Festplatten nutzen Magnetscheiben, Smartphones und Tablets Flash-Speicher. All diese Technologien verblassen aber im Vergleich zu biologischem Speicher. Forschern der Harvard-Universität ist es gelungen, 700 Terabyte an Daten in einem einzelnen Kubikmillimeter DNA zu speichern. Damit konnten sie den bisherigen Rekord für Speicherdichte um den Faktor 1000 erhöhen. Würde man herkömmliche Speichermedien nutzen, würde man 233 Festplatten zu je 3 Terabyte mit insgesamt 151 Kilogramm benötigen, wie Extremetech vorrechnet. Die Forscher machten 70 Milliarden Kopien eines Buches und legten sie erfolgreich in der DNA ab.
400.000 Jahre haltbar
Theoretisch könnte man alle Informationen, die die Menschheit in einem Jahr produziert, auf vier Gramm DNA speichern, sagt Sriram Kosuri, einer der an dem Projekt beteiligten Forscher. Im Vergleich zu anderen Speichermethoden hat DNA, das Molekül, das Erbinformationen von Lebewesen speichert, den Vorteil, bei Raumtemperatur stabil zu sein. "Man kann es überall hinwerfen, in die Wüste oder im Hinterhof und es wird 400.000 Jahre später noch da sein", sagt Harvard-Spezialist George Church. Allerdings dauert das Speichern und Auslesen deutlich länger als bei konventionellen Methoden.
Mensch als Datenspeicher
Für ihr Projekt nutzten die Forscher keine lebenden Organismen, sondern kommerziell erhältliche DNA-Mikrochips. Theoretisch könnte man in DNA-gespeicherte Informationen in jede beliebige Zelle integrieren. Auf die Weise könnte man etwa brisante Informationen vergleichsweise unbemerkt transportieren, etwa in die Haut integriert. Allerdings hält sich Speicher-DNA in einem Organismus nicht allzu lange. Sofern dieser in der neuen Erbinformation keinen Nutzen sieht, würd er sie mutieren und die Daten letztendlich zerstören, erklärt Church.
(db)
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