Anna Veith zurück auf dem Podest

Ilka Stuhec gewinnt den Super G auf der Tofana, Sofia Goggia wird einmal mehr Zweite. Anna Veith feiert den ersten Stockerplatz nach ihrem Comeback.

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(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Mario Kneisl)

Im letzten Speed-Rennen vor der alpinen Ski-WM in St. Moritz ist Anna Veith in Cortina d'Ampezzo aufs Stockerl zurück gekehrt. Die Salzburgerin belegte im Super G mit 0,70 Sekunden Rückstand auf Siegerin Ilka Stuhec aus Slowenien sowie hinter Sofia Goggia (ITA) Platz drei. Für Veith war es im siebenten Rennen seit ihrem Comeback das erste Podium nach ihrer schweren Verletzung. Im Jänner 2009 bestieg sie in Cortina als Zweite im Super G überhaupt zum ersten Mal ein Weltcup-Podest.

Dennoch sei ihr erstes Podest vor acht Jahren nicht mit jenem von heute vergleichbar. "Das heutige war schwieriger. Damals war ich jung und unbekümmert und bin einfach drauflos gefahren. Jetzt habe ich einen Weg hinter mir, der mich sehr geprägt hat und sehr viel verändert hat. Das ist viel mehr Wert", sagte Veith. "Als ich ins Ziel kam, hätte ich nicht gedacht, dass es für ein Podium reicht. Ich habe mir gedacht, sieben Zehntelsekunden sind doch sehr viel Rückstand. Die letzten Super G's, bei denen ich auf dem Podest war, waren immer viel enger", sagte Veith.

Die Schweizer WM-Favoritin und Siegerin der bisherigen drei Saisonrennen, Lara Gut, schied am Sonntag nach einem Sturz nach klarer Zwischenbestzeit hingegen aus. Gut zog sich Prellungen am rechten Oberschenkel und Oberarm zu, ihr Start bei der WM ist aber nicht in Gefahr. Hinter Veith sorgte Slalom-Star Mikaela Shiffrin (0,73) mit Platz vier für eine Überraschung. Mit dem besten Super-G-Resultat ihrer Karriere baute die US-Amerikanerin ihre Führung im Gesamtweltcup auf Gut unerwartet wieder auf 80 Punkte aus.

"Ich bin überglücklich, dass ich zeigen konnte, was in mir steckt. Das ist sehr überraschend für mich", sagte Veith. Hinter der fünftplatzierten Deutschen Viktoria Rebensburg lieferte Stephanie Venier als Sechste (0,90) ihr nächstes Spitzenergebnis im Super-G ab. Mit Mirjam Puchner (13.), Nicole Schmidhofer (14.) und Ricarda Haaser (15.) landete ein Österreicherinnen-Trio direkt hinter Lindsey Vonn (USA), die Zwölfte wurde.

Venier tankt Selbstvertrauen

Riesentorlauf-Spezialistin Stephanie Brunner holte als 25. in ihrem ersten Weltcup-Super-G gleich Weltcuppunkte. Die zweifache Weltmeisterin von 2011, Elisabeth Görgl, vergab dagegen mit einem Torfehler die allerletzte Chance auf ein WM-Ticket. Ob sie die Saison nach den verpassten Titelkämpfen noch zu Ende fährt, steht noch nicht fest.

"Es ist ein bisschen ärgerlich, dass ich den Mittelteil verhaut habe. Aber den sechsten Platz nehme ich natürlich gerne", sagte Venier, die am vergangenen Wochenende in Garmisch-Partenkirchen als Zweite ihren ersten Podestplatz herausgefahren hatte. Venier fährt nun mit viel Selbstvertrauen zur WM nach St. Moritz. "Auf einen Podestplatz fehlen nur zwei Zehntelsekunden. Das ist minimal und stimmt mich positiv. Ich fühle mich skifahrerisch zur Zeit echt sicher und gut. Das müsste für die WM schon passen", meinte die 23-jährige Tirolerin.

Entwarnung bei Gut

Mit einem guten Gefühl zur WM fahren kann nach ihrem ersten Super-G-Sieg auch Stuhec. Der schnelle, vom US-Trainer Chris Knight gesteckte Lauf kam der dreifachen Saisonsiegerin in der Abfahrt entgegen und bringt sie damit auch im Super-G in die Mitfavoritinnenrolle für die WM. "Ich bin glücklich, dass ich die Schnellste war. Es war ein schneller Super G, das war sicher nicht schlecht für mich", sagte Stuhec.

Damit ist die 26-Jährige neben der ausgeschiedenen Gut Favoritin für die Speed-Rennen bei der WM in St. Moritz. Für Gut war der Ausfall nur eine Schrecksekunde, bald ärgerte sich die 25-jährige Schweizerin über den verpassten Sieg. Nachdem Gut selbstständig ins Ziel fuhr, blieb die fünffache Saisonsiegerin, die am Vortag in Cortina in der Abfahrt triumphiert hatte, längere Zeit im Schnee liegen. Dies geschah aber mehr aus Enttäuschung, denn kurz danach gab sie Entwarnung.

Ohne weiteren Kommentar begab sich Gut sofort ins Teamhotel, um sich möglichst schnell von ihrem Osteopathen behandeln zu lassen. Shiffrin jubelte dagegen. "Ich habe erwartet, heute die Gesamt-Führung zu verlieren. Dass ich sie noch immer habe, fühlt sich gut an", sagte die junge US-Amerikanerin.

Einen Start im WM-Super-G hat die 21-Jährige aber auch nach Rang vier nicht eingeplant. "Ich werde mich auf Riesentorlauf und Slalom konzentrieren", meinte Shiffrin, die vor der WM noch den City-Event in Stockholm am Dienstag bestreitet und dann mit der WM-Vorbereitung für die technischen Disziplinen beginnt.

(APA)

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