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London: Polizei sucht mit Pranger-App nach Verdächtigen

27.06.2012 | 13:29 |   (DiePresse.com)

Am Smartphone sollen Nutzer Verdächtige identifizieren. Rund 2000 Fotos unidentifizierter Personen sind zum Start verfügbar.

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Londons Polizei setzt bei der Verbbrecherjagd auf Smartphone-Nutzer. Die Metropolitan Police hat mit "Facewatch id" eine eigene App für iPhone, Android und Blackberry vorgestellt. Dort werden Fotos von Verdächtigen präsentiert. Erkennt ein Nutzer eine Person, können über die App umgehend anonym Informationen direkt an die Polizei geschickt werden. Die Bilder zeigen unidentifizierte Personen, "mit denen die Polizei gerne sprechen möchte", heißt es in der Presseaussendung. Die App wurde von jener Firma entwickelt, die der Polizei und Firmen auch ein System anbietet mit dem Verbrechen online gemeldet und Fotos hochgeladen werden können.

29 Personen bereits identifiziert

Zum Start soll die App rund 2000 Bilder aus London zeigen, in den nächsten Wochen wird das Angebot auf ganz Großbritannien ausgweitet, heißt es. Die App ist zwar nur in Großbritannien verfügbar, Facewatch bietet aber auch eine mobile Website, auf der der Dienst weltweit ausprobiert werden kann. Die Bilder stammen offensichlich in den meisten Fällen von Überwachungskameras und zeigen meist vermummte Personen. Britische Medien wie der Independent berichten, dass die Bilder vornehmlich aus der Zeit der Jugend-Krawalle im August 2011 stammen. Laut Presseaussendung konnten bereits 29 Personen mit der App identifiziert werden.

Die britische Überwachungs-Pranger-Tradition

In Großbritannien wird die Zahl der Überwachungskameras auf bis zu fünf Millionen geschätzt. Der Ausbau der Videoüberwachung per CCTV ("closed circuit television") verschlung zeitweise bis zu drei Viertel des Budgets für Kriminalitätsprävention. Am meisten Kameras befinden sich in der Londoner Innenstadt. Noch kämpft die Polizei mit der kaum auszuwertenden Datenflut, Kritiker fürchten aber, dass Gesichtserkennungssysteme die Identifizierung bald automatisieren könnten. Das öffentliche Anprangern wie in der Facewatch-App hat in London Tradition. Bereits 2006 startete im Problemviertel Shoreditch ein freiwilliges Spitzel-Projekt, bei dem rund 20.000 Menschen über den Fernseher auf die Überwachungskameras in der Umgebung zugreifen konnten. Personen, die in der Vergangenheit auffällig waren wurden über den Kanal angeprangert. 

 

(sg)

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4 Kommentare
Gast: Wenn jene die geschützt werden sollten, zu Opfern werden...
27.06.2012 18:33
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Der nächste Schritt ist nicht mehr weit, dann steht drinnen, wegen welche Straftat der Täter gesucht wird...

Kindermißhandlung, der schaut so aus wie der in der APP, schnell eine über den Kopf gehauen, mit derartigen Abschaum nicht lang herumgetan, autsch, das war daneben, Mutter mit Kinder steht alleine da, verwechselt, Irrtum, ein paar fette Schlagzeilen vielleicht und den Rest lesen wir nie wieder...

Ende der Moral, im Sinne des Guten sind derartige Dinge eben nicht vermeidbar...
-
Es ist wohl die größte Ironie de Geschichte, das gerade "The Wall" aus jenem Land kommt, das als erstes die Gedankenkontrolle einführte!

The Wall, Pink Floyd
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Wall

Gast: empörter leser
27.06.2012 15:18
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POLIZEISTAAT!!

wow. das in engald und vor allem london bereits der gesamte öffentliche raum videoüberwacht wird ist bereits alt bekannt. dieser schritt scheint mir jedoch selbst für londoner verhältnisse sehr weit augehohlt. eine app am handy mit hilfe derer jeder mensch auf der strasse die ganze zeit über kontrollieren kann. die geschichte lehrt uns was maßnahmen welche das volk dazu anregen sollen sich selbst und gegenseitig zu bespitzeln für folgen haben. wie lange es wohl dauert bis auch ein gesichterkennungsalgorythmus in die software eingebaut wird und jeder dann auf der strasse einfach jeden fotografiert in der hoffnung eine heldenhafte tat für den staat zu verrichten?! ich hoffe die österreich werden nie so dumm sein und so etwas schweigend hin nehmen. das kann doch nicht sein, hello george orwell, und willkommen an all die nachahmer von menschen die in der vergangenheit grosses auf dem gewissen haben.

Re: POLIZEISTAAT!!

eine logische Folge des allgemeinen Überwachungswahnes und erst die Spitze des Eisbergs ,die Generation Facebook-watch arbeitet ja mit einer gewissen Hingabe an ihrer Entmündigung
Orwell ist da bereits Schnee von gestern
öffentliche Plätze flächendeckend ,Fotofallen in den Wäldern und in Nachbars Hecke
toll

Antworten Antworten Gast: Das ewige Rätsel...
27.06.2012 19:44
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Re: Re: POLIZEISTAAT!!

Wie man so Krotenblöddeppert sein kann sich für derartig billigen Schmarren wie Gesichtsbuch sich selbst zu verkaufen und verraten kann, das bleibt mir wohl bis in alle Ewigkeit ein Rätsel? Die einzige Erklärung ist vielleicht der Welt zu zeigen wie deppert man selbst ist, derartige Logik wiederum übersteigert bei weitem meinen geistigen Horizont.

Das alles ist wahrscheinlich genauso intelligent wie Hotmail zu verwenden zum Schutz der eigenen Persönlichkeit, als Geheimdienst Chef würde ich schon mit der Möglichkeit beide zu verbinden Weihnachten und Ostern feiern, nur ich bekomm noch etwas dazu sämtliche Einkufe mit Kredit und Kundenkarten, als Staat gehe ich dann her und werte die Ideen und Gedanken aus, möchte nicht wissen, wie viele Ideen dort geboren werden die sich vermarkten lasse, und am Ende verkauf ich den Leuten ihre eigenen Ideen, und diese Generation findet es auch noch Geil dafür zahlen zu dürfen.

Kulturkapitalismus, am Ende wird man zum Konsumenten seines eigenen Lebens;-)))