Knauß: "Hirscher wird der WM-Superstar"

03.02.2013 | 17:03 |   (DiePresse.com)

Hans Knauß über die Einsatzchancen von Marlies Schild im Slalom und den Titelchancen von Marcel Hirscher.

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Hans Knauß, zweifelsohne Schladmings derzeit bekanntestes Gesicht, ist während der alpinen Ski-WM in seiner Heimatstadt im Dauereinsatz. In den letzten Monaten stapelten sich beim ehemaligen Weltklasse-Skirennfahrer die Interviewanfragen. Während der WM wird Knauß nicht nur seinen 42. Geburtstag feiern (9. Februar), sondern vor allem für den ORF (Kamerafahrten, Analysen, Co-Kommentator) sowie seine Werbepartner (Gösser und Audi) Insiderwissen und Schmäh auspacken.

"Das werden ganz schöne knackige zwei Wochen", weiß Knauß, der seine Einheiten im Schladminger Fitnessstudio deshalb schon in den frühen Morgenstunden absolviert. Nur rund zwölf Sekunden langsamer als die späteren Sieger rauscht der ewige Publikumsliebling für den ORF mitsamt Kameraequipment die schwierigen und vereisten Rennstrecken im Skizirkus hinunter.

Harley als pure Entspannung

Am nächsten käme Knauß laut eigener Einschätzung der aktuellen Ski-Weltspitze im Riesentorlauf. "Allerdings nur für 50 Sekunden, dann geht mir das Gas aus", gestand der Sieger von sieben Weltcup-Rennen und Gewinner von drei Medaillen bei Großereignissen, der in Folge einer positiven Dopingprobe im Juli 2005 seine aktive Karriere beendete.

Das Rennfahrerherz in ihm brennt nach wie vor lichterloh, auch einige Runden in einem Rennauto in Spielberg "braucht" Knauß in regelmäßigen Abständen. Ausfahrten mit seiner Harley Davidson betrachtet er hingegen als pure Entspannung. "Das ist für mich so wie für andere Buchlesen oder am See sitzen. Einfach herrlich."

Knauß von Hirscher überzeugt

Für das ÖSV-Team prognostizierte Knauß für die kommenden Tage große Erfolge: "Sieben bis neun Medaillen, davon zwei Goldene." Knauß ist sich sicher, dass Marcel Hirscher dem Druck der Heim-WM standhalten wird. "Er braucht dieses Kribbeln der Heim-WM sogar. Ich bin überzeugt, er wird der Superstar dieser WM."

Im Super-G der Herren hat Knauß aus ÖSV-Sicht vor allem Hannes Reichelt auf der Rechnung, in der Abfahrt seinen steirischen Landsmann Klaus Kröll. Von den äußeren Bedingungen (Länge, schlechtes Licht) erinnere die Abfahrt ein wenig an den schwierigen Klassiker in Bormio. "Deshalb gewinnt da herunter ganz sicher nur ein gestandener Abfahrer."

Von Schild-Start überzeugt

Bei den Damen wünscht Knauß Elisabeth Görgl, dass sie nach einer bisher mäßigen Saison zur "Überraschung der WM" wird. Gemäß seiner Einschätzung wird Marlies Schild bei der WM am Slalom-Start stehen. "Ich hatte dieselbe Verletzung. Nach fünf, sechs Wochen Pause bin in Beaver Creek Vierter geworden. Ich glaube, Marlies wird dabei sein."

So stressig es für Knauß im Winter ist, er genießt jede Sekunde. "Ich könnte unmöglich länger als drei Stunden in einem Büro sitzen. Von 8 bis 17 Uhr im Büro, das wäre nicht der Hans Knauß. Ich brauche Natur und Bewegung."

Zwischen den Ski-Saisonen stehen seine Frau Barbara und die Kinder Nella und Leo an allererster Stelle. "Da wiege ich dann alles auf, was ich im Winter vernachlässigen muss. Ich hol die Kinder von der Schule ab, gehe mit ihnen Skifahren, Radfahren oder Wandern. Das gibt Kraft für den Winter."

Hans ist der prominenteste der drei Knauß-Brüder, die ursprünglich vier waren. Doch Helmut, der älteste der Brüder, kam 1985 im Alter von 23 Jahren bei einem Lawinenunglück nahe Schladming ums Leben. Bernhard, der in seiner aktiven Zeit sechsmal Profi-Weltmeister wurde, arbeitet im Weltcup als Rennsportleiter von Nordica und Blizzard, Franz ist Servicemann bei Fischer.

(APA)

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