Ski alpin: Pinturault siegt im Garmisch-RTL vor Hirscher

Nach überstandenem Infekt belegte Marcel Hirscher im Riesentorlauf von Garmisch den zweiten Platz. Im Gesamtweltcup verlor er an diesem Wochenende nur fünf Punkte auf Svindal, hat 209 Zähler Vorsprung.

Alexis Pinturault
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Alexis Pinturault
Alexis Pinturault – EPA/KARL-JOSEF HILDENBRAND

[garmisch/Wien] Ein bisschen gezeichnet sah Marcel Hirscher noch aus, das Lachen aber war da, als er nach dem Riesentorlauf von Garmisch neben Sieger Alexis Pinturault und dem drittplatzierten Ted Ligety auf dem Podest stand.

Nur 24 Stunden zuvor hatte Hirscher wegen einer Durchfallerkrankung noch das Bett hüten müssen, hinter seinem Antreten stand ein Fragezeichen. Doch die Ärzte leisteten volle Arbeit, am Sonntagmorgen war der Salzburger wieder bei Kräften. „Ich bin bei circa 99 Prozent, habe mich überhaupt nicht schwach gefühlt. Da muss ich allen ein großes Danke aussprechen“, lobte Hirscher nach dem Rennen sein Team.

Sein Antreten war vor allem im Hinblick auf den Gesamtweltcup Gold wert, zumal er an diesem Tag das Duell gegen den sechstplatzierten Aksel Lund Svindal für sich entschied. Insgesamt verlor er an diesem Wochenende nur fünf Punkte gegenüber dem Norweger, liegt mit 209 Zählern Vorsprung an der Spitze. „Das waren sehr, sehr wichtige Punkte. Für den Gesamtweltcup schaut es jetzt natürlich sehr gut aus. Aber es bleibt spannend, ich muss weiter konstant fahren“, sagte Hirscher.

Neureuther verpasst Heimsieg

Mit seiner Leistung im Rennen war Hirscher zufrieden, vor allem der zweite Durchgang ging dem 23-Jährigen voll auf und katapultierte ihn von Halbzeitrang sechs noch auf den zweiten Platz. Nur Alexis Pinturault war an diesem Tag nicht zu schlagen, der Franzose feierte seinen ersten RTL-Weltcupsieg. Der Halbzeitführende Felix Neureuther fiel nach einem schweren Fehler auf Platz zwölf zurück und verpasste eine historische Chance. Es wäre der erste deutsche Sieg im Riesentorlauf seit 40 Jahren gewesen, noch dazu vor Heimpublikum. „Ich habe alles gegeben, es war ein blöder Fehler an der dümmsten Stelle. Es ärgert mich natürlich schon sehr, aber das hilft jetzt alles nichts mehr“, sagte der Partenkirchener.

Der Weltcuptross übersiedelt nun für die Speedrennen nach Kvitfjell, Hirscher pausiert und steigt am 9. März beim Riesentorlauf in Kranjska Gora wieder ein.

RTL, Garmisch

1. Alexis Pinturault (FRA) 2:32,42 Min.
2. Marcel Hirscher (AUT) +0,60 Sek.
3. Ted Ligety (USA) +0,63

Weiters, 4. Marcus Sandell (FIN) +0,73 5. Manfred Mölgg (ITA) +0,84 6. Aksel Lund Svindal (NOR) +0,97 7. Steve Missillier (FRA) +1,34 8. Philipp Schörghofer (AUT) +1,78 9. Marcel Mathis (AUT) +2,05 10. Massimiliano Blardone (ITA) +2,38

Ausgeschieden: u. a. Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Fritz Dopfer

RTL-Weltcup: 1. Ted Ligety 520 2. Marcel Hirscher 415 3. Manfred Mölgg 257

Gesamtweltcup: 1. Marcel Hirscher 1215 2. Aksel Lund Svindal 1006 3. Felix Neureuther 798

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2013)

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