Toronto/Montreal/Ag. Hinter dem Antreten von Kim Clijsters für die am 29. August beginnenden US Open in Flushing Meadows steht seit Dienstag ein Fragezeichen. Die Weltranglistenzweite, die zuletzt zweimal in Folge in New York siegreich gewesen war, zog sich in Toronto eine Bauchmuskelverletzung zu. Da sie sich den linken Bauchmuskel teilweise eingerissen hat, wird es für die 28-jährige Belgierin schwierig werden, rechtzeitig für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres fit zu werden.
Clijsters hatte sich die Verletzung schon vor ihrem Zweitrundenmatch am Dienstagvormittag beim Aufwärmen zugezogen und trat mit einem Tape an. „Es ist dann während des Spiels schlechter geworden“, sagte die vierfache Grand-Slam-Siegerin, nachdem sie gegen die chinesische Qualifikantin Zheng Jie beim Stand von 6:3, 1:2 aufgegeben hatte. Dabei hatte Clijsters ihr erstes Match seit Juni bestritten, als sie in Hertogenbosch eine Fußverletzung erlitten hatte.
Ob sie nach Wimbledon nun auch bei den US Open fehlen wird? „Nein, noch nicht. „Ich habe noch ein paar Wochen, also werde ich alles tun, um bereit zu sein“, versprach die US-Open-Siegerin von 2005, 2009 und 2010. Zheng spielt nun entweder gegen Serena Williams (USA) oder Julia Görges (GER). Williams, die ja aufgrund von Verletzungen und Gesundheitsproblemen fast ein Jahr auf der Tour verpasst hatte, zeigte bei ihrem Erstrundenauftritt hingegen bereits eine sehr gute Form. Nach dem 6:0, 6:3 über Alona Bondarenko war sie zwar zufrieden, kündigte aber an: „Ich will definitiv besser werden. Ich möchte zur rechten Zeit mein bestes Level erreichen.“
Murray schwächelt in Kanada
Im 500 Kilometer nordöstlich gelegenen Montreal setzte es für Andy Murray eine bittere 3:6-1:6-Niederlage in der zweiten Runde gegen den Südafrikaner Kevin Anderson. Murray hatte zuletzt sowohl in Montreal (2009) als auch in Toronto (2010) die Canadian Open für sich entschieden, doch beim nächsten jährlichen Schauplatzwechsel dieses Turniers wurde der Traum vom „Hattrick“ schnell zerstört. Murray versucht es nun mit umgedrehter Psychologie. „In den vergangenen Jahren habe ich wahrscheinlich hier mein bestes Tennis gespielt, und dann lief es bei den US Open nicht so gut. Aber trotzdem hätte ich heute gern besser gespielt“, sagte der Schotte.
Dabei hatte Murray nichts unversucht gelassen: Neben einer neuen Kurzhaarfrisur hatte er in Kanada auch eine neue Diät präsentiert. Wohl auch in Anlehnung an Novak Djoković, dessen Ernährungsumstellung auf glutenfreie Kost als Mitgrund für seinen diesjährigen Erfolgslauf (Stichwort 48:1-Siege) gilt, hat er sich einer Reihe von Bluttests unterzogen. Er hat einige seiner stark kohlenhydratlastigen Lieblingsspeisen gestrichen. „Früher habe ich mich auch nach zehn Stunden Schlaf in der Früh noch müde gefühlt, jetzt schlafe ich acht und fühle mich total frisch“, erklärte Murray. Allerdings hat er vor Montreal sehr intensive Trainingseinheiten in Miami absolviert. Vielleicht war das eine der Ursachen für seinen schwachen Auftritt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2011)
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