Die Ära der Musik-CD geht langsam, aber sicher zu Ende: In Österreich wird laut einer aktuellen Studie des Verbandes der heimischen Musikwirtschaft, IFPI Austria, bereits jeder fünfte Musiktitel online gekauft, in den USA sind es bereits 50 Prozent. Im Schnitt bezahlt man heute für ein legal heruntergeladenes Lied etwas mehr als einen Euro, was sich in etwa mit den herkömmlichen CD-Preisen deckt. 750.000 User haben in Österreich im Vorjahr insgesamt rund 16 Millionen Titel legal aus dem Internet heruntergeladen, der Umsatz, den die 32 hierzulande aktiven Onlineshops damit erzielten, lag bei 24 Millionen Euro.
Geliehene Musik
Neben den kommerziellen Downloads hat sich mittlerweile ein weiteres Musik-Vertriebsmodell etabliert: das sogenannte Streaming. Der Konsument kauft nicht mehr einen bestimmten Titel, sondern erwirbt gegen eine monatliche Gebühr das Recht, jeden beliebigen Song auf seinem PC oder Handy anzuhören, sooft er will, und solange das Abo läuft. Diese Form des Musikkonsums ist für den Nutzer wesentlich billiger als die Downloadvariante – eine Premium-Mitgliedschaft bei Spotify, Deezer oder Simfy beispielsweise kostet nur etwa zehn Euro pro Monat. Geködert werden die Kunden von den Anbietern auch durch Gratisangebote. Diese verfügen allerdings über einen stark eingeschränkten Leistungsumfang und nerven durch Werbeeinschaltungen. Wer die Onlinemusik wirklich genießen will, kommt um ein bezahltes Abo daher nicht herum.
Das Streaming-Modell hat aber einen gravierenden Nachteil: Man kann die Musik nicht auf jedem beliebigen Gerät abspielen. Während man aus dem Netz heruntergeladene oder von einer CD konvertierte MP3 auf jedem beliebigen MP3-Player abspielen kann, wird kommerzielles Streaming erst von wenigen Geräten unterstützt. Zu diesen gehören etwa der neueste Heimkino-Receiver von Onkyo, einige Geräte der Philips Streamium-Familie, das Digital Music System von Sonos oder die Logitech Squeezebox (Modell Radio beziehungsweise Touch). Mit ihnen lassen sich etwa die Premium-Services von Spotify problemlos nutzen, wobei die beiden Letztgenannten auch zu Deezer kompatibel sind.
Rechtliche Einschränkungen
In der Regel sind Streaming-Dienste aber sowieso eher für eine Smartphone- oder PC-Nutzung interessant, wobei nicht unbedingt eine permanente Verbindung mit dem Internet vorausgesetzt wird. In Verbindung mit dem sogenannten Offline-Modus können Musikdateien bei Bedarf im Computer- oder Handyspeicher zwischengelagert und später beispielsweise im Flugzeug oder im Ausland abgespielt werden. Aufgrund eines ausgeklügelten Digital Rights Management (DRM) ist es allerdings nicht möglich, die Songs auf ein anderes Gerät zu übertragen und dort abzuspielen. Theoretisch besteht zwar die Möglichkeit, den Audiostream während der Wiedergabe am PC über eine Software wie „Audials Tunebite“ mitzuschneiden und dann als MP3 abzuspeichern, dabei riskiert man aber eine Verletzung der Nutzungsbedingungen von Spotify und Co.
Soziale Netzwerkanbindung
Ein wesentliches Plus der Streaming-Dienste ist ihre Verknüpfung mit sozialen Netzwerken wie Facebook. So kann man seine eigenen Wiedergabelisten mit Freunden teilen und umgekehrt auf diese Weise selbst auf neue Titel stoßen.
Ein raffiniertes Community-Tool ist die in Österreich entwickelte Handy-App „Moosify“, die den Benutzer dabei unterstützt, Leute mit ähnlichem Musikgeschmack kennenzulernen. Als Basis dafür dient ein Spotify-Account. Auch die Locations, in denen der Benutzer verkehrt, werden bei der Suche berücksichtigt. Die App ist sowohl für Android- als auch Apple-Handys verfügbar.
Die App „Sonarflow“, die auf iPhone und iPad läuft, greift ebenfalls auf Spotify als offene Musikplattform zu: Die Software erstellt aus dem bei Spotify hinterlegten Profil sogenannte Playlist-Bubbles, in denen dem Benutzer durch einfaches Antippen ähnliche Interpreten und Titel vorgestellt werden. Die deutsche App „Eventim“ hingegen nutzt Spotify, um auf aktuelle Musik-Events in der Nähe aufmerksam zu machen.
WEITERE INFORMATIONEN UNTER
www.spotify.at
www.simfy.at
www.deezer.com
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