Deutsche Polizei: Monate Beweismittel-Daten gelöscht

09.07.2012 | 07:41 |   (DiePresse.com)

Ein Software-Fehler kostete Bundeskriminalamt und Polizei Beweismittel in zahlreichen Ermittlungsverfahren.

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Durch eine Software-Panne sind beim deutschen Bundeskriminalamt (BKA) und bei der deutschen Bundespolizei über Monate Beweismittel in Ermittlungsverfahren gelöscht worden. Betroffen sind Daten aus der sogenannten Telekommunikationsüberwachung (TKÜ), wie sie in Ermittlungen gegen Schwerkriminelle und Terroristen gesammelt werden. Das BKA bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag". Gelöscht wurden nach Angaben der Zeitung Daten von abgehörten Telefongesprächen, mitgelesenen E-Mails, Kurzmitteilungen (SMS) und Telefaxen sowie der Lokalisierung von Mobiltelefonen (Funkzellenabfrage).

Daten bereits ausgewertet

Das BKA erklärte, es seien zwar Daten, aber keine Informationen verloren gegangen, weil die Überwachungsdaten vor der versehentlichen Löschung bereits ausgewertet und "aktenkundig gemacht worden" seien. Vor Gericht stünden die Auswertungsbeamten als Zeugen zur Verfügung. Es seien jeweils auch nur einzelne "Mosaiksteinchen" betroffen und keine kompletten Ermittlungsunterlagen gelöscht worden, hieß es.

Die Behörde legte Wert auf die Feststellung, dass die Panne nicht die Ermittlungen gegen Mitglieder und Unterstützer des rechtsextremistischen Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) betreffe.

Gelöscht statt archiviert

Nach Angaben eines beauftragten Wartungsunternehmens habe der Softwarefehler dazu geführt, dass vom 14. Dezember 2011 bis zum 10. Februar 2012 am BKA-Standort Wiesbaden Daten aus TKÜ-Maßnahmen des BKA und der Bundespolizei automatisiert gelöscht wurden. Eigentlich hätten diese jeweils ältesten Datensätze jedoch aus einem Onlinespeicher in ein Langzeitarchiv ausgelagert werden sollen.

Das Bundespolizeipräsidium stellte für Montag eine ausführlichere Stellungnahme in Aussicht. "Das müssen wir ordentlich prüfen", sagte der Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, Gero von Vegesack.

(APA/dpa)

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8 Kommentare

Vor Gericht stünden die Auswertungsbeamten als Zeugen zur Verfügung

Auswertungsbeamte? Zeugen? LOL! Die sind genauso unglaubwürdig wie Komplizen.

Gast: plebs potus
09.07.2012 09:37
5

jeder IT-Experte weiss

das ist haarsträubender Blödsinn... Daten können erst verloren gehen, wenn die dazugehörigen drives geshreddet und verbrannt werden, davon abgesehen sichern alle großen Datenhäuser ihr Zeug über einen externen Datenspeicher rück und dass in Raid-Systemen derenGröße für Otto Normalverbraucher kaum vorstellbar sind.

Hier werden Fahndungsergebnisse vertuscht. und im Besonderen Fall hab ich hier den Verdacht, dass es sich um das Engagement des deutschen Innenministeriums bei den Neonazi-Terrorzellen Deutschlands dreht, da gäbe es ja viel an Verbindungen zu entdecken.

Ich biete mich persönlich an zur Datenrettung, soetwas kann jeder kleine Nerd und ich halte das für AKTIVE SABOTAGE

Re: jeder IT-Experte weiss

ähm, so einfach wie du dir das vorstellst, geht das vielleicht mit einer einzelnen Festplatte. heutzutage aber nicht mehr wie beispielsweise bei virtualisierten Storagesystemen. dieses Zeitalter gehört bereits der Vergangenheit.

aber eine Sicherung wird's trotzdem geben. normalerweise sind das Daten für ein Langzeitarchiv. für solche Daten ist normalerweise ein "WORM" Datenträger gesetzliche Vorraussetzung (IT-Recht).
WORM-Datenträger sind nicht mehr veränderbar!

Re: jeder IT-Experte weiss

Das stimmt voll. Ich bin auch windowsexperte genau wie du. Da sind die daten nicht wirklich weg sondern die tun nur so. Dann musst du das windows aufsetzen und die sind wider da. Das ist immer so aber aufsetzen hilft immer!! Die neonatzi terorrzellen kennen sich halt nicht aus aud dan sagen die das ist voll gelöscht!!!

Antworten Antworten Gast: plebs potus
10.07.2012 14:26
0

Re: Re: jeder IT-Experte weiss

bissl ein Komiker oder wie? Neuaufsetzen, ich fang gleich zum weinen an....

Re: jeder IT-Experte weiss

Genau das hab ich mir gestern auch gedacht, als ich es im Radio gehört habe.

Selbst, wenn Daten versehentlich gelöscht werden, kann man sie meist wiederherstellen. Eine Sicherung wirds ja wohl hoffentlich bei so wichtigen Daten auch geben.

Somit kann ich auch nicht so ganz glauben, dass diese Daten unrettbar verloren sind.

Antworten Gast: Altkater1
09.07.2012 10:48
3

Re: jeder IT-Experte weiss

Nein - nein - die Daten dieser ominösen "NSU" sind ja angeblich schon gesichert.

Das ist ja das wichtigste! ;-))

Alle anderen "Terror- und Mafia-ähnlichen Organisationen" fallen ja unter: "ferner liefen" und "nicht so tragisch".


Das wäre doch was

für unsere Politikerfälle, einfach gelöscht!

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