. Seit April 2010 sind nur Robin Söderling (SWE/Paris 2010), David Ferrer (ESP/Paris 2012), Wawrinka (Monte Carlo 2014), Tsonga (Toronto 2014) und Marin Cilic (CRO/Cincinnati 2016) in diese Phalanx gestoßen.

Bei den "Generalproben" vergangene Woche hat nur Murray mit dem Finalsieg in Dubai überzeugt. Für ihn geht es um seinen ersten Titel in der kalifornischen Wüste. Titelverteidiger Djokovic ist mit 30 Titeln auch Rekordgewinner bei 1000er-Turnieren, zuletzt in Acapulco war aber bereits im Viertelfinale Endstation. Und nun könnte er schon in Runde drei auf seinen Olympia-Bezwinger Juan Martin del Potro (ARG) treffen.

Federer hat sein Achtelfinal-Out von Dubai zu verkraften. Für den Australian-Open-Sieger könnte es im Achtelfinale zur Revanche für das Melbourne-Finale gegen Nadal kommen, der Sieger könnte es mit Djokovic zu tun bekommen. Murray scheint es in Thiems Rasterhälfte damit klar besser erwischt zu haben, sein härtester Gegner auf dem Weg ins Endspiel droht auf dem Papier im Halbfinale mit Wawrinka.

(APA)

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