[CHAMONIX/RED.] Romed Baumann würde der im alpinen Skiweltcup vom Aussterben bedrohten Super-Kombination mit Sicherheit eine Träne nachweinen. Denn der Tiroler feierte am Sonntag in Chamonix den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere in dieser Disziplin. Baumann legte die Basis für Platz eins mit einer sensationellen Abfahrt, in der er die Konkurrenz regelrecht deklassierte. Im Slalom brachte der 26-Jährige seine Führung ungefährdet ins Ziel. Der zweitplatzierte Franzose Alexis Pinturault hatte 1,10 Sekunden Rückstand, der Schweizer Beat Feuz wurde Dritter (1,19).
Baumann hat damit am Fuße des Mont Blanc bei zweistelligen Minusgraden ein beeindruckendes Rennwochenende hingelegt. In den Abfahrten belegte der Allrounder die Plätze 4 und 2, am Sonntag folgte nun sein erster Weltcup-Triumph seit der Super-Kombi am 22. Februar 2009 in Sestriere. „Die Abfahrt war sensationell. Es war einfach nur geil. Mich hat der Vorsprung beim Start des Slaloms aber nicht mehr interessiert. Ich wollte einfach sauber, ohne Fehler fahren. Das ist aufgegangen.“
Finale in Sotschi
Der Hochfilzener sorgte für den ersten Kombi-Podestplatz der ÖSV-Herren in diesem Winter. Ivica Kostelić kam nach seinen Kombi-Siegen in Wengen und Kitzbühel diesmal nicht über Rang sieben hinaus. Im Gesamtweltcup liegt der Titelverteidiger weiter klar voran, Kostelić führt mit 941 Punkten vor dem Salzburger Marcel Hirscher (825) und Feuz (793).
Der Weltcup-Tross übersiedelt nun Richtung Sotschi, im russischen Olympia-Ort 2014 stehen am Samstag eine Abfahrt und am Sonntag die letzte Super-Kombination der Saison auf dem Programm. Da steht eine spannende Entscheidung im Kampf um die Kristallkugel bevor. Kostelić führt vor dem „Finale“ mit 236 Punkten nur 16 Zähler vor Feuz. Sogar Baumann (145) hat noch theoretische Chancen. Vielleicht nützt er sie, bevor die alpinen Kombinierer tatsächlich aussterben.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)
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