Anfang September trifft sich in Berlin wieder die Elektronik-Branche zur großen Herbstschau. Die IFA ist eine der größten Messen ihrer Art und jedes Jahr enthüllen hier viele Hersteller ihre Neuheiten für den europäischen Markt. Im Vorfeld lädt der Veranstalter zu Vorschau-Events und DiePresse.com hat sich dort nach den diesjährigen Trends umgehört.
OLED
OLEDs (Organic Light Emitting Diode) werden bereits seit Jahren als die Bildschirm-Zukunft gefeiert. Bislang war die Produktion großer Displays aber zu teuer, weshalb sich die Technologie vornehmlich bei Smartphones und Tablets durchgesetzt hat. Das soll sich nun ändern. Bereits im Frühjahr hatte LG einen 55 Zoll großen OLED-Fernseher in den USA gezeigt und bringt diesen im Herbst auch nach Europa. Die Technologie ermöglicht stromsparende, hauchdünne und kostrastreiche Bildschirme. Samsung und Panasonic haben ebenfalls bereits größere OLED-TVs präsentiert. Auch andere Hersteller bestätigten auf der "IFA Preview"-Veranstaltung in Berlin, dass OLED ein wichtiger Trend sei - ihre neuen "Flaggschiff"-Fernseher heben sich die meisten Firmen aber als Überraschung für die IFA selbst auf.
Mehr Zoll, kein Rahmen, 4K
Die Fernseher werden größer. Waren bisher 42 bis 46 Zoll in Europa quasi Standard für den durchschnittlichen Großbildfernseher, wird auf der kommenden IFA kaum ein Gerät mit unter 50 Zoll zu sehen sein. Samsung etwa zeigte bereits auf der Vorschau-Veranstaltung einen Fernseher, der nur in den Größen 65 und 75 Zoll auf den Markt kommen wird. Je größer die Fernseher, desto höher sollte auch die Auflösung sein, damit der notwendige Sitzabstand zum Gerät nicht die durchschnittliche Wohnzimmergröße sprengt, erklärte ein Panasonic-Vertreter. Dementsprechend wird auf der IFA Full-HD von 4K abgelöst. Dabei vervierfacht sich die Pixelanzahl auf rund 4000 x 2000 Pixel. Auf der Preview-Veranstaltung zeichnete sich auch ein Design-Trend für die neuen TVs ab: Der Kampf um den schmalsten Rahmen, der künftig kaum mehr sichtbar sein wird.
Smart TV & Google TV
Die Hochzeit von Internet und Fernsehen zieht sich nun bereits seit Jahren und wird auch auf der diesjährigen IFA wieder Thema sein. Sony setzt nach wie vor auf Google TV, das nach langwierigen Startschwierigkeiten ab Herbst auch endlich für den deutschen Markt verfügbar sein dürfte. Zur Preview-Veranstaltung war noch nicht klar, welche Inhalte genau geboten werden - offenbar wird bis zur letzten Sekunde an dem fertigen Produkt gefeilt. Auch, ob Google TV auch in Österreich verfügbar sein wird, war noch unklar. Philips, LG und andere Hersteller setzen künftig bei Smart TV auf einen gemeinsam entwickelten Standard, der plattformübergreifende Apps ermöglicht (Smart TV Alliance).
Ultrabooks
Dünn, leicht, energiesparend aber besonders leistungsstark. So stellt sich der Prozessor-Hersteller Intel ein Ultrabook vor. Das Ergebnis wirkt wie die Windows-Antwort auf Apples MacBook Air und wird auf der IFA 2012 von beinahe jedem Hersteller angeboten. Insgesamt 60 neue Modelle soll es laut Intel von diversen Herstellern wie Sony, Toshiba oder Samsung zur IFA geben. Da Windows 8 auch speziell für Touchscreens entwickelt wurde, ist wohl das eine oder andere Ultrabook-Tablet-Hybrid-Gerät zu erwarten.
Kleine Tablets
Bei Tablets geht der Trend in Richtung 7 Zoll. Toshiba zeigte auf der Preview bereits eine kleine Version seines Android-Tablets. Google lässt sich von Asus ebenfalls einen 7-Zoller produzieren und auch der nächste Kindle Fire soll ein Tablet-Winzling werden. Gerüchteweise soll ja auch Apple an einem Mini-iPad arbeiten - der verschwiegene Konzern wird das aber weder jetzt, noch auf der IFA kommentieren oder gar bestätigen.
(sg)
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