Dominic Thiem: Entgegen allen Erwartungen

Für Österreichs Nummer eins beginnt heute mit dem Duell gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow das Abenteuer World Tour Finals. Nach der Formkrise der vergangenen Wochen lassen die jüngsten Trainingsleistungen hoffen.

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Dominic Thiem präsentierte sich zuletzt im Training stark verbessert. – (c) Reuters (TONY O´BRIEN)

London/Wien. Bei keinem anderen der für die ATP World Tour Finals in London qualifizierten Spieler war die Formkurve der vergangenen zwei Monate schlechter als bei Dominic Thiem. Der Niederösterreicher ist nach seiner denkbar knappen Achtelfinalniederlage bei den US Open (zwei Matchbälle vergeben) in eine hartnäckige Krise geschlittert, bei den jüngsten fünf Turnieren reichte es nur zu zwei Siegen. Sein heutiger Auftaktgegner (15 Uhr, live Sky) in der O2 Arena, der Bulgare Grigor Dimitrow, kann im Vergleichszeitraum auf eine weitaus positivere 9:4-Matchbilanz verweisen. Thiem-Coach Günter Bresnik sagt über den 26-Jährigen: „Er ist für mich einer komplettesten Spieler.“

Allerdings, es gibt durchaus Grund zur Hoffnung. Thiem hat gegen Dimitrow ein positives Head-to-Head (2:1) und bewies zuletzt im Training wieder stark ansteigende Form. Bresnik sprach von „Quantensprüngen“, in der Tat scheint sich der 24-Jährige wieder langsam seiner Topform zu nähern. „Es geht auf jeden Fall aufwärts. Die Schläge sind gut, ich bewege mich wieder besser“, erklärte der Rechtshänder, den auch seine Zehenverletzung nicht mehr länger beeinträchtigt.

 

Nur Zverev ist noch jünger

Dennoch, gelungene Schläge aus dem Training ins Match zu transportieren, ist eine hohe Kunst. Vieles könnte davon abhängen, wie Thiem in dieses erste von drei Gruppenspielen startet. Bresnik gibt sich zuversichtlich: „Wichtig ist, dass er wieder so viel Selbstvertrauen und Selbstverständlichkeit in den Schlägen hat. Er spürt wieder, dass er den Ball kontrolliert, dass er sehr gut serviert und beim Return viele Bälle ins Spiel bringt.“

Im Fall einer Niederlage wäre Thiem zwar noch nicht aus dem Rennen um einen Platz im Halbfinale, die Chancen würden aber beträchtlich kleiner werden, gilt der Weltranglistenvierte in den Duellen mit Nadal (Head-to-Head 2:5) und Goffin (3:6) doch als Außenseiter. „Wer die erste Gruppenpartie gewinnt, hat gute Karten für den Semifinaleinzug“, bemerkte Thiem, der nach dem Deutschen Alexander Zverev (20) übrigens der zweitjüngste im achtköpfigen Teilnehmerfeld ist und zum zweiten Mal en suite in London aufschlägt. Im Vorjahr musste der achtfache ATP-Turniersieger nach einem Sieg über Gaël Monfils und Niederlage gegen Novak Djoković und Milos Raonic nach der Gruppenphase die Heimreise antreten.

 

Federer startet mit Sieg

Ungleich mehr Erfahrung als Thiem hat Roger Federer, er nimmt bereits zum 15. Mal am Saisonfinale teil. Seinen Auftakt gestaltete der Schweizer siegreich, überzeugend war seine Leistung beim 6:4, 7:6 (4) gegen den US-Amerikaner Jack Sock allerdings nicht. Die weiteren Gruppengegner Federers sind Zverev und der Kroate Marin Čilić, den er am Weg zu seinem achten Wimbledon-Coup bezwingen konnte. (cg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2017)

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