Wimbledon: Djokovic muss im Viertelfinale gegen Berdych aufgeben

Der Tscheche Berdych profitiert von einer Verletzung des Serben. Im Semifinale trifft er auf Turnierfavorit Roger Federer.

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Djokovic muss w.o. geben – REUTERS

Eine souveräne Vorstellung von Roger Federer, eine bittere Niederlage von Andy Murray und eine schmerzhafte Aufgabe von Novak Djokovic hat das Viertelfinale des Tennis-Grand-Slam-Turniers in Wimbledon gebracht. Zugleich steht fest, dass mit der Niederlage von Milos Raonic der Österreicher Dominic Thiem auf Platz sieben der Weltrangliste vorrücken und seine bisherige Top-Position egalisieren wird.

Nach Rafael Nadal ist mit dem topgesetzten Murray ein weiterer Top-Favorit vorzeitig gescheitert. Der schottische Titelverteidiger musste sich Sam Querrey (USA-24) mit 6:3,4:6,7:6(4),1:6,1:6 geschlagen geben. Der 29-jährige Querrey zog als erster US-Amerikaner seit Andy Roddick 2009 in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. Er trifft in seiner ersten Vorschlussrunde bei einem der vier Königs-Events nun auf den Kroaten Marin Cilic, der Nadal-Bezwinger Gilles Muller aus Luxemburg mit 3:6,7:6(6),7:5,5:7,6:1 aus dem Bewerb warf.

Murray durch Hüftprobleme beeinträchtigt

Mit Leidensmiene schlich der Titelverteidiger und Weltranglistenerste Murray aus der Stätte seiner größten Triumphe, in Wimbledon gewann er 2013 und 2016 das Grand-Slam-Turnier und 2012 olympisches Gold. Trainer Ivan Lendl saß mit versteinertem Gesicht hinter der dunklen Sonnenbrille auf der Tribüne, Murrays schwangere Frau Kim Sears pustete kräftig durch. "Es ist traurig, dass es vorbei ist. Es ist eine enttäuschende Niederlage, vor allem hier in Wimbledon", meinte Murray.

Offenbar machten ihm die Hüftprobleme, die ihn vor dem Turnier zu einer mehrtägigen Pause gezwungen hatten, mehr zu schaffen als gedacht - auch wenn er sie nicht als Entschuldigung gelten lassen wollte. Das ganze Turnier über habe er leichte Schmerzen gehabt, gab Murray zu. "Aber ich habe mein Bestes gegeben und alles versucht. Darauf bin ich stolz."

Querrey dagegen war überwältigt. "Ich bin noch ein bisschen geschockt, ein Traum ist wahr geworden." Ein Jahr nach seinem Drittrunden-Erfolg gegen den damaligen Titelverteidiger Djokovic erwies sich der Kalifornier auf dem Heiligen Rasen wieder einmal als wahrhaftiger Favoritenschreck. "Es fühlt sich großartig an."

Djokovic; "Schmerzen ließen nicht nach"

Wenig später war das Turnier auch für den dreifachen Champion Djokovic beendet. Der 30-jährige Serbe gab in seinem Viertelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych, der im Achtelfinale Thiem in fünf Sätzen aus dem Bewerb geworfen hatte, beim Stand von 6:7(2),0:2 verletzt auf. "Dass Wimbledon, dass ein Grand Slam so zu Ende geht, ist unglücklich. Wenn sich jemand deshalb schlecht fühlt, dann bin ich es. Aber ihr wisst, ich habe es versucht", sagte Djokovic. Er hatte sich vor der Aufgabe am Ellbogen und an der Schulter behandeln lassen. "Die Schmerzen ließen nicht nach, sie wurden im Laufe eines Tages immer mehr. Und heute war unglücklicherweise der schlimmste Tag."

Berdych bekommt es nun mit dem Topfavoriten Federer zu tun. Der 35-jährige Schweizer entschied in seinem 100. Wimbledon-Match die Neuauflage des Vorjahres-Halbfinales gegen den Kanadier Raonic souverän mit 6:4,6:2,7:6 (4) für sich. Und für Federer scheint der Weg frei zum Rekord-Titel in Wimbledon. Mit einem achten auf dem Heiligen Rasen würde er sich zum alleinigen Wimbledon-Rekordhalter in der Geschichte des Profitennis vor Pete Sampras krönen.

Federer mit "Traumlauf"

"Ich bin glücklich, dass mein Traumlauf weitergeht", meinte der 18-fache Grand-Slam-Champion und siebenfache Wimbledon-Sieger. Mit seinem zwölften Halbfinal-Einzug an der Church Road übertraf er auch Jimmy Connors.

(APA)

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