Ski-WM: Damit alle Einsatzkräfte im Bilde sind

09.02.2013 | 18:20 |  ku (Die Presse)

Bei der Ski-WM in Schladming kommt ein völlig neues Sicherheitssystem zum Einsatz. Im Fall des Falls ist ein schnelles und koordiniertes Eingreifen aller Einsatzkräfte notwendig.

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Großereignisse sind oft Katalysatoren für Innovationen – auch wenn man diese bisweilen nicht auf den ersten Blick wahrnimmt. Das gilt auch für die laufende alpine Ski-Weltmeisterschaft in Schladming. Dort finden nicht nur neue Technologien Einsatz, die die Sicherheit der Sportler erhöhen, sondern auch der Zuseher – immerhin können pro Rennen bis zu 32.000 Fans das Geschehen im Zielgelände und entlang der Strecke miterleben.

Im Fall des Falls ist ein schnelles und koordiniertes Eingreifen aller Einsatzkräfte notwendig. Das Problem dabei: Die Informationen sind in vielen Informationssystemen der unterschiedlichsten Organisationen verteilt, diese Systeme sind oft nicht kompatibel, niemand hat einen kompletten Überblick über das Geschehen. Forscher der TU Graz haben gemeinsam mit der Landespolizeidirektion Steiermark und IT-Firmen das System ISOS (Informationssystem Öffentliche Sicherheit) entwickelt, das einen Fortschritt bringen soll. „Wir stellen die Lage und die Position der Sicherheitskräfte, die via Digitalfunk für die Dauer des Einsatzes geortet werden können, auf digitalen Karten dar. Ergänzt wird diese Information mit aktuellem Bildmaterial, das die Einsatzkräfte auch über moderne Smartphones ins System einspielen können“, so Siegfried Vössner, Leiter des Instituts für Maschinenbau- und Betriebsinformatik der TU Graz. Damit sei die Einsatzleitung an ihren Monitoren live über das Einsatzgeschehen informiert und könne die Teams vor Ort effizienter steuern.

Das Schladminger ISOS baut auf einem Projekt namens ISKOS auf, einer Konzeptstudie, die im Rahmen des österreichischen Sicherheitsforschungsprogramms Kiras durchgeführt wurde. Der Kern dieses Projekts war die Konzeption einer IT-Systemarchitektur, die technische Zwänge minimiert. Ergänzend wurden Feldstudien durchgeführt, bei denen die Forscher z.B. der Polizei bei Einsätzen über die Schulter geschaut haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2013)

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