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Ski: Schilds Serie beendet - Kirchgasser gewinnt

22.01.2012 | 13:13 |  von Michael Köttritsch (Die Presse)

Am Podkoren in Kranjska Gora endete die Siegesserie von Marlies Schild nach fünf Slalomsiegen in Folge. Michaela Kirchgasser nützte den Moment und legte nach ihrer Verletzungspause gleich zwei Mal Laufbestzeit hin.

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[Kranjska Gora] Zwei Überraschungen waren es, die der Damenslalom in Kranjska Gora lieferte: das Ende der Siegesserie von Marlies Schild und den ersten Weltcup-Erfolg von Michaela Kirchgasser im Slalom.
Kirchgasser hatte den Grundstein zu ihrem erst zweiten Sieg im Weltcup im ersten Lauf gelegt. Erstmals in ihrer Karriere war sie als Führende in den zweiten Durchgang gegangen. Mit Laufbestzeit im Finale gewann sie in der Manier einer Marlies Schild.

Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, als die Bedingungen am Podkoren viele Damen vor veritable Probleme gestellt haben: Viele fanden für das Rennen auf dem steilen, eisigen Hang nicht die richtige Abstimmung, allein im zweiten Durchgang schieden sechs Läuferinnen aus.
Michaela Kirchgasser aber schien kaum Probleme zu haben. „Es war total lässig“, sagte sie überschwänglich. „Ich habe mir das erarbeitet, das gibt mir Auftrieb und Motivation.“ Die Piste sei „zum Raufen“ gewesen, aber gerade das habe ihr gefallen.

In der laufenden Saison hatte es Kirchgasser mehrmals unter die besten zehn im Slalom geschafft: In Aspen war sie Neunte, in Courchevel Vierte, in der Flachau Sechste, in Lienz Zehnte und in Zagreb Dritte. Dort zog sie sich allerdings eine Knochenprellung am Schienbeinkopf des rechten Knies zu. Was folgte, war eine Zwangspause. Aus Zagreb aber nahm sie viele „positive Eindrücke des Podestplatzes mit“, schilderte die 26-Jährige während der kurzen Auszeit.

An diese Eindrücke erinnerte sie sich am Start in Kransjka Gora und auch an das Gefühl bei ihrem ersten Sieg in einem Weltcuprennen, im Februar 2007, als sie in der Sierra Nevada einen Riesentorlauf gewonnen hatte. „Ich habe mich voll konzentriert. Nicht mehr und nicht weniger“, schilderte die Filzmooserin. Sie zeigte sich von einer ungeahnt nervenstarken Seite. Denn bislang war sie eher dafür bekannt, nur einen guten Lauf pro Rennen ins Ziel zu bringen.

Mit dem Sieg könnte sie nun auch ein wenig aus dem Schatten von Marlies Schild treten. Die Saalfeldnerin, die die ersten fünf Slaloms der Saison gewonnen hatte, kam im ersten Durchgang auf dem Podkoren nur bis zum zwölften Tor – an dem fuhr sie vorbei. Die 30-Jährige war zu schnell dran, um die Richtungsänderung mitmachen zu können. „Ein Ausfall kann, sollte aber nicht passieren. Jetzt muss ich damit umgehen“, gab sich Schild gelassen. Kurz vorher war auch die Deutsche Maria Höfl-Riesch an dieser Stelle ausgeschieden.

Während Kathrin Zettel im ersten Durchgang noch gröbere Probleme hatte, gelang ihr im zweiten Lauf ein starker Auftritt. Die Niederösterreicherin schob sich vom 17. auf den fünften Rang vor. Vor ihr platzierten sich die Finnin Tanja Poutiainen, die Slowakin Veronika Zuzulova und die slowenische Lokalmatadorin Tina Maze.
Auch Zettel hatte sich vor diesem Rennen eine Auszeit gegönnt und über ihre weitere Karriere nachgedacht: „Die Pause hat mir gutgetan. Ich habe jetzt wieder viel Energie.“

Auch Nicole Hosp gelang im Finale eine deutliche Rangverbesserung von zwölf auf sechs. Zahlreiche Ausfälle in dieser Saison, darunter auch am Vortag im Riesentorlauf, hatten ihr schwer zu schaffen gemacht. „Das war heute extrem wichtig für mich. Ich hatte eine so gute Saisonvorbereitung, und dann ist es bisher so zäh gelaufen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2012)

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