22.05.2013 04:41 Merkliste 0

eBook.de will Wasserzeichen statt Kopierschutz

11.10.2012 | 12:00 |   (DiePresse.com)

Der vormals Libri.de genannte Anbieter will mit der Maßnahme die Einstiegshürden für elektronischen Buchkonsum senken.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Online-Shop eBook.de will sich dafür einsetzen, den Umgang mit digitalen Büchern durch einen Verzicht auf einen strikten Kopierschutz zu vereinfachen. "Zum Start haben wir 10.000 Titel mit Wasserzeichen, die keinen Kopierschutz mehr haben", sagte Geschäftsführer Per Dalheimer am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. Stattdessen werden diese digitalen Buchausgaben "nur noch geimpft mit anonymisierten Daten der Nutzer, so dass man die Kopien zurückverfolgen kann". Der Anbieter, der sein Portal zur Buchmesse von Libri.de in eBook.de umbenannt hat, will nun mit Verlagen darüber reden, "wo wir diesen Schritt machen können und wo das noch etwas Zeit braucht".

Offenheit als Zukunft der Branche

Wer illegale Inhalte im Internet herunterlade, werde immer Wege dazu finden, sagte Dalheimer. Für die sich rechtmäßig verhaltenden Kunden könne die Wasserzeichen-Technik das E-Book-Lesen aber bequemer machen. "Ich hoffe, dass wir eine Liberalisierung erreichen können, verstehe aber auch die Verlage, wenn sie auf einem Kopierschutz bestehen", sagte der Geschäftsführer. Er würde es aber begrüßen, wenn das Wasserzeichen-Verfahren in der Branche verstärkt aufgegriffen würde. Die Zukunft der Branche liege in der Offenheit von Formaten und Plattformen. Passend dazu hat eBook.de auch sein neues Logo gewählt, einen stilisierten Vogel: "Der steht für grenzenlos frei."

"Explosion" bei E-Books

"Bei E-Books besteht eine unglaubliche Dynamik, und wir sind mitten in dieser Revolution dabei", sagte Dalheimer. Das Hamburger Unternehmen habe als Pionier schon 2005 E-Books eingeführt. Drei Jahre lang habe sich dann kaum etwas getan, bis Libri.de zusammen mit Sony 2009 die E-Books im Epub-Format eingeführt habe. Seitdem werde die Nachfrage kontinuierlich größer. Nach einer "Explosion im ersten Halbjahr" werde dieses Jahr voraussichtlich ein E-Book-Anteil von drei Prozent am Buchmarkt mit seinem Volumen von annähernd zehn Milliarden Euro erreicht. Im nächsten Jahr erwarte er einen Anteil von fünf bis sieben Prozent.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

E-Books werden nie so betroffen sein von illegalen herunterladen

wie Film und Spielewelt. Da man einen fairen Preis ansetzt. Bspw. Ken Follet Winter der Welt als E-book 9,95(auf Englisch) und das für mehr als 30 Stunden Lesevergnügen. Das Problem ist, dass die Leute nicht mehr den Wert eines Produktes kennen, zeitgleich aber auch im Recht sind wenn sie sagen, dass das Produkt überteuert ist.

Weiters machen es einen viele Anbieter nahezu unmöglich unkompliziert per 1-click Download einzukaufen. Sowie Grenzübergreifend die selben Rechte zu genießen. Aktuelles Beispiel aus der Spielebranche Dishonered sowie Xcom, warum werde ich als Europäer 3-4 Tage benachteiligt den Content zu erhalten. Warum werde ich als Europäer 6-12 Monate nicht legal mit den Fernsehserien aus den USA versorgt? Man würde gerne konsumieren und dafür aufkommen, kann es aber auf legalen Weg nicht.