Maze will die goldene Fährte von Pärson aufnehmen

07.02.2013 | 17:11 |  Von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Die nächste Goldmedaille scheint für die 29-jährige Slowenin Tina Maze in der Super-Kombination am Freitag reserviert zu sein. Die Titelverteidigerin, Anna Fenninger, äußert sich nur kryptisch.

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Schladming. Tina Maze, die in diesem Winter in den Kreis der alpinen Elite aufgestiegen ist, wird in der Super-Kombination am Freitag (10 und 14 Uhr, ORF1) als Top-Favoritin gehandelt. Es wäre eine große Überraschung, würde die 29-Jährige auf der Planai keine Medaille machen. Eine Goldmedaille hat sie bei diesen Weltmeisterschaften bereits in der Tasche, sie dominiert den Weltcup und sie kann schaffen, was Lindsey Vonn im Vorjahr nicht gelungen ist: Hermann Maiers Rekord von 2000 Punkten zu zertrümmern.

„Dann bin ich schnell“

Maze jammert nicht über die große Belastung, in allen Disziplinen am Start zu stehen. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, in Schladming groß abzuräumen. Viele gehen davon aus, dass die Riesentorlaufweltmeisterin von 2011 im Ennstal auf den Spuren von Anja Pärson wandeln wird. Die schwedische Allrounderin hatte bei ihrer Heim-WM in ?re 2007 fünfmal Edelmetall gewonnen. Darunter befanden sich drei Goldene. Nur einmal war sie ausgeschieden.

Tina Maze, die unweit der österreichischen Grenze aufgewachsen ist, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Superstar entwickelt. Sie hat den slowenischen Verband verlassen, um ihren Kopf durchzusetzen und ist umringt von einem italienischen Betreuerteam. 18 Weltcupsiege stehen bislang zu Buche und mit der enormen Erwartungshaltung scheint sie kein Problem zu haben. „Ich will gut Ski fahren“, sagt sie. „Und wenn mir das gelingt, dann müsste ich auch schnell sein.“

Die Super-Kombination – vor zwei Jahren gewann sie Silber – scheint für Maze maßgeschneidert zu sein. Aber die Slowenin traut dem Frieden nicht ganz. Sie rechnet vor allem stark mit der Deutschen Maria Höfl-Riesch. Aber auch mit Anna Fenninger, der Titelverteidigerin.

Die Stille der ÖSV-Damen

Die 23-jährige Salzburgerin hat den WM-Auftakt verpatzt, im chaotischen Super-G ist sie, wie viele andere auch, an einem Tor vorbeigefahren. Eine vernebelte Angelegenheit, was sie noch immer wurmt. „Es gibt viele Dinge, die mich stören“, sagt sie kryptisch. „Egal, die Sache ist vorbei.“ Fenninger versucht sich auf das heutige Rennen zu konzentrieren, „ich will mein Ding durchziehen“.

Vor zwei Jahren schneite es Gold, wirklich zu rechnen war damit nicht. Auch für die Heim-WM hat sich Fenninger nicht speziell auf die Super-Kombi vorbereitet. Vor allem das Slalomtraining litt in diesem Winter gehörig. Mit einer beherzten Fahrt in der Abfahrt, sagt sie, sei jedoch alles möglich. Dass Rot-Weiß-Rot noch ohne Medaille dasteht, spielt für sie irgendwie keine Rolle. Es ist ihr, so scheint es, auch einerlei. Und der Druck würde auch nicht größer werden.

„Keine Illusionen“

In der bisher einzigen Super-Kombination in diesem Winter sind Nicole Hosp und Kathrin Zettel auf den Rängen zwei und drei gelandet. Für Hosp hat sich dieser Bewerb zur Lieblingsdisziplin entwickelt, die 29-Jährige hat die letzten vier Podestplätze (insgesamt 51) in den gekoppelten Rennen aus Abfahrt und Slalom geschafft. Sie sagt: „Wenn ich in der Abfahrt nicht zu viel verliere, dann lebt die Chance.“

Elisabeth Görgl spricht über ihre Erwartungen ganz offen, „aber wir dürfen uns keinen Illusionen hingeben“. Sie meint damit nicht die Medaillen-Hochrechnungen der Skifans, die Aussage ist auf Tina Maze gemünzt. „Die ist in so einer Topform, dass man in Wahrheit nur staunen kann.“ Sie selbst, in Garmisch doppelt vergoldet, sieht sich nicht als chancenlos. Ihre Aufbauarbeit müsse sich doch irgendwann auszahlen. Wird der Slalom aber zu spezifisch, rückt das Podest schnell in weitere Ferne.

Michaela Kirchgasser berichtete von Problemen mit den Abfahrtsskiern. „Ich habe mich vergangene Woche gefragt, ob ich mir das antun soll. Ich bin nur so in der Gegend herumgewackelt, war kurz vor dem Umfallen.“

2. Abfahrtstraining, Damen

1. Regina Sterz (AUT) 1:53,01 Minuten
2. Anna Fenninger (AUT) +0,16 Sek.
3. Kaufmann–Abderhalden (SUI) 0,36
Weiters, 4. Fischbacher (AUT) 0,47 5. Höfl-Riesch (GER) 0,55 6. Moser 0,57 7. Görgl 0,71 10. Maze (SLO) 1,20 16. Zettel 1,65 18. Schmidhofer 1,72 30. Kirchgasser 3,19 31. Hosp 3,21.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2013)

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