19.05.2013 08:58 Merkliste 0

Sony RX100: Kleine Kamera mit großen Ambitionen

24.07.2012 | 16:57 |  Von Andreas Tanzer (Die Presse)

Sony hat bei der RX100 einen großen 20-Megapixel-Sensor samt hochwertiger Optik in ein kleines Gehäuse gesteckt. Damit will der Hersteller eine wirklich kompakte Alternative zu Spiegelreflexkameras bieten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Sonys neue RX100 sorgt mit 20 Megapixel – verbaut in einem kleinen Gehäuse – für Aufsehen. Ein Sensor, der viermal so groß ist wie der von normalen Cybershot-Kameras, soll dafür sorgen, dass sie auch entsprechend scharf dargestellt werden können. Passend zum großen Sensor hat Sony der RX100 ein Zeiss-Objektiv spendiert, das sich durch hohe Lichtstärke (1,8 bis 4,9) und geringe Bautiefe auszeichnet. Dafür musste man beim Zoom (3,6-fach) Kompromisse eingehen.

Breite Zielgruppe

Das Gehäuse verdient – im Gegensatz etwa zu Wechselobjektivkameras – tatsächlich das Prädikat „hosentaschentauglich“. Ansonsten ist es unspektakulär. Auffälligstes Merkmal ist der Objektivring, mit dem diverse Funktionen geregelt werden können. Das ist praktisch und soll wohl auch ein wenig Profi-Feeling vermitteln.

Bei den Features will Sony eine breite Zielgruppe ansprechen. So findet sich auf dem Wählrad neben den gängigen manuellen Einstellungen etwa eine „überlegene Automatik“, die nicht nur Parameter wie Blende und Belichtungszeit wählt, sondern auch tief in die Trickkiste greift und bei Bedarf HDR-Bilder mit zwei Aufnahmen schießt. Stöbert man in den Menüs, findet sich unter anderem ein Porträtmodus, der den Hintergrund künstlich absoftet, um profihaft anmutende Tiefenschärfe-Effekte zu erzielen – für Laien witzig, gestandene Fotografen hingegen wenden sich mit Grausen ab. Ein 3-D-Modus geht zwar nicht unbedingt ab, sein Fehlen ist aber angesichts der sonstigen elektronischen Spielereien verwunderlich.

Und wie werden die Bilder? Auch ohne Messlabor ist leicht zu erkennen, dass sie deutlich über dem üblichen Kompaktkamera-Niveau liegen. Zwar unterschlägt eine übereifrige Automatik mitunter feinste Details, allerdings ist dies nur bei in der Praxis kaum relevanten Vergrößerungen bemerkbar. Puristen sollten die Option nutzen, im RAW-Format zu speichern. Aber auch als JPEG liefert die RX100 respektable Bilder, wobei der ausfahrbare Blitz meist im Gehäuse bleiben kann. Tritt er in Aktion, leuchtet er selbst größere Räume gut aus und bändigt andererseits seine Energie bei näheren Motiven entsprechend. Profis mögen die Option eines Aufsteckblitzes vermissen, die Zielgruppe will aber ohnehin kein Zubehör mitschleppen.

Fast wie eine Spiegelreflex

Gestandene Fotografen werden ob der elektronischen Helfer die Nase rümpfen oder sich fragen, ob – großer Sensor hin oder her – ein paar Megapixel weniger nicht doch sinnvoller gewesen wären. Wer die Sache nicht ganz so puristisch sieht, hat mit der RX100 eine echte Immer-dabei-Kamera, die von der Bildqualität zumindest in die Nähe einer Spiegelreflex kommt und mit ihrer Vielzahl an manuellen und automatischen Optionen Anfänger wie Fortgeschrittene zum Experimentieren einlädt. So gesehen ist der Preis von 650 Euro durchaus angemessen – allerdings nur, wenn man einerseits hohe Ansprüche hat und sich andererseits partout nicht mit einer Fototasche anfreunden kann. Ansonsten gibt es günstigere oder vielseitigere Alternativen.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

JobNavi3 Jobs auf

» Mehr Tech-Jobs auf Karriere.DiePresse.com