Der angeschlagene Handyhersteller Nokia könnte seine Konkurrenten bald in einem anderen Bereich überholen. Während Apple und Google mit ihren "Maps" um die Gunst der Smartphone-Nutzer buhlen, holt Nokia mit seinem digitalen Kartendienst immer mehr Unternehmen an Bord. Am heutigen Montag soll ein Deal mit Oracle bekannt gegeben werden, berichtet das Wall Street Journal. Auch der Rabatt-Gutschein-Anbieter Groupon und der Online-Händler Amazon haben bereits Google Maps gegen Nokias Lösung getauscht. Yahoo kooperiert bereits seit längerem mit den Finnen.
Navteq-Übernahme um acht Milliarden Dollar
Nokia Maps geht zurück auf die Übernahme des Karten-Spezialisten Navteq im Jahr 2007 um rund acht Milliarden Dollar. Als der jetzige Nokia-Chef Stephen Elop 2010 das Ruder übernahm, rückte das Karten-Geschäft immer stärker in den Fokus. Vergangenes Jahr wurde daraus die Sparte "Location & Commerce", die laut Wall Street Journal 2011 bereits 1,2 Milliarden Umsatz einbrachte.
Seit dem jüngsten Update sind Nokia Maps auch fixer Bestandteil von Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 8 und dienen Nokia als wichtiges Verkaufsargument. Als Apple Google Maps am iPhone kürzlich durch einen hausgemachten Dienst ersetzte, der durch zahlreiche Fehler viele Nutzer verärgerte, warb Nokia unverholen damit, dass Nokia Maps über den Browser des iPhones genutzt werden könne.
(sg)
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