21.05.2013 16:46 Merkliste 0

Europa verliert an Bedeutung für globalen IT-Markt

24.09.2012 | 14:03 |   (DiePresse.com)

Nur 15 der 100 weltgrößten IT-Unternehmen haben ihren Sitz in Europa.In allen wichtigen Segmenten geht es bergab, prognostiziert A. T. Kearney.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Europa verliert nach Einschätzung von Marktanalysten an Bedeutung für die weltweite Computer- und IT-Industrie. Nur 24 Prozent des globalen Umsatzes mit IT-Dienstleistungen, IT-Hardware, Software sowie Telekom-Diensten und -Produkten habe Europa 2011 erwirtschaftet - Tendenz weiter sinkend, sagte Axel Freyberg, Partner der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney am Montag. In allen wichtigen Segmenten verzeichne Europa rückläufige Zahlen. Für eine moderne Wirtschaft sei ein gut funktionierender Hightech-Sektor jedoch eine wesentliche Grundlage.

Weniger als zehn Prozent der Umsätze

Lediglich 15 der umsatzstärksten hundert Unternehmen der Informationstechnik und Telekommunikation haben demnach ihren Hauptsitz in Europa. Und weniger als zehn Prozent der Umsätze in der Branche würden die Top 100 einer aktuellen Untersuchung zufolge in Europa noch generieren. Kernbranchen wie die Automobilindustrie oder der Maschinenbau bedürften allerdings einer "agilen und innovativen europäischen Higtech-Industrie", so die Marktbeobachter von A.T.Kearney. Für die Stärkung sei eine gemeinsame europäische Hightech-Strategie nötig. Nationale Alleingänge könnten im globalen Wettbewerb nicht mithalten.

Europäische IT-Unternehmen in den Top 100

  • Capgemini
  • Atos
  • T-Systems
  • Capita
  • Logica
  • SAP (Services)
  • SAP (Software)
  • BT GS
  • Sage
  • Ericsson
  • Alcatel-Lucent
  • Nokia Siemens Networks
  • Nokia
  • Philips
  • STMicroelectronics

Um die Zukunft der Computer- und IT-Industrie in Europa zu sichern, sind nach Einschätzung der Analysten von A.T.Kearney mehrere Erfolgsfaktoren wichtig. Dazu zähle zum Beispiel die verstärkte Bildung von paneuropäischen Forschungszusammenschlüssen (Cluster), damit die finanziellen Mittel für Innovationen nicht zu breit und damit zu flach gestreut würden. Zudem müsse es mehr qualifizierte Abschlüsse in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie) geben.

Start-ups besser fördern

Zudem mahnen die Marktbeobachter eine bessere und nachhaltigere finanzielle Unterstützung von Start-ups in der Branche durch Regierungen und EU-Institutionen an. Dabei müsse die Finanzierung neben der reinen Starthilfe auch das Wachstum und die Internationalisierung sicherstellen.

Schließlich raten die Marktbeobachter dazu, den Fokus nicht auf den Verbrauchermarkt, sondern auf Lösungen für Geschäfte von Unternehmen untereinander (Business to Business) zu legen. So könne Europa mit industriellen Anwendungen in der Automobil- oder Maschinenbau-Industrie ein Alleinstellungsmerkmal entwickeln.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

5 Kommentare

Hitech ist nicht nur IT

Seltsam daß Hightech immer mit IT verbunden wird.
Europa ist führend im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie usw. Das isnd alle samt absolute Hightechidnsutrien.
Europa gibt ausserdem die Gangart in der industriellen Steuerungstechnik (spezielle Form der Computertechnik) vor usw.
Also was soll da das gelabber?
Wahrscheinlich kann man sich 100 andere Industriezweige suchen in denen Europa führend ist und dann prophezeien daß die Europa zusammenbricht weil es sich zu sehr auf das eine konzentriert usw.
Alles blablabla

Antworten Gast: Auslandsoesterreicher
25.09.2012 08:19
2 0

Re: Hitech ist nicht nur IT

100% Zustimmung!

und...Eisenbahnbau, Stahlveredelung, Flugzeugindustrie, Raketenindustrie, Papierindustrie ..... Europa ist fuehrend auch hier, (tw.) noch vor den USA!

Hier in Asien verdient man in der sog. High-Techindustrie "CALLCENTER" 50 Euro/bei 8 Std. tgl./Monat!!
Beim Zebrastreifen-Pinseln werden hier 8 Arbeiter eingesetzt (in Europa 1 Mann der Strassenmeisetrei mit Maschine)!!
Beim Strassenbau wird Handwerksarbeit mit 20 Arbeitern betrieben (in Europa 2 Maschinen und 2-4 Arbeiter).

Asien (ausser Japan) schafft seine "mageren" (auch da zu wenig) BIPs nur durch die (noch) geringeren Labour-Costs bzw. durch den billigeren Nachbau europ. Produkte (sogar IKEA wird kopiert) bzw. die versteckten Exportsubventionen bzw. Kein Marktzugang (Indien, China) oder hohen Importzöllen (400% für europ. Autos in Singapur!). Innovation oft fehl am Platz!

Ich weiss wovon ich spreche, denn ich lebe hier in Asien.

...ein gluecklicher Auslandsoesterreicher


Antworten Antworten Gast: Baguio
25.09.2012 20:22
2 1

. . . gewiss ist Europa High-tech noch top

doch wie Lange noch?
Die Politik hat Computer und High Tech und damit IT verschlafen.
Die Pfründe- und Privilegienwirtschaft hat die Zukunft verprasst.
Und der Euro wird zum Mühlstein Europas.

Gast: Mainframer
24.09.2012 17:46
1 0

Alles zur Erhaltung unseres Status Quo

und viel zu wenig in künftige Technologien. Das ist der Preis den wir dafür bezahlen müssen. Die Zinseszinsen zahlen ja unsere Kinder. Dank des angestrebten Bildungsniveaus können sie es dann nicht mehr nachrechnen.

Re: Alles zur Erhaltung unseres Status Quo

Das ist aber logisch...

Der Protektionismus der europaischen Staaten führen dazu. Die Europaer sollten auch langsam davon absehen, dass sie die Bauchnabel der Erde seien!

JobNavi3 Jobs auf

» Mehr Tech-Jobs auf Karriere.DiePresse.com