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Davis Cup: Jürgen Melzer stellt gegen Russland auf 1:0

10.02.2012 | 18:14 |  von Sascha Bunda (DiePresse.com)

Nach einem harten Kampf über fünf Sätze feierte Österreichs Nummer eins den ersehnten Auftaktsieg über Igor Kunizyn. Das packende Match war von großer Nervosität geprägt.

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„Das Publikum wird sich auf lange Ballwechsel freuen können", hatte Jürgen Melzer angesichts des langsamen Opticourt-Hartplatzbelages in der Arena Nova von Wiener Neustadt gemeint. Sein Eröffnungsspiel im Davis-Cup-Weltgruppen-Duell gegen Russland konnte dieses Versprechen aber nur bedingt halten. Denn sowohl Österreichs Nummer eins, als auch sein Gegner, der überraschend Igor Kunizyn statt des erwarteten Michail Juschnij hieß, zeigten von Beginn an eine zu hohe Fehlerquote, als dass die anfangs nur halbvolle Halle längere Rallys genießen hätte können.

Dennoch begann Melzer stark gegen die Nummer 79 der Welt, gegen die er bei den US Open 2011 eine schmerzliche Erstrunden-Niederlage einstecken musste. Seine ersten beiden Aufschlaggames gewann der Österreicher per Ass und in einem hartumkämpften Game holte Melzer gar noch das Break zum 3:1 - nach 16 Minuten und fünf vergebenen Chancen. Nach einem weiteren Break ging der erste Satz mit 6:2 an Melzer und die Chance auf den ersehnten Auftaktsieg stieg.

Hilfe vom Adlerauge

Doch zu Beginn des zweiten Satzes ließ sich der Österreicher gleich einmal von Kunizyn überrumpeln. Der unkonzentriert wirkende Melzer kassierte gleich ein Break, kämpfte sich aber wieder zurück und konnte zum 2:2 ausgleichen. Im siebenten Game wackelte der Niederösterreicher bei eigenem Aufschlag erneut, vier Breakbälle des Russen konnte er abwehren, doch der fünfte saß. Ein Ass von Melzer wurde Aus gegeben, doch zum Glück für den Österreicher gab es noch den elektronischen Linienrichter namens Hawk-eye, übrigens zum ersten Mal in der ersten Runde des Davis Cups. Und die Halle bebte, als klar wurde, dass der Ball noch hauchdünn auf der Linie gewesen war. Doch auch dieser unerwartete moralische Vorteil brachte keine Ruhe in Melzers Spiel. Zwei große Chancen auf den Gamegewinn ließ er verstreichen, ehe endlich das 4:3 geschafft war.
Doch Kunizyn schien nachhaltig verunsichert. Während Melzer seine folgenden Aufschlagspiele locker durchbrachte, musste der Russe um jeden Punkt hart kämpfen. Bei 5:6 aus Sicht von Kunizyn schien Melzer seinen Gegner geknackt zu haben: 0:40, drei Satzbälle für den Österreicher. Kunizyn wehrte jedoch alle ab, holte das Game und gewann auch das Tie-Break klar mit 7:3.

Melzer, der über weite Strecken der Partie sehr passiv wirkte und vor allem mit der Rückhand immer für einen unnötigen Fehler gut war, zeigte sich aber nicht geschockt von dem Satzverlust. Im dritten Durchgang konnte Kunizyn im ersten Game noch drei Breakbälle abwehren, beim zweiten Aufschlaggame des Russen schlug Melzer aber zu und breakte. Doch es hätte nicht zum Charakter der Partie gepasst, wenn der Österreicher jetzt den Satz ausserviert hätte. Kunizyn breakte umgehend zurück, kassierte ein erneutes Break und erst jetzt war der Weg für Melzer frei. Mit dem zweiten Satzball sicherte er den 6:4 Satzgewinn.

Doch im vierten Satz schien Melzer, der schon geschlaucht vom Turnier in Zagreb zurückgekommen war, ein wenig die Kraft auszugehen. Kunizyn breakte zum 4:2, weil wieder eine Melzer-Rückhand im Netz gelandet war und servierte zum 6:3 aus.

Wie bei den US Open musste die Entscheidung im fünften Satz fallen. Und da waren sie dann, die langen Ballwechsel. Einen davon nutzte Melzer zum schnellen Break - im zweiten Anlauf, nachdem sein erster Versuch, den erst das Hawk-eye als regulär erkannte, wiederholt werden musste. Nach einem unerzwungenen Fehler von Kunizyn hieß es aber dann doch 2:0 für Melzer. Bei 4:1 ging erstmals die Welle durch die Arena, nach einem weiteren Break war das Publikum kaum noch zu halten und dann war es geschafft: Nach über vier Stunden Spielzeit verwandelte Melzer seinen ersten Satzball per Ass zum 6:1, 6:7(3), 6:4, 3:6 und 6:1-Sieg und sorgte für die 1:0-Führung Österreichs.

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