Tournee: Schlierenzauer krönt sich in Bischofshofen

06.01.2013 | 17:31 |  von Markku Datler (DiePresse.com)

Gregor Schlierenzauer feierte den 45. Sieg seiner Karriere und gewann damit auch die Gesamtwertung vor dem Norweger Anders Jacobsen. Er ist der achte Springer der Geschichte, dem die Titelverteidigung gelang.

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Bischofshofen. Die Signalhupen dröhnten, die Bundeshymne ertönte, Menschenmassen zogen durch Bischofshofen und verliehen dem Finale der Vierschanzentournee trotz strömenden Regens einen bunten Anstrich. Das Gros der 20.000 Zuschauer wollte Gregor Schlierenzauer zum zweiten Tourneesieg springen sehen und der Stubaier sollte sie nicht enttäuschen.

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Im finalen Bewerb der 61. Tournee setzte er sich mit Sprüngen auf 133 und 137,5 Meter durch und verteidigte mit seinem insgesamt neunten Tagessieg den Titel.  Es ist Österreichs fünfter Tournee-Sieg in Serie.
Schlierenzauer verwies den Norweger Anders Jacobsen (131,5/139), der Zweiter wurde, um 13 Punkte auf den zweiten Endrang. Eine beeindruckende Talentprobe lieferte der 19-jährige ÖSV-Youngster Stefan Kraft (131/131), der Dritter wurde und sich damit das Weltcup-Ticket am Mittwoch für Zakopane sicherte.

„Unglaublich. Ich bin überwältigt, davon habe ich geträumt“, jubelte Schlierenzauer im Auslauf. „Es war extrem spannend, besser geht's nicht. Das ist einer meiner schönsten Siege.“ Es ist sein 45. Weltcupsieg, damit fehlt ihm nur noch einer auf die Rekordmarke des Finnen Matti Nykänen (46).
Jacobsen zeigte sich als fairer Verlierer. Er zollte seinem Kontrahenten Tribut: „Gregor ist ein großer Sportler, wir verstehen uns sehr gut. Wenn er will, lade ich ihn zum Fischen nach Norwegen ein.“

Schlierenzauer ist damit der achte Springer, der seinen Tournee-Titel verteidigen konnte und der dritte Österreicher nach Hubert Neuper (1981) und Ernst Vettori (1987). Damit schrieb der Tiroler nicht nur Skisprung-Geschichte, sondern machte sich auch sein schönstes Geburtstagsgeschenk. Er wird am Montag 23 Jahre alt.
Cheftrainer Alexander Pointner war von dem Erreichten überwältigt, sprach aber zuerst der ganzen Mannschaft sein Kompliment aus. „Wir haben uns nicht durch die Materialdiskussion irritieren lassen und alle haben mitgeholfen, dass Gregor gewinnt. Schlieri hat de Ruhe bewahrt Er hat dem Druck – wie von mir erwartet – Stand gehalten.“

Beste Werbung für den Sport

Für das Skispringen sei die 61. Vierschanzentournee die beste Werbung gewesen, sagt FIS-Renndirektor Walter Hofer. Die TV-Quoten in Österreich, Deutschland und Norwegen seien beeindruckend hoch. „Die Komposition mit vielen Nationen stimmt und die Topspringer sorgen dafür, dass die Dramaturgie passt.“

 

Endstand in der Tournee-Wertung:

1. Gregor Schlierenzauer (AUT) 1.100,2 Punkte

2. Anders Jacobsen (NOR) 1087,2

3. Tom Hilde (NOR) 1.029,2

4. Kamil Stoch (POL) 1.027,2

5. Anders Bardal (NOR) 1.026,8

6. Michael Neumayer (GER) 996,7

7. Dmitri Wassiliew (RUS) 994,8

8. Peter Prevc (SLO) 989,9

9. Andreas Wellinger (GER) 988,7

10. Martin Schmitt (GER) 980,8

Weiters:

15. Andreas Kofler 848,5

16. Thomas Morgenstern 847,7

17. Wolfgang Loitzl 846,3

25. Manuel Fettner 741,2

28. Michael Hayböck 706,8

32. Martin Koch 697,8

40. Stefan Kraft 480,2

("Die Presse", Print-Ausgabe, 7.1.2013)

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17 Kommentare

Gerechtfertigte Schlieri-Mania ...

vielleicht war nicht alles klug was er öffentlich sagte, aber er ist ein Super-Sportler.

Mit ist der Pointner nicht sympathisch, weil er nicht authentisch ist


Gratulation dem Sieger, das Team und die Betreuer, eine herausragende Leistung.

Was mich aber unglaublich nervt, sind bei den versch. Bewerben die Aussagen der Mannschaft, im Rahmen des sicher vereinbarten, cooperate wordings wie: ich will beim Bewerb nur Spass haben, genießen etc. - das klingt nach Gehirnwäsche und Schmarren.

Was die Sportler da leisten ist Knochenarbeit, das ganze Jahr über wird der Körper ausgeschunden um solche Leistungen zu ermöglichen. Die Springer schauen noch dazu alle völlig unterernährt und ausgezehrt aus.

99,9% der Jugendlichen, die einmal zu den Besten gehören wollen, bleiben schon beim Anlauf auf der Strecke, von den körperlichen Schäden gar nicht zu reden.

Dieses alles Schönreden und positiv Formulieren
erzeugt bei mir Magenkrämpfe. Nicht einmal beim Hobbysport ist alles lustig und spaßig.


Re: Mit ist der Pointner nicht sympathisch, weil er nicht authentisch ist

Ich bin überzeugt, dass sie sagten: ich will beim Bewerb nur Spa"ß" haben. Bitte zuerst Deutsch lernen und danach kommentieren. Danke.

Re: Re: Mit ist der Pointner nicht sympathisch, weil er nicht authentisch ist


Freut mich, dass ich etwas für Ihr Ego tun konnte.


Re: Mit ist der Pointner nicht sympathisch, weil er nicht authentisch ist

Ich glaube die Sportler wollen einfach nur ihre Ruhe haben. Da das aber auf Grund des regen Medieninteresses nicht geht und sie ja auch Sponsoren brauchen, spulen sie eben solche 08/15 "ich will Spaß haben"-Meldungen ab. Denn damit sind alle zufrieden: Medien, Sponsoren, Öffentlichkeit und der Sportler hat schnellstmöglich wieder seine Ruhe vor den lästigen Medientypen mit Mikrofon.

Panem et circenses

Schön für den Sieger, freut mich für ihn.
Ansonsten für Österreich und auch für mich völlig unerheblich!

Die Berichterstattung des durch Zwangsbeiträge finanzierten ORF soll sich auf wichtigere Ereignisse konzentrieren als uns durch künstliche Aufgeregtheit in Sportreportagen zu nerven.

Re: Panem et circenses


Da simma doch froh, dass es eine Alternative gibt: abschalten.

Superadler

Super gemacht, Gregor Schlierenzauer !!
Derzeit Wirklich der beste Schispringer der Welt.
Großes Lob auch an den erst 19-Jährigen Stefan Kraft!!
Gott sei Dank gibt es auch viele ÖSV Nachwuchstalente, die viel Potenzial als "Nachfolger" von Gregor Schlierenzauer haben.
Viel Glück und Alles gute für die Zukunft:)!

Hochachtung und Gratulation

22 Jahre alt und bald das enfant terrible aus Finnland an Siegen ueberholt- Talent, Ehrgeiz und ein faehiges Trainerteam im Hintergrund begruenden solche Erfolge. Da spricht kein Politiker mehr von der Wichtigkeit der taeglichen Turnstunde, man sonnt sich lieber in der Popularitaet der Wintersportler...

Re: Hochachtung und Gratulation

23

Gratulation an Gregor

und das gesamte österreichische Team! Ein Dankeschön an alle Springer, die meines Erachtens eine spannende Tournee geliefert haben.

Kompliment auch an Jacobsen, der fairste Verlierer welchen ich bisher gesehen habe!


Re: Kompliment auch an Jacobsen, der fairste Verlierer welchen ich bisher gesehen habe!

dem kann ich mich nur anschließen.

Superfair und Super Sympathisch.

Da können sich viele eine Scheibe abschneiden.

37

EIN TOLLER TAG FÜR ÖSTERREICH!!!


Leider war dieser wunderschöne Erfolg mit einem bitteren Beigeschmack versehen. Eine Siegerehrung mit Burgstaller und Hundstorfer, mir wird Speiübel!!! Die schmutzigsten der Politik wollen sich mit erfolgreichen und sauberen Österreichern schmücken. Diese Politiker tun nichts für den Sport, ausser Amterln fürt Parteifreunde zu installieren und dadurch den Sport zu schaden!!!

POLITIK RAUS AUS DEM SPORT!!!

Re: EIN TOLLER TAG FÜR ÖSTERREICH!!!

Völlig Ihrer Meinung. Dass diese Typen sich noch bei diesen Anlässen auftreten trauen, zeigt die totale Abgehobenheit in der sie leben.

15

Bravo

Gregor und Alex Pointner

.,.

Juhu. :)

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