Ski alpin: Wenig Vorfreude auf Münchner City-Event

30.12.2012 | 15:52 |   (DiePresse.com)

Vor allem von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gibt es Kritik. Er befindet die Punktevergabe als ungerecht, kann sich aber einen Event in Wien vorstellen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Nach der Warmwetter-Absage im Vorjahr geht am Neujahrstag 2013 in München wieder ein City-Parallel-Slalom der Alpinskifahrer in Szene. Vom Internationalen Skiverband (FIS) aufgewertet, haben trotz Preisgeld und Weltcup-Punkte nicht alle nur Freude mit dem Bewerb. Es ist weniger der 1. Jänner sondern vielmehr der Punktemodus, der vor allem aus Österreich Kritik von höchster Stelle bescherte.

"Ich bin dagegen, dass man bei so einem Event Weltcup-Punkte vergibt. Das ist sportlich ungerecht", bemängelte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, dass bei diesem mit Riesentorlauf-Toren gefahrenen K.o.-Rennen nun auch Zähler für die Slalom-Spezialwertung vergeben werden.

Je 16 Läufer und Läuferinnen treten an. Neben den zwölf besten Fahrern der Slalom-Weltrangliste sind auch die vier besten Athleten der Gesamt-Weltrangliste startberechtigt, die nicht bereits über den Slalom qualifiziert sind.

Mandl: "Für Zuschauer toll, aber ..."

Nur ein ausgewähltes Feld darf also bei den City-Events in München und Moskau teilnehmen. Dadurch, so ÖSV-Damenchef Herbert Mandl, werde die Disziplinen-Wertung verfälscht. "Für das Publikum ist das ein toller Event. Aber es wird als Slalom-Bewerb verkauft, obwohl es keiner ist", hatte auch Mandl keine Freude mit der Punkteformel.

Andererseits würden dabei 20 Prozent der Slalompunkte vergeben. "Also kann es sich keiner leisten, das auszulassen", sagte Mandl.

Für alle Teilnehmer heißt es am 1. Jänner früh aufstehen, obwohl der Bewerb im Olympia-Park erst um 17.45 Uhr beginnt. Start-Training und Einfahren finden aber bereits unter Tag statt.

Auch für "Schlagertante" Michaela Kirchgasser ("Ich mag unseren WM-Song"), die normalerweise auch gerne feiert, geht es im neuen Jahr schon um 8.00 Uhr los. "Ich werde früh schlafen gehen müssen. Und wenn mich der Lärm um Mitternacht weckt, lege ich mich danach wieder nieder", sagte die Salzburgerin, die wie Nicole Hosp, Bernadette Schild, Carmen Thalmann und Kathrin Zettel ("Der Bewerb ist cool für die Zuschauer, meine Begeisterung hält sich aber in Grenzen") für Österreich an den Start geht.

Bei den Herren starten neben Weltcup-Titelverteidiger Marcel Hirscher noch Mario Matt, Manfred Pranger und Reinfried Herbst. Nicht dabei ist ÖSV-Slalomchef Michael Pirker, dessen griechische Freundin kürzlich bei einem Autounfall nahe Schladming ums Leben gekommen ist.

Rom, New York - Wien?

Schröcksnadel kann sich nicht nur einen anderen Modus für die City-Events, sondern auch einen anderen Standort vorstellen. Ins Gespräch gekommen ist neben Rom und New York auch die österreichische Bundeshauptstadt Wien mit einem Rennen von der Schönbrunner Gloriette.

Für Schröcksnadel wäre ein Bewerb im Park des weltberühmten Schlosses im 13. Gemeindebezirk Hietzing eine "sehr gute Idee". Allerdings müsste die Initiative von der Stadt ausgehen, betonte der Verbandspräsident am Semmering auf Anfrage der APA - Austria Presse Agentur.

"Wenn Interesse da ist, sind wir dabei", sagte der Tiroler, für den Schönbrunn ideal wäre. "Wien ist viel kälter als München oder Rom, die Gloriette hat schon ein natürliches Gefälle und vor allem ein unvergleichliches Ambiente."

Als zusätzlichen Bewerb will man Wien aber nicht etablieren. "Es verträgt höchstens zwei solcher Bewerbe pro Saison", ist Schröcksnadel überzeugt.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Ski alpin: Weltcupstand und Termine

Skisprung-Weltcup

AnmeldenAnmelden