's-hertogenbosch/Cg. Es war ein schlechter Tag für Jürgen Melzer. Zuerst ereilte ihn die Botschaft, dass er beim am Montag beginnenden Major-Turnier in Wimbledon nicht zum Kreis der 32 Spieler zählen wird, die gesetzt sind. Kurz darauf beendete der Japaner Tatsuma Ito Melzers einziges Wimbledon-Vorbereitungsturnier im holländischen 's-Hertogenbosch. Ito, die Nummer 70 der Rangliste, war Österreichs Nummer eins im Achtelfinale des ATP-250-Events überlegen, gewann in nur 56 Minuten mit 6:2, 6:2. Melzer gab in beiden Sätzen früh seinen Aufschlag ab und fand im gesamten Match keine einzige Break-Möglichkeit vor.
Mit Ausnahme des Turniersieges in Memphis und des Aufstiegs in das Daviscup-Viertelfinale bleibt 2012 für Melzer damit weiterhin ein Jahr, das von vielen Rückschlägen geprägt ist. Nichts deutet darauf hin, dass in Wimbledon die Trendwende eingeleitet wird. Wie schon vor den French Open reist Melzer mit wenig Spielpraxis und kaum Selbstvertrauen zu einem Grand-Slam-Turnier. In Wimbledon erreichte der 31-Jährige im Vorjahr letztmals die dritte Runde eines Major-Turniers. Um selbiges auch heuer zu erreichen, ist ein Sieg über einen gesetzten Spieler Voraussetzung.
Denn Melzer ist erstmals seit zehn Grand-Slam-Turnieren keiner der 32 gesetzten Spieler, die untereinander erst ab der dritten Runde begegnen können. Bei der Auslosung am Freitag drohen dem Weltranglisten-35. also bereits zum Auftakt Gegner wie Novak Ðoković oder Roger Federer. Spätestens in Runde zwei würde der Deutsch-Wagramer auf einen besser klassierten Spieler treffen. Melzer ist der einzige österreichische Beitrag im Herren-Hauptbewerb. Andreas Haider-Maurer und Martin Fischer scheiterten in der zweiten von drei Qualifikationsrunden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2012)
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