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Ski alpin: Maze siegt in Sölden vor Zettel und Köhle

27.10.2012 | 14:29 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Die Slowenin Tina Maze gewann zum Weltcup-Auftakt in Sölden den Nebel-Riesentorlauf. Die beiden ÖSV-Läuferinnen Kathrin Zettel und Stefanie Köhle landeten auf den Plätzen.

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Schon das erste alpine Rennen der neuen Weltcupsaison hatte es in sich, es hat den Athletinnen alles abverlangt. Der Wintereinbruch im Ötztal stellte sich pünktlich zum Opening ein, die Wetterfrösche haben sich nicht geirrt. Die Pistenarbeiter mussten fest anpacken, um das Rennen am Rettenbachferner zu ermöglichen. Gegen den einfallenden Nebel aber war nichts zu machen, die Veranstalter mussten lange um einen Damen-Riesentorlauf bei halbwegs fairen Bedingungen bangen. Der Weltcupwinter erlebte daher auch gleich zum Auftakt seine erste Verschiebung, der entscheidende Lauf konnte dann aber doch noch über die Bühne gehen. Für die Fans, die bereits in den frühen Morgenstunden ins Zielgelände auf 2670 Metern kletterten, eine Geduldsprobe.

Den Durchblick sollte Tina Maze behalten, die Slowenin stürzte sich nach Bestzeit im ersten Durchgang auch im zweiten Lauf ohne Rücksicht auf Verluste ins Tal, die 29-Jährige feierte damit ihren bereits zwölften Weltcupsieg. Mit diesem Durchblick vereitelte sie ein rot-weiß-rotes Skifest. Denn Kathrin Zettel, nach dem ersten Lauf auf Rang vier, wurde Zweite, Stefanie Köhle kurvte von Rang elf noch auf Platz drei. Sie feierte ihren ersten Podestplatz und war dementsprechend glücklich. „Ich habe das letzte Hemd riskiert“, sagte sie. „Ich wollte den Fans etwas zeigen, Gott sei Dank ist mir das auch gelungen.“ Das Rennen selbst aber bezeichnete sie als einzigen Blindflug. „Du musst den Funksprüchen vertrauen, sonst hast du überhaupt keine Chance.“

Auch Kathrin Zettel war die Erleichterung anzusehen. Im Zielraum kullerten bei der Niederösterreicherin sogar ein paar Tränen über die Wange, so groß war der Stein, der ihr vom Herzen gefallen war. „Wenn man zwei Jahre lang solche gesundheitlichen Probleme hat wie ich, dann beginnt man zu zweifeln“, meinte Zettel. „Darum bin ich so emotional – weil ich heute ein bisschen stolz auf mich sein kann. Und ich danke all jenen, die immer an mich geglaubt haben.“

Für Tina Maze, die vor dem Rennen ganz offen einer Lindsey Vonn und einer Maria Höfl-Riesch den Kampf angesagt hatte, war der Riesentorlauf-Triumph die Bestätigung dafür, dass sie ihr Gefühl nicht betrogen hatte. „Ich will die Nummer eins werden!“, sagte sie in Sölden immer wieder. „Und ich kann nicht akzeptieren, dass Lindsey unschlagbar sein soll.“ Ihre Formkurve gehe über einen längeren Zeitraum immer steiler aufwärts. „Ich war im Gesamtweltcup Vierte, dann Dritte – und Zweite. Warum sollte ich dann nicht die Beste werden wollen?“
Die Slowenin, die oft mit den Skiherren aus Österreich und der Schweiz trainiert, ist mit ihrem Privatteam unterwegs. Die aktuelle Riesentorlauf-Weltmeisterin, die in Garmisch auch noch Silber in der Kombination gewonnen hat, fühlt sich vor allem physisch sehr stark. „Man wird in diesem Winter die beste Tina Maze aller Zeiten erleben.“ In Schwung bringt sich die dreimalige slowenische Sportlerin des Jahres mit ihrer eigenen Musik. In Sölden hat sie erst vor zwei Tagen das dazupassende Musikvideo präsentiert. Wer im Damen-Rennsport besonders auf sich aufmerksam machen will, der bestreitet eben auch andere Wege. Auch Fotoshootings für einige Modemagazine hat Maze bereits absolviert.

„Eine nette Idee“. Weiter gehen die Diskussionen um einen möglichen Start von Lindsey Vonn bei einer Herren-Abfahrt. Der Plan, in Lake Louise an den Start zu gehen, wird allerdings immer unwahrscheinlicher, der Wunsch des US-Superstars wird in dieser Saison nicht in Erfüllung gehen. In Sölden hat sich Gian-Franco Kasper, der FIS-Präsident, in dieser Causa zu Wort gemeldet. „Ich bin nicht dagegen“, betonte der Schweizer. „Aber Regeln sind Regeln und Ausnahmen sind gefährlich. Denn dann muss man sie auch allen anderen zugestehen und dann wären auch die Herren bei den Damen startberechtigt“, argumentiert Kasper. „Die ganze Idee von Lindsey ist nett für das Publikum und die Medien, aber sie kann auch schiefgehen. Kommt sie nicht in die Top 30, wäre das kontraproduktiv und schlecht für den Damenrennsport!“
Vonn selbst will das vorerst nicht so hinnehmen. „Ich fahre mit Herrenski und trainiere seit Jahren mit Herren. Ich verschiebe ständig die Limits und für mich wäre ein Start bei den Herren der logische nächste Schritt.“ Lindsey Vonn hat auf der Strecke in Kanada immerhin schon elf Mal gewonnen. „Genau darum geht es“, sagt sie. „Ich mache das nicht für die Publicity, sondern für meine eigene Befriedigung und weil ich es will!“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.10.2012)

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2 Kommentare

Lieber Skifahren als Fußball

Da sieht man: Österreich gehört zum Wintersport.
Gleich 3 Österreicherinnen in den Top 5 !
Super ;)

Simply the best!

Tina!!!

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