Dockingstationen für Apples i-Riege erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Ein typischer Vertreter ist das 250 Euro teure Pure Contour 200i Air, das mit Airplay nicht nur dem Trend zu Drahtlosverbindungen Rechnung trägt, ein Digitalausgang ermöglicht auch die verlustlose Weiterleitung an die heimische Hi-Fi-Anlage – i-Docks dienen längst nicht mehr nur als Nebenstellen für Küche oder Büro, sondern mausern sich zur primären Musikquelle im Wohnzimmer.
Entsprechend präsentiert sich Samsungs neues Audio-Flaggschiff, DA-E750, nicht als Ergänzung, sondern als Ersatz für die herkömmliche Hi-Fi-Anlage. Diesen Anspruch demonstriert das Audio-Dock mit schwarzem oder rötlichem Mahagonigehäuse, im Inneren unterstreicht ein Röhrenvorverstäker die Ambitionen als hochwertige Audio-Anlage. Die Röhrentechnik, die im Ruf steht, einen besonders warmen Klang zu produzieren, wird mit einem Class-D-Digitalverstärker kombiniert, der mit 2 x 20 Watt plus 60 Watt für den integrierten Subwoofer für die notwendige Power sorgen soll.
Bei den Anschlüssen hat Samsung mit einem Dual-Dock auch an Kunden des großen Konkurrenten gedacht. Neben den hauseigenen Galaxy-Smartphones können auch iPhone, iPod und sogar iPad angesteckt werden. Für die eigenen Galaxy Tabs ist allerdings kein Platz. USB ist ebenfalls vorhanden, auf einen analogen Eingang, etwa für CD-Player, wurde verzichtet. Die physischen Anschlüsse werden durch drahtlose Übertragungsmöglichkeiten ergänzt. Auch hier gibt sich das DA-E750 für alle offen. Neben Apples Airplay wird Samsungs AllShare unterstützt, via WLAN können auch andere DLNA-fähige Quellen mitspielen. Alternativ steht Bluetooth (mit dem hochwertigen apt-x-Codec) zur Verfügung.
Daneben bringt Samsung zwei günstigere Docks auf den Markt, die an ein liegendes, gebogenes Horn erinnern, an dessen Enden sich die Lautsprecher befinden. Die Modelle DA-650 und das kleinere DA-550 sind mit konventionellen Digitalverstärkern (insgesamt 60 beziehungsweise zehn Watt) ausgestattet und verfügen ebenfalls über Dual-Dock sowie die kabellosen WLAN- und Bluetooth-Optionen des DA-E750.
Lautsprecher mit WLAN
Die kabellose Übertragung steht auch bei den neuen Lautsprechersystemen von Pioneer im Vordergrund, die zwar mangels der typischen Steckanschlüsse keine Dockingstationen im engeren Sinn sind, sich aber mit Airplay an dieselbe Zielgruppe richten. Für Nicht-Apple-Besitzer unterstützen die Pioneer-Aktivlautsprecher auch DLNA, HTC Connect und Wi-Fi Direct, mit dem kompatible Geräte ihre Daten direkt ohne Netzwerk übertragen können. Wie Samsung verspricht auch Pioneer ein einfaches Setup für Airplay und WLAN. Auch B & W hat gerade eine App für sein erfolgreiches Zeppelin Air veröffentlicht, die die mühsame Erstinstallation erleichtern soll.
Pioneer bringt insgesamt drei Modelle auf den Markt, die neben den Drahtlos-Optionen über Analogeingang sowie USB verfügen. Am USB–Anschluss können portable Geräte auch geladen werden. Das mit fünf Lautsprechern ausgestattete SMA4 und das kleinere SMA1 kommen im August für 350 und 250 Euro, im September folgt das 300 Euro teure SMA3, das dank integrierten Akkus auch für den Garten oder unterwegs geeignet ist.
Ebenso bringt Sony drei WLAN-Aktivlautsprecher mit Airplay. Der konische NS-510 für 350 Euro verspricht mit vier integrierten Lautsprechern und Subwoover Rundumklang. Dank integrierten Akkus kann der NS-510 überall platziert werden, ohne dass auf das Vorhandensein einer Steckdose geachtet werden muss. Zwei kleinere Modelle ohne Akku hat Sony ebenfalls im Sortiment.
Theoretisch ganz ohne Stromanschluss kommt das Lextronix Soulra XL SP500 aus. Die in seiner aufklappbaren Abdeckung integrierten Solarzellen laden das Dock im Bestfall in fünf Stunden, der eingebaute Akku soll für acht Stunden reichen. IPhone oder iPad werden in einen eigenen Schacht gesteckt, für andere Player gibt es einen analogen Eingang. WLAN oder Bluetooth fehlen allerdings.
UKW–Radio hat Seltenheitswert
Auch das NX A1 von JVC verzichtet auf drahtlose Verbindungen. Dafür will das zylinderförmige Dock mit vier nach allen Seiten abstrahlenden Lautsprechern plus nach unten feuerndem Subwoover raumfüllenden Klang mit insgesamt 40 Watt liefern. Neben Docks für iPhone/iPod und USB sowie Analogeingang hat das JVC NX A1 auch einen UKW-Tuner an Bord. Bei den anderen Docks kommt Radio nur über entsprechende Apps auf den Handys oder Tablets.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)
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