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Wie ein Fisch im Wasser

29.06.2012 | 18:46 |  ANDREAS TANZER (Die Presse)

Mit der Powershot D20 bringt Canon seine zweite Kamera, die bedenkenlos an den Strand und sogar in den Pool mitgenommen werden kann. An Land ist sie allerdings nur eine von vielen.

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Schon optisch signalisiert Canons zweite Outdoorkamera ihre Affinität zu Wasser. Die stilisierte Welle an der Seite wirkt zwar etwas gewollt, aber zumindest ist die in mehreren Farben erhältliche D20 etwas schlanker als das Vorgängermodell D10. Den Hang zu Rundungen behält Canon aber bei.

Wie die meisten wasserdichten gehört die D20 nicht zu den kleinsten Kompaktkameras und ist relativ schwer. Sie liegt aber gut in der Hand – zumindest nachdem man den hervorstehenden Knubbel abgeschraubt hat, an dem die Tragschlaufe befestigt ist. Der Sinn dieser Konstruktion ist rätselhaft. Scheinbar wollte Canon ein rasches Entfernen und wieder Anbringen der Schlaufe ermöglichen, deren Gebrauch zumindest beim Schwimmen empfehlenswert ist.

Ob die D20 tatsächlich zehn Meter Tiefe aushält, wurde nicht getestet. Wasserdicht ist sie jedenfalls, und die Verschlüsse machen einen vertrauenswürdigen Eindruck. Staub und Schmutz dürften ebenfalls kein Problem sein – sofern sie nicht das ungeschützte Objektiv zerkratzen. Das Gehäuse wirkt robust und hat einen Falltest unbeschadet überstanden. Aber Achtung, die „erlaubte“ Fallhöhe, hier 1,5 Meter, bezieht sich üblicherweise auf Spanplatten – Poolfliesen sind härter. Wie es sich für eine echte Outdoorkamera gehört hat die D20 GPS an Bord. Damit können Fotos mit Ortsdaten versehen werden und auf Wunsch speichert die Kamera laufend GPS-Daten, aus denen sich am PC die Route rekonstruieren lässt. Auf der Kamera selbst ist – im Gegensatz etwa zu Nikons AW100 – kein Kartenmaterial installiert. Vor Ort ist die Position nur in Längen- und Breitengraden ablesbar.

 

Fotos guter Durchschnitt

Womit die herausragenden Features abgehandelt wären. Ansonsten ist die D20 eine Mittelklassekamera. Die Bedienung ist einfach. Dass der Zoom mit zwei separaten Tasten bedient wird, ist ungewöhnlich und macht wohl die Abdichtung einfacher. Bei den Szenen-Modi fehlen Panorama oder 3D, dafür gibt es einen Unterwassermodus, der allerdings erst ab einer gewissen Tiefe natürlichere Aufnahmen macht als die Automatik. Der Zwölf-Megapixel-Sensor mit Canons HS-System verspricht gute Ausbeute bei wenig Licht, auch wenn er nicht ganz so effektiv ist wie etwa in der neuen Ixus-Serie. Daran könnte das Objektiv schuld sein, das quer verbaut und nicht allzu lichtstark ist. Auch sein fünffacher Zoomfaktor ist nur Durchschnitt. Beides geht als bei Unterwasserkameras bauartbedingte Einschränkung durch. Die vor allem bei schlechtem Licht merkliche Auslöseverzögerung ist allerdings ein echtes Manko. Die Bilder selbst gelingen im Großen und Ganzen recht gut. Full-HD-Videos werden im Quicktime-Dateiformat gefilmt – bezüglich Direktwiedergabe auf TV oder DVD-Player nicht die beste Wahl.

In Summe ist die D20 als Fotokamera zwar solide, aber unspektakulär. Ihren mit 330 Euro relativ hohen Kaufpreis rechtfertigt sie im Wesentlichen durch ihre Robustheit und den Umstand, dass sie noch ein paar Meter tiefer taucht als so manche günstigere Outdoorkamera. Wer mit seiner Digicam gar nicht tauchen will, ist aber mit anderen Modellen, etwa der Powershot SX 260HS, besser beraten.

Canon Powershot D20

Gefällt. Robust, zehn Meter erlaubte Tauchtiefe, einfache Bedienung, GPS.

Gefällt nicht. Kamera etwas langsam, relativ groß und schwer, eigenwillige Befestigung für Halteschlaufe.


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2012)

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