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Ski alpin: Vonn ist doch nicht unschlagbar

29.01.2012 | 17:22 |  Von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Maria Höfl-Riesch entschied die Super-Kombination in St. Moritz hauchdünn für sich und sichert sich ihren ersten Sieg nach elf Monaten. Ein riesiger Satz nach vorn gelang Nicole Hosp. Sie wurde noch Dritte.

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Wien/St. Moritz. Schwimmen verlernt man nicht, mit dem Rad zu fahren auch nicht – und mit den Skiern zu kurven, das schon gar nicht. Zumindest nicht, wenn man Maria Höfl-Riesch heißt. Die 27-jährige Deutsche meldete sich als Siegläuferin zurück, sie gewann in St. Moritz nach Rang zwei in der Abfahrt am Sonntag die Super-Kombination. Drei Hundertstelsekunden gaben den Ausschlag, Lindsey Vonn gab sich mit Rang zwei zufrieden. Die US-Amerikanerin wird sich daher mit ihrem 50. Weltcup-Triumph noch etwas gedulden müssen, die Chancen dazu sollten aber am kommenden Wochenende in Garmisch-Partenkirchen nicht so schlecht stehen.

Vonn, die in den schnellen Disziplinen oft in einer eigenen Liga fährt, nahm die Niederlage sehr sportlich. Der Zwist mit Höfl-Riesch ist längst wieder ausgeräumt, man fiel sich innig um den Hals und freute sich gemeinsam über das Erreichte. „Maria war einfach zu schnell heute“, sagte Lindsey Vonn. „Ich finde das sehr schön, wunderbar, dass sie wieder ganz oben steht.“ Die Deutsche trug bei diesen Sätzen ein Lächeln im Gesicht. „Eine riesengroße Erleichterung“, kommentierte Höfl-Riesch. „Ich hatte in den vergangenen Monaten zu kämpfen, ich war vom Siegen weit entfernt. Jetzt kommen die Rennen bei mir daheim in Garmisch, auf die freue ich mich natürlich ganz besonders.“

Von Platz 28 auf Rang drei

Maria Höfl-Riesch hatte in der Vorbereitung auf diesen Winter mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, es stellte sich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit heraus, in weiterer Folge verlor die Allrounderin sieben Kilogramm. „Ich bin froh, dass ich wieder mehr Kraft habe“, sagt sie. Vor Weihnachten ist die Deutsche dann erkrankt, damit waren die Hoffnungen auf den Gesamtweltcup auch schon dahin. „Lindsey wird sich das nicht nehmen lassen – aber sie hat sich das auch verdient.“ Der Vorsprung von Lindsey Vonn beträgt 554 Punkte, der zweitplatzierten Tina Maze fehlen auch schon 387 Zähler.

Ein riesiger Satz nach vorn gelang Nicole Hosp. Die Tirolerin lag nach dem Super-G nur an 28. Stelle, dennoch wurde sie nach dem Slalom noch Gesamtdritte. Das hat es in der Geschichte der Super-Kombinationen noch nie gegeben. „Das war wirklich super“, meinte sie, weil Eigenlob offenbar doch nicht stinkt. „Ich habe im Slalom Vollgas gegeben, die gute Piste auch hervorragend ausgenützt.“ Die beiden Podestplätze in St. Moritz geben Hosp nun für den weiteren Saisonverlauf Selbstvertrauen. „Was bisher geschehen ist, das haken wir jetzt ab.“ In Garmisch wird die Bichbacherin die Abfahrt sausen lassen, im Super-G aber an den Start gehen.

Die Vorfreude auf Garmisch, wo der Herren-Super-G abgesagt werden musste, ist bei Elisabeth Görgl besonders groß. Sie hat sich dort vor einem Jahr in den Speed-Disziplinen zwei Goldmedaillen geholt. Mit ihrer Leistung in St. Moritz war sie gestern nicht unzufrieden. „Mein Ziel ist es immer, die Grenzen auszuloten. Ich bin gut in Form, ich werde wieder voll attackieren.“ Das will auch Katrin Zettel nach dem Rückfall auf Rang neun. Nach dem Super-G ist sie noch Sechste gewesen.

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