Ski alpin: Marcel Hirschers Jagd auf das Rote Trikot

20.02.2012 | 16:55 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Marcel Hirscher will im Parallelbewerb auf der Rampe in Moskau den Kroaten Ivica Kostelić als Führenden im Gesamtweltcup ablösen. Die Super-G-Starts in Crans Montana sind noch nicht fix.

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[Wien] Im Herbst 2009 erlebte Moskau die Premiere, damals war das Parallelrennen in Moskau aber ein reiner Promotionbewerb. Der Sieger spielte damals noch keine große Rolle, das Ereignis an sich stand im Mittelpunkt, der Internationale Skiverband (FIS) wollte in erster Linie die Werbetrommel für Veranstaltungen in den Städten rühren. Die persönlichen Erinnerungen an Moskau sind für Marcel Hirscher dennoch präsent, der Salzburger geht optimistisch in den heutigen Bewerb. Das Selbstvertrauen hat der Salzburger mit seinem Doppelsieg in Bansko aufpoliert, wenn er das Achtelfinale übersteht, dann könnte er sich sogar an die Spitze des Gesamtweltcups katapultieren.

Mann gegen Mann

Noch liegt Ivica Kostelić mit 1043 Punkten in Führung, der zweite Verfolger heißt Beat Feuz (973), der Schweizer ist allerdings nicht unbedingt ein Großmeister im Stangenwald. Hirscher hält bei 1025 Zählern, er will den Kampf um die große Kristallkugel bis zum Weltcupfinale offenhalten, „aber ich denke nur von Rennen zu Rennen", sagt der Salzburger.

Kostelić wird in Moskau nun doch nicht an den Start gehen, wobei der rekonvaleszente Kroate alleine schon fürs Antreten 15 Punkte bekommen hätte. Aber das will sich Kostelić, der in München 2011 triumphierte, nicht antun. Die Rampe ist 60 Meter lang, der Bewerb ist für die Zuschauer sehr attraktiv. „Das ist eine super Geschichte", sagt Hirscher. „Und hat Zukunft." Beim Parallelbewerb könne man jeden Fehler klar und deutlich erkennen, „beim Kampf Mann gegen Mann kann man sehen, warum jemand einen Meter verliert".

Ob Hirscher dann am Wochenende auch bei den beiden Super-G-Rennen in Crans Montana an den Start geht, das will er erst nach Moskau definitiv entscheiden. Vom Ausgang des Rennens macht Hirscher das allerdings nicht abhängig, eher vom körperlichen Zustand. „Ich starte nur, wenn ich genug Substanz habe", meint er. Schließlich steht in Crans Montana auch noch ein Riesentorlauf auf dem Programm. „Und die Prioritäten liegen auf meinen Stärken." Oberste Ziele? Gewinn der kleinen Kristallkugeln im Slalom und im Riesentorlauf.

Ohne Cuche und Miller

Die Teilnehmerfelder bei Damen und Herren setzen sich jeweils aus den Top 15 der Weltrangliste zusammen, für Russland gibt es je eine Wildcard. Da mehrere Athleten auf den Trip nach Russland verzichten, darunter der Schweizer Didier Cuche, der US-Amerikaner Bode Miller, aber auch die Österreicher Benjamin Raich und Hannes Reichelt, rutschen schlechter Gereihte nach. Für Österreich sind Hirscher, Baumann, Matt und Schörghofer am Start, sowie Görgl, Fenninger, Schild, Zettel, Kirchgasser und Hosp.

("Die Presse", Printausgabe vom 21. Februar 2012)

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