[Paris/WIEN] Drei verlorene Grand-Slam-Finale in Folge? Geschenkt. In Roland Garros ist Rafael Nadal immer noch der Hausherr - seine Matchbilanz von nun 52:1-Siegen spricht Bände. Nur 2009 ließ er sich im Achtelfinale von Robin Söderling überraschen. Und auf Sand kann Nadal auch ein Finale gegen seinen Angstgegner Novak Djoković gewinnen. Das hat er heuer schon in Monte Carlo und Rom bewiesen, da kam der siebente Triumph bei den French Open alles andere als überraschend. 6:4, 6:3, 2:6 und 7:5 hieß es nach fast vier Stunden Spielzeit für Nadal.
Regen unterbricht den „Djoker"
Sogar das Wetter schien auf der Seite von Nadal zu sein. Am Sonntag hatte der Spanier losgelegt, als wollte er Djoković nicht nur besiegen, sondern auch demütigen. Schon nach 13 Minuten stand es im ersten Satz 3:0 für Nadal, nach einer Stunde stand der 6:4-Satzgewinn fest. Den zweiten Satz musste Djoković mit 3:6 abgeben, dann wurde das Spiel wegen Regens für eine halbe Stunde unterbrochen. als es wieder losging, sah Nadal nach einer 2:0-Führung schon wie der sichere Sieger aus. Doch plötzlich kippte die Partie: Djoković gelang nun fast jeder Schlag. Die Niederlage vor Augen holte er sich den Satz mit 6:2 und ging auch im vierten mit einem Break in Führung. Bevor Nadal das Spiel völlig entglitt, kam wieder der Regen - und die Verschiebung auf Montag. Erstmals seit 1973 konnte ein Herren-Finale in Roland Garros nicht am Sonntag beendet werden.
Teil zwei dauerte aber nicht mehr als eine Stunde. Nadal startete mit einem Break, mit einem weiteren Break hatte er dann Satz und Match mit 7:5 in der Tasche, Djoković unterlief beim ersten Matchball ein Doppelfehler. Der Serbe muss einen neuen Anlauf auf seinen „Djoko-Slam", vier Grand-Slam-Turnier-Siege in Folge, unternehmen.
Nadal überholt Björn Borg
Dafür schaffte Nadal einen Sieg für die Geschichtsbücher. Mit seinem siebenten Paris-Triumph ist er nun alleiniger Rekordhalter, Björn Borg (sechs) hat er nun überholt. „Dass ich Rekordsieger bin, ist eine große Ehre, das Wichtigste ist aber der Sieg. Aber es ist sicher einer der speziellsten Momente meiner Karriere", meinte Nadal nach dem Match zu Tränen gerührt. Der 26-Jährige umarmte seinen Onkel und Trainer Toni Nadal, bedankte sich bei Gott und der Welt und hatte dann wieder einen kleinen Scherz auf den Lippen: Für den siebenten Pokal werde er schon noch ein Plätzchen in seiner privaten Ruhmeshalle finden.
Mit den 1,25 Millionen Dollar für seinen elften Grand-Slam-Titel schraubte Nadal sein Karriere-Preisgeld auf fast 50 Millionen Dollar. Seinen persönlichen Karriere-Grand-Slam hatte er 2010 mit dem Sieg bei den US Open vollendet.
Djoković konnte nach seinem ersten Paris-Finale nur die Überlegenheit Nadals anerkennen: „Ich gratuliere Rafa zu seinem nächsten Titel. Er ist ein großartiger Spieler mit einem tollen Team. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr zurückkomme und noch besser spiele."
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