NHL: Kein Weihnachtsgeschenk

21.12.2012 | 18:41 |   (Die Presse)

Der US-Eishockeysaison droht infolge des Tarifstreits das Aus, alle Spiele bis 14. Jänner wurden schon abgesagt. Mit der Aussperrung ihrer Stars verbrennt die NHL 20 Millionen Dollar – pro Tag.

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New york/Finne. Für Eishockeyfans heißt es weiter warten. Die National Hockey League (NHL) beschloss am Freitag in New York, den Lock-out fortzusetzen und sagte alle Spiele bis 14. Jänner ab. Damit sind bereits 628 und damit mehr als die Hälfte aller geplanten Saisonspiele ausgefallen. NHL, Klubbesitzer und Spielergewerkschaft sind sich über die Verteilung der Jahreseinnahmen von 3,3 Milliarden Dollar (2,55 Mrd. Euro) uneins.

„Wir sind weiterhin weit voneinander entfernt“, ließ Liga-Chef Gary Bettmann einmal mehr mit Floskeln aufhorchen. Selbst der Fifty-Fifty-Deal der Spielergewerkschaft missfiel den Klubchefs, auch die Entschädigungsforderung von 393 Millionen Dollar (306,9 Mio. Euro) verhallte im Verhandlungsraum. So beliebt die Eishockeyliga für ihre Stars, Bodychecks und Entertainment-Arenen auch ist, in den USA wächst der Unmut über den Streit der Millionäre.

Mit der Aussperrung ihrer Stars verbrennt die NHL 20 Millionen Dollar – pro Tag. Auch jeder Klub verbucht Umsatzeinbrüche in Millionenhöhe. Ticketverkauf, das im Weihnachtsgeschäft lukrative Merchandising sowie Sponsoring und TV-Gelder fallen weg.

Auch die Spieler leiden – sie dürfen nicht in der eigenen Halle trainieren, geschweige denn das Klubareal betreten. Thomas Vanek hält sich privat fit, Thomas Pöck spielt beim Farmteam in der American Hockey League und viele andere NHL-Cracks spielen – wie Michael Grabner (VSV) – in Europa. Ihr NHL-Vertrag ist ruhend gestellt, nur acht Prozent des jeweiligen Gehalts werden aus dem „Emergency Fund“ der Spielergewerkschaft pro Monat überwiesen.

Während Gerichte nun prüfen, ob Kartellrechtsklagen der Gewerkschaft zugelassen werden, wächst die Befürchtung, dass wie schon 2004/2005 die komplette Saison ausfallen wird.

 

Viele Fans wechseln die Sportart

Leidtragende sind freilich die Fans und deren Stammlokale. Der Einnahmeverlust aller Sportbars etwa rund um den Boston Garden, die sich auf Bruins-Spiele spezialisiert haben, beläuft sich pro Spieltag auf knapp eine Million Dollar.

In diesem Streit gibt es aber nicht nur Verlierer. American Football (NFL) oder Basketball (NBA) vermelden steigende Umsätze. Viele Eishockeyfans haben offenbar genug davon, „offside“ zu stehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

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