Wenn der Schläger fliegt, ist das Spiel verloren

Dominic Thiem, 23, hakt die Fünfsatzniederlage im Wimbledon-Achtelfinale ab, der Lichtenwörther plant aber, zum Jahresabschluss wieder nach London zurückzukehren. Das ATP-World-Tour-Finale ist wie 2016 sein großes Ziel.

Dominic Thiem schied im Achtelfinale von Wimbledon aus.
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Dominic Thiem schied im Achtelfinale von Wimbledon aus.
Dominic Thiem schied im Achtelfinale von Wimbledon aus. – (c) REUTERS (TONY O´BRIEN)

London. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Dominic Thiem hatte die Chance vergeben, als erster Österreicher ins Einzel-Viertelfinale von Wimbledon einzuziehen. Der Tscheche Tomas Berdych war um einen Hauch stärker, sein Service besser, Thiem unterlag nach fünf Sätzen mit mit 3:6, 7:6, 3:6, 6:3, 3:6. Danach schaut Thiem aber bereits schnell nach vorne. Ein umgestellter Turnierplan soll ihm eine richtig gute zweite Saisonhälfte bringen.

Die Wimbledon-Bilanz 2017 kann sich nach dem erstmaligen Erreichen des Achtelfinales sehen lassen. Bei allen vier Majors hat er zumindest die Runde der letzten 16 erreicht, in London bestritt er sein 15. Grand-Slam-Turnier, ob ihm das aber auch im Ranking helfen wird? Seit dem French-Open-Halbfinale 2016 bzw. dem 7. Juni des Vorjahres steht er in den Top Ten. Vier Major-Achtelfinali en suite, darunter neuerlich das Semifinale in Roland Garros, dazu verbesserte Resultate bei Masters-1000-Turnieren belegen jedenfalls einen kontinuierlichen Aufwärtstrend.

Der Lichtenwörther verzichtet auf Kitzbühel, ein einwöchiger Kurzurlaub („Griechenland oder Italien“) reiche, um für die Hartplatzsaison genug Kraft zu sammeln. Dann aber wartet Übersee, erstmals Washington (ab 31. Juli), danach Montreal, Cincinnati und US Open in New York. Seine Marschrichtung ist klar festgelegt: erneute Teilnahme beim World-Tour-Finale in London. Ein Vorhaben, das nach dem Comeback von Roger Federer und Rafael Nadal oder dem Aufstieg von Spielern wie Alexander Zverev womöglich schwieriger ist als noch 2016. Nach Wimbledon wird der in dieser Wertung drittplatzierte Thiem zurückrutschen auf Rang sechs.

Günter Bresnik ist bei Zielvorgaben zwar immer vorsichtiger und wäre mit dem Jahresabschluss in den Top 10 hochzufrieden. Der Niederösterreicher, 56, gibt auch alle weiteren Stationen in dieser Saison preis. Thiem wird nach dem Davis Cup in Wels (15. bis 17. September) gegen Rumänien in Chengdu, Tokio, Shanghai, Wien und Paris spielen. Arbeiten will er mit Thiem verschärft an Aufschlag, Return und der Beinarbeit. Vor allem der erste Aufschlag soll sitzen, spätestens aber der erste Return mit frecheren, offensiveren Bewegungsmustern gezeichnet sein.

 

Muller, der Nadal-Spezialist

Gilles Muller gelang die Sensation bei den All England Championships. Der Luxemburger, 34, rang den Rafael Nadal nach 4:48-Stunden mit 6:3, 6:4, 3:6, 4:6, 15:13 nieder. Obwohl Muller als guter Rasenspieler bekannt und als Nummer 16 gesetzt ist, kam Nadals Aus völlig unerwartet. Aber, schon 2005 hatte Muller den Spanier auf dem heiligen Rasen besiegt. Novak Djokovic komplettierte das Viertelfinale, er gewann seine vertagte Partie gegen den Franzosen Adrian Mannarino 6:2, 7:6(5), 6:4.

WIMBLEDON

Männer, Viertelfinal-Paarungen: Murray (GBR-1) – Querrey (USA-24), Muller (LUX-16) – Cilic (CRO-7), Federer (SUI-3) – Raonic (CAN-6), Berdych (CZE-11) – Djokovic (SRB-2).

Frauen, Viertelfinale: V. Williams (USA-10) – Ostapenko (LAT-13) 6:3, 7:5; Muguruza (ESP-14) – Kusnezowa (RUS-7) 6:3, 6:4.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2017)

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