Leichter, schneller, ausdauernder – an den grundsätzlichen Anforderungen an tragbare Computer hat sich seit den Anfängen der mobilen Rechner nichts geändert. Die jüngste Generation von Prozessoren ermöglicht nun, auch für Endanwender erschwingliche Systeme, die diesen Vorgaben – gemessen am heutigen Stand der Technik – durchaus gerecht werden. Intel stellte dieser Tage in München seine neuesten Prozessoren der Ivy-Bridge-Familie vor und bot dabei auch den Notebook-Herstellern die Gelegenheit, ihre aktuellsten Geräte zu präsentieren.
Hinter dem Codenamen Ivy Bridge verbirgt sich eine neue Serie von Intel-Core-i-Prozessoren, die in 22-nm-Technologie gefertigt und mit sogenannten „dreidimensionalen Tri-Gate-Transistoren“ bestückt sind, die über 15 Prozent weniger Energie brauchen und eine um 22 Prozent höhere Performance erzielen sollen. Die in den Prozessor integrierte 3-D-Grafik-Engine ist sogar doppelt so schnell wie die der ersten Ultrabook-Generation.
21:9, schneller Start, guter Sound
Zu den Highlights, die in München präsentiert wurden, zählt unter anderem das Satellite U840W von Toshiba, das erste Ultrabook mit einem 21:9-Display. Dieses Format ist einerseits für eine perfekte Wiedergabe von Kinofilmen ohne störende Balken ausgelegt, ermöglicht es dem User im Arbeitsalltag aber auch, zwei Dokumente oder zwei verschiedene Applikationen nebeneinander zu überblicken. Das 21:9-Ultrabook ist für das dritte Quartal angekündigt, der Preis wurde noch nicht genannt.
Schneller ist Acer mit seinem bereits erhältlichen Aspire S3. Auch sonst setzt das mit „Green Instant On“-Technologie ausgestattete Ultrabook auf Schnelligkeit. Im Rahmen einer Demonstration zeigte Acer, dass das neue Aspire S3 in 1,5 Sekunden aus dem Standby-Modus heraus wieder betriebsbereit sein kann, und innerhalb von nur 2,5 Sekunden mit dem Internet verbunden ist – was die ohnehin schon ambitionierten Vorgaben für die neue Ultrabook-Generation noch deutlich unterbietet. Preis, je nach Ausstattung, ab 800 Euro.
Asus verbaut die Ivy-Bridge-Prozessoren in seiner ebenfalls bereits erhältlichen Zenbook-UX32A-Serie, die zwischen 800 und 1100 Euro positioniert ist. Diese Geräte mit entspiegeltem Display punkten dank einer gemeinsam mit Bang und Olufsen entwickelten Sonic-Master-Technologie durch eine herausragende Musikwiedergabe.
Samsung setzt bei seiner neuen Serie 5 Ultra auf die neue Prozessorfamilie, wobei der koreanische Hersteller sowohl Consumer-Produkte als auch Modelle für den Business-Einsatz in seinem Portfolio hat. Der Einstiegspreis liegt hier bei etwa 940 Euro.
Besonders klein sind die ersten Ultrabooks von Sony. Die Vaio-T-Serie umfasst neben den 13-Zoll-Modellen T13 auch das T11 mit 11,6-Zoll-Display. Die Vaio-Ultrabooks können wahlweise mit SSD oder als Hybridmodelle mit Festplatte und SSD-Cache-Speicher geordert werden, die Preise starten bei 700 Euro für das T11 und 800 Euro für die 13-Zoll-Modelle.
Hewlett Packard führt mit seinen Ultrabooks Envy 4 und Envy 6 eine neue Rechner-Kategorie mit der Bezeichnung „Sleekbook“ ein, die für hochwertiges Entertainment unterwegs ausgelegt ist. Die Preise beginnen bei knapp 700 Euro. In den günstigen Ausführungen weicht HP die von Intel für Ultrabooks vorgeschriebenen Spezifikationen auf, so kommen etwa auch AMD-Chips zum Einsatz.
Im Business-Umfeld setzten die Ultrabook-Hersteller auf den Trend zu „Bring Your Own“ – Mitarbeiter nutzen ihre eigenen Geräte auch beruflich. Wie HP bei einigen Business-Ultrabooks will auch Fujitsu mit seinen Produkten IT-Administratoren und Enduser versöhnen. Das ab 1000 Euro erhältliche Lifebook U772 ist mit integrierten Sicherheits- und Verwaltungsoptionen bereits für den Business-Einsatz vorbereitet.
Ultrabooks mit Touchscreen
Insgesamt erwartet Intel bis Ende des Jahres rund 110 neue Ultrabooks in Größen zwischen elf und 15 Zoll, wobei Geräte mit Touchscreen für besonderes Interesse bei den Endanwendern sorgen dürften – immerhin ist das künftige Windows 8 dafür prädestiniert.
Auch ultraleichte Convertibles stehen auf dem Programm: Durch einen Drehmechanismus verwandelt sich der Laptop bei Bedarf in ein Tablet. Dieses Konzept ist zwar nicht neu, allerdings waren frühere Konvertibles im Tablet-Zustand ziemlich dick und so unbequem zu handhaben. Die neuen Ultrabook-Convertibles hingegen sollen trotz der darunter versteckten Tastatur kaum dicker als ein normaler Tablet-PC werden.
Games, Info und Navigation
Auch die Integration von Lage- und Beschleunigungssensoren, wie man sie von Smartphones kennt, soll neue Anwendungsmöglichkeiten für Ultrabooks eröffnen. Im Gaming-Bereich etwa kann die Spielfigur durch Kippen und Drehen des Rechners gesteuert werden, was Intel bei der Ivy-Bridge-Präsentation anhand eines Flugsimulators demonstrierte. Eingebaute GPS-Module ermöglichen, dass der User automatisch mit lokalen, für ihn relevanten Informationen versorgt werden kann. Zudem lässt sich das Ultrabook damit auch als High-End-Navi nutzen.
Mit Ivy Bridge sind aber noch lange nicht alle Möglichkeiten der Miniaturisierung und Effizienzsteigerung bei den Prozessoren ausgereizt. Schon im nächsten Jahr will Intel mit einer neuen Chip-Generation unter dem Codenamen Haswell unter anderem die Leistungsaufnahme im Standby-Betrieb auf ein Zwanzigstel reduzieren.
Der Begriff Ultrabooks wurde von Intel kreiert – wohl als Antwort auf den Vormarsch der mit ARM-Prozessoren ausgerüsteten Tablets. Ultrabooks müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Zu den wichtigsten zählen neben Intels Core–i-Chips eine maximale Dicke von 1,8 oder 2,1 Zentimetern für Modelle bis bzw. ab 14 Zoll (plus zwei mm für Convertibles) sowie eine Akkulaufzeit von mindestens fünf Stunden. Bei der neuen Chipgeneration „Ivy-Bridge“ sind auch eine USB-3- oder eine Thunderbolt-Schnittstelle und ein Start aus dem Sleepmodus innerhalb von sieben Sekunden Pflicht.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2012)
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