Ligety siegt in Alta Badia souverän vor Hirscher

16.12.2012 | 12:58 |   (DiePresse.com)

Der US-Amerikaner ist im Riesentorlauf von Alta Badia eine Klasse für sich. Er fährt 2,04 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Salzburger heraus. Dritter wird der Franzose Fanara.

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Nein, die Zeitnehmung war nicht defekt. Damit zerschlugen sich am Sonntag im alpinen Ski-Weltcup-Riesentorlauf von Alta Badia auch die letzten Hoffnungen der Konkurrenten von Ted Ligety. Der US-Amerikaner deklassierte die Konkurrenz einmal mehr, lediglich der Salzburger Marcel Hirscher konnte halbwegs mithalten. Ligety siegte 2,04 Sekunden vor Hirscher, dahinter folgten mit gewaltigem Respektabstand der Franzose Thomas Fanara (+ 3,27 Sekunden) und der für für Deutschland fahrende Tiroler Fritz Dopfer (4,22).

Hinter Hirscher, der in allen neun Weltcup-Riesentorläufen des Jahres 2012 aufs Podest fuhr, klaffte im ÖSV-Team einmal mehr ein großes Loch. Christoph Nösig wurde 12., Benjamin Raich 13. und Marcel Mathis 16. Punkte gab es auch noch für Hannes Reichelt, der als 25. fast sieben Sekunden langsamer als Ligety war.

Die Österreicher sind damit im Klassiker auf der Gran-Risa-Strecke weiter seit 1997 (Christian Mayer) ohne Sieg. Ligety feierte hingegen im vierten Riesentorlauf der Saison den dritten Sieg. In Sölden hatte der Dominator 2,75 Sekunden Vorsprung, in Beaver Creek 1,76. Lediglich in Val d'Isere musste sich der 28-Jährige mit Rang drei zufriedengeben.

Zur Halbzeit hatte Ligety in Alta Badia, wo er auch 2010 gewann, unglaubliche 2,40 Sekunden Vorsprung auf den ersten Verfolger Hirscher. Der Allzeitrekord für den größten Vorsprung in einem Weltcup-Riesentorlauf wackelte dann aber doch nicht. Die 4,06 Sekunden des Schweden Ingemar Stenmark 1979 in Jasna bleiben unantastbar.

"Für mich war nicht der Rekord, sondern der Sieg wichtig", meinte Ligety nach seinem 14. Weltcup-Triumph, dem 14. im Riesentorlauf. Das Verwalten des Riesenvorsprungs im Finale war für Ligety gar nicht so einfach. "Bei so einem Vorsprung steigt auch die Nervosität. Es war schwierig einzuschätzen, wie viel Risiko ich nehmen soll." Als unschlagbar fühlt sich der Kombi-Olympiasieger 2006 und Riesentorlauf-Weltmeister 2011 keinesfalls. "Die anderen Läufer wie Hirscher sind auch schnell. Es kommt immer auf die Bedingungen an. Ich habe ja in diesem Winter auch schon ein Rennen verloren."

Der gewaltige Rückstand auf Ligety gibt Hirscher zu denken. Dass er im zweiten Lauf schneller war, sorgte beim Gesamt-Weltcup-Sieger aber für Erleichterung. "Das ist schon eine Genugtuung. Aber Ted ist wirklich unglaublich, das ist einzigartig. Da muss ich fast lachen, weil mich das so schockt." Eine Materialänderung zwischen den Durchgängen ("Eine andere Taillierung") wirkte sich dann bei Hirscher sehr positiv aus.

"Das war eine super Erkenntnis für mich. Aber trotzdem fühlt man sich im Vergleich zu Ligety richtig schlecht. Das ist anscheinend das, wo sich der Skisport hinentwickelt: keine Rutschphasen, alles auf Zug. Das macht Ted perfekt. Er berührt im Vergleich zu uns fast keine Tore und hält den Ski auf der Taillierung. Das sind unsere Hausaufgaben über Weihnachten", analysierte Hirscher.

"Diese Rückstände sind schon ein Wahnsinn, krass", meinte Mathis kopfschüttelnd im Ziel. Vor der WM in Schladming steht nur noch ein Riesentorlauf auf dem Programm, am 12. Jänner in Adelboden. Bis dato hat im ÖSV-Team lediglich Aushängeschild Hirscher sein Ticket sicher, der Rest der Truppe hat bisher noch nicht überzeugt. Von der Papierform her hätten derzeit Nösig (85 Weltcup-Punkte), Mathis (83) und Reichelt (76) die besten Karten auf die weiteren drei Startplätze. Routiniers wie Benjamin Raich (59), Philipp Schörghofer (26) und Romed Baumann (25) stehen in der Schweiz gewaltig unter Zugzwang.

Im Herren-Weltcup gehen die Italien-Wochen weiter. Als letztes Rennen vor Weihnachten steht am Dienstag unter Flutlicht der Slalom in Madonna di Campiglio auf dem Programm (17.45 und 20.45 Uhr). Im Gesamt-Weltcup führt Aksel Lund Svindal, der Norweger wurde am Sonntag Neunter, mit 614 Punkten vor Ligety (508) und Hirscher (460).

(APA)

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1 Kommentare

Ligety ist pervers ;)


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