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Jugend-Winterspiele: Weg zum Erfolg in Kinderschuhen

12.01.2012 | 18:19 |   (Die Presse)

Heute wird in Innsbruck wieder das olympische Feuer entzündet. Was Ehrgeiz und – selbst gemachter – Erfolgsdruck angeht, stehen die 15- bis 18-Jährigen ihren großen Idolen um nichts nach.

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Innsbruck/Apa/Red. „Es ist toll und eine große Ehre, dabei zu sein. Da hat man schon gewonnen.“ Nina Prock ist zwar erst 16 Jahre alt, aber bei den Interviews agiert sie wie ein Profi. Die Tochter von Ex-Weltmeister Markus Prock wird bei den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck um eine Medaille rodeln. Heute ist sie eine von 81 österreichischen Sportlern, die an der Eröffnungsfeier auf dem Bergisel teilnehmen werden. Auch wenn ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel betont, dass es bei den Spielen darum gehe, den Jugendlichen auch „andere Inhalte mitzugeben“ als Erfolgsstreben. Bei den 15- bis 18-Jährigen ist Dabeisein längst nicht mehr alles. „Ich erhoffe mir schon eine Medaille“, sagt Prock.

Genau so denkt der 16-jährige Elias Tollinger, Österreichs einziger Skispringer bei den Jugendspielen. „Ich erwarte mir viel“, sagt er, ohne das Wort Medaille in den Mund zu nehmen. Zweifelsohne zählt er zu den Medaillenanwärtern. Im Austria-Cup führt er, auch im Alpencup zählt er zu den Besten. Bei der Vierschanzentournee durfte er in Innsbruck als Vorspringer vom Bakken. Der Schüler des Sportgymnasiums Stams wollte schon immer Skispringer werden, musste aber zuerst seine Eltern überzeugen. „Weil meine Mutter es mir, abgeschreckt von der Magersucht von Sven Hannawald, verboten hat“, erzählte er. Mittlerweile sind auch die Eltern begeistert und werden fest die Daumen drücken, wenn es auf der neuen Toni-Seelos-Schanze in Seefeld um Medaillen geht.

Das große Sportfest, an dem 1059 Athleten aus 70 Nationen teilnehmen werden, soll den Jugendlichen Werte über den Sport hinaus vermitteln, meint auch ÖOC-Präsident Karl Stoss. „Jeder macht sich natürlich Hoffnungen auf Medaillen, aber es geht auch darum, den Jugendlichen etwas für das Leben mitzugeben“, sagt Stoss.

Salbungsvolle Worte, wie vor allen Olympischen Spielen. Doch zumindest bei den „Erwachsenen“ muss die glorifizierte Theorie viel zu oft der traurigen Praxis von Doping- und anderen Skandalen weichen. Wer 15-Jährige dem – natürlich meist selbst auferlegten – Erfolgsdruck bei Olympischen Spielen aussetzt, muss sich eine bange Frage gefallen lassen: „Wie lange wird es dauern, bis auch bei Jugendspielen die ersten Dopingsünder erwischt werden?“

Auch Gert Ehn, Nachwuchsreferent des Österreichischen Skiverbands, ist der schmale Grat bewusst. „Es geht nicht nur um Medaillen, sondern auch darum, die Grundidee von Olympia zu erleben“, sagt er. Er weiß aber auch, dass er mit Christina Ager, Martina Rettenwender, Marco Schwarz und Mathias Graf „vier Medaillenkandidaten am Start“ hat.

Martina Rettenwender weiß schon mit 16, was auf sie als Spitzensportlerin in Zukunft zukommen könnte. Sie ist die Nichte von Abfahrtsweltmeister Michael Walchhofer. Bei den Bewerben auf dem Patscherkofel wird ihre größte Konkurrentinnen aus Frankreich kommen. Es ist Estelle Alphand, die Tochter des früheren Gesamtweltcupsiegers Luc Alphand.

Nicht an den Start gehen wird hingegen die 16-jährige US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Nach ihrem sensationellen dritten Rang im Weltcup-Slalom in Lienz wurde sie von US-Alpinchef Patrick Riml von den Jugendspielen abgezogen, um bei den Weltcuprennen in Kranjska Gora nicht nur um Ruhm, sondern um Geldprämien zu fahren.

(c) DiePresse

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2012)

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1 Kommentare
DerMike
13.01.2012 07:07
0 0

Weg zum Erfolg beginnt in Kinderschuhen

Also los, ihr Gschrappn, eine mit dem Doping. Ich hoffe, es werden alle kontrolliert. Wäre sicherlich ein interessantes Ergebnis!