23.05.2013 12:19 Merkliste 0

Eklat in London: Nalbandian verletzt Linienrichter

18.06.2012 | 10:22 |   (DiePresse.com)

David Nalbandian trat im Finale gegen eine Werbebande, die einen Linienrichter traf. Der Argentinier wurde disqualifiziert, Marin Cilic zum Sieger erklärt. "Es tut mir sehr leid", zeigte sich Nalbandian reuig.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

David Nalbandian hat am Sonntag im Finale des mit 625.300 Euro dotierten Tennisturniers im Londoner Queen's Club für einen Eklat gesorgt. Der Argentinier wurde im Endspiel des Wimbledon-Vorbereitungsturniers gegen den Kroaten Marin Cilic beim Stand von 7:6,3:4 wegen Unsportlichkeit disqualifiziert, nachdem er gegen die Werbebande vor dem Stuhl eines Linienrichters gekickt und den Linesman verletzt hatte. Cilic wurde zum Sieger erklärt.

>>> Zum Video bei YouTube

"Es tut mir sehr leid, dass ich das getan habe. Manchmal ist man sehr frustriert und verliert die Kontrolle auf dem Platz", sagte Nalbandian nach seiner Frust-Attacke. Der 30-Jährige gab im zweiten Satz mit einem verschlagenen Ball seinen Aufschlag zum 3:4 ab, lief weiter bis vor den Linienrichter Andrew McDougall. Dann trat er gegen die Holzumrandung um den Linienrichter-Stuhl. Das Holz zersplitterte, der Referee wurde am linken Schienbein getroffen und verletzt. Er rollte sich anschließend von seinem Stuhl, hatte Schmerzen und lag mit einem blutenden Schienbein auf dem Rasen. Später humpelte der Unparteiische mit hochgezogenem Hosenbein vom Platz.

"Er hat einen Schnitt am Bein - es ist eine ernste Verletzung", sagte Turnierdirektor Chris Kermode. "Es war sehr unglücklich, es war ein reiner Unfall. So ein Ende des Matches ist sehr enttäuschend", meinte Kermode. Der Abbruch des Matches sorgte auch für Unmut beim Publikum im ausverkauften Queen's Club: "Weiter spielen, weiter spielen", forderten die Zuschauer.

Auch Sieger Cilic war nach dem Abbruch enttäuscht: "So wollte ich definitiv nicht gewinnen. Das ist ein sehr bitteres Ende, das Match war noch offen. Das Spiel wurde gerade heiß, aber ich kann es auch nicht ändern." Uneinsichtig gab sich Nalbandian. "Ich habe einen Fehler gemacht, aber jeder macht mal einen Fehler, und ich denke nicht, dass das Match so hätte zu Ende gehen müssen." Der Argentinier brachte kaum Verständnis für die Entscheidung der ATP auf, als er auf dem Court direkt im Anschluss ein Interview gab: "Die ATP macht auch viele Fehler im Umgang mit den Spielern - und nichts passiert."

(ag)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

5 Kommentare
Gast: austria wien
18.06.2012 13:41
1 1

fussballfan

tennis = proletensport

Antworten Gast: baro palatinus
18.06.2012 15:30
0 0

dea woa guat


"Schwere Verletzung"?

Ungeachtet der Unsportlichkeit ist eine Schnittwunde wohl kaum eine schwere Verletzung (schwere Verletzung= eine Gesundheitsstörung die min 24 Tage anhält)

Antworten Gast: dragoner
18.06.2012 11:54
0 0

Re: "Schwere Verletzung"?

Es wäre sicher möglich gewesen den Linienrichter zu versorgen oder sogar auszutauschen und das Finale zu Ende zu spielen.

Auch Cilic hat für weiterspielen "gestimmt".

Man hätte Nalbandian auch danach eine ordentliche Strafe,Sperre etc aufbrummen können ohne das Publikum zu vergrämen.

Aber bitte,ein Skandal muss ein Skandal sein und eine Schnittwunde eine schwere Verletzung.

0 0

Re: Re: "Schwere Verletzung"?

ich glaube kaum, dass es irgendeinen Sport gibt bei dem ein Spieler weitermachen kann nachdem er einem Schiedsrichter verletzt hat. Nicht einmal beim Fußball