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"Fuck you, Anonymus": Demo für Festplattenabgabe

17.10.2012 | 15:04 |   (DiePresse.com)

Die Kundgebung zog zur Arbeiter- und Wirtschaftskammer um die Eintreibung von Gebühren für Festplatten zu fordern. Die dabei genutzten Transparente waren nicht gerade freundlich.

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Eine "feste Platte" in Form einer massiven Steinskulptur von Ulrike Truger wurde Mittwochnachmittag im Rahmen eines Protestmarsches für eine Festplattenabgabe vor dem Bildungszentrum der Arbeiterkammer (AK) mit einem Kran abgeladen. Die Skulptur soll bis auf Weiteres vor dem Eingang aufgestellt bleiben. "Viel Vergnügen, liebe Arbeiterkammer", wünschte Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autoren Autorinnen und einer der Organisatoren der Kundgebung, ehe die Demo Richtung Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) weiterzog. Dort soll bei einer Abschlusskundgebung Elektronikschrott in Form alter Festplatten deponiert werden.

"Raubkopierer hassen Musik"

Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 350. Viele prominente Autoren wie Marlene Streeruwitz, Robert Schindel, Heinz R. Unger, Barbara Neuwirth, Sabine Gruber oder Gustav Ernst und Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Erwin Leder, der Musiker Wolfgang "Fadi" Dorninger oder der Regisseur Peter Gruber nahmen an dem Protestzug teil. "Wer Kunst will, soll sie bezahlen", hieß es auf einem Transparent. Weniger freundliche Sprüche wie "Raubkopierer hassen Musik", "Planquadrat fürs Internet" und "Fuck you, Anonymus" (sic) fanden sich auch darunter.

Die 27 Künstler- und Interessenverbände der Plattform "Festplattenabgabe jetzt!" wollen die seit 1980 geltende Leerkassettenvergütung auf Festplatten ausgeweitet wissen und verweisen darauf, dass der Handel die Festplattenabgabe bereits seit zwei Jahren einhebe, diese aber nicht weiterreiche.

(c) APA (Georg Hochmuth)

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Reine Geldbeschaffungsmaßnahme

Die WKÖ wiederum hat eine eigene Initiative ins Leben gerufen: "Ja zur Kunst - Nein zum Nepp". Die Organisation sieht eine "Belastungswelle für Konsumenten" kommen, sollte die Abgabe umgesetzt werden. "Das Argument des Umsatzeinbruches bei den betroffenen Verwertungsgesellschaften spiegelt jedoch nur einen Teil der Wirklichkeit wider. Verschwiegen wird nämlich, dass die Gesamteinnahmen der Gesellschaften seit Jahren stetig steigen. Und das legt den Verdacht nahe, dass es bei einer Festplattenabgabe rein um Geldbeschaffung geht", kritisiert Rene Tritscher, Geschäftsführer der Bundessparte Handel in der WKÖ in einer Aussendung.

AK gegen Strukturprobleme

Die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer blockierten Bestrebungen, Lücken des derzeitigen Urheberrechts zu schließen, hatten die Organisatoren am Vormittag bei einer Pressekonferenz beklagt. AK-Direktor Werner Muhm stellte sich den Demonstranten und betonte: "Wir haben viel Verständnis für die Kunst." Der Status Quo sei tatsächlich unbefriedigend, die derzeitigen Vorschläge seien allerdings "nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir wollen gerne in einen Dialog eintreten. Wir sind gesprächsbereit." Er rechne mit einer Kompromisslösung im Verlauf des kommenden Jahres. In einer Aussendung der AK hieß es dazu: "Es kann nicht sein, immer nur Tarife auf 'neue' Speichermedien auszudehnen und nichts an zugrundeliegenden Strukturproblemen zu ändern. Das derzeitige Vergütungsmodell passt nicht mehr in unser digitales Zeitalter."

Der Handelsverband betonte in einer Aussendung, man unterstütze "grundsätzlich das Ziel, die Einnahmen der KünstlerInnen nachhaltig zu sichern. Doch muss dies auf eine faire, den Konsumenten zumutbare und wirtschaftlich vernünftige Weise geschehen. Nur so lassen sich die gemeinsamen Ziele von Händlern und Künstlern verwirklichen. In der aktuell geforderten Form und Höhe schadet die Abgabe den Interessen der KünstlerInnen und dem Wirtschaftsstandort Österreich."

Gegendemo geplant

Für heute, 18 Uhr, hat die "Initiative für Netzfreiheit" vom Sitz der AustroMechana zum Justizministerium zu einer Gegen-Demonstration gegen die Festplattenabgabe aufgerufen. Die Festplattenabgabe sei einseitig, nicht treffsicher und löse keine Probleme, argumentieren sie. Man protestiere "gegen unausgegorene politische Schnellschüsse zugunsten von Partikularinteressen einzelner Interessensvertretungen. Eine Festplattenabgabe ist der falsche Weg, künstlerische Leistungen wertzuschätzen und künstlerische Existenz materiell abzusichern."

(APA/Red.)

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68 Kommentare
 
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es ist erstaunlich....

.... wer in Österreich als prominent gilt.
Ich habe von diesen "Kulturschaffenden" noch nie gehört. Künstler, also Leute die nicht arbeiten wollen, aber vom Staat eine gute Pension wollen.


Gast: gast11
18.10.2012 19:12
0 0

verblödet

kein wunder, dass die elite so leichtes spiel mit dem pöbel hat, mir erscheint jener restlos verblödet.

Gast: Morgana Petrik
18.10.2012 14:43
1 2

"Raubkopierer hassen Musik"

Die auf dem Foto sichtbaren Transparente respektive Sprüche "Raubkopierer hassen Musik", "Planquadrat für das Internet", "Kultur muss ein knappes Gut bleiben" und "Fuck you, Anonymus" stammen nicht etwa von Teilnehmern der gestrigen Kundgebung, sondern von einigen Gegendemonstranten, die den Protestmarsch unterwandert haben. Derlei absurde Ideen sind den Künstlerinnen und Künstlern, die die Festplattenabgabe als - geringfügige - Abgeltung ihrer Leistungen fordern, fremd. Die Festplattenabgabe wird - wie im Artikel erwähnt - unter der Bezeichnung "Urheberabgabe" bereits seit zwei Jahren von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eingehoben UND einbehalten. Dieses Geld kommt also nicht bei den Urhebern an. Im Gegensatz dazu verteilt die Soziale und kulturelle Einrichtung der Austro Mechana (SKE) die Einnahmen aus der Abgabe auf "alte" Speichermedien ("Leerkassettenvergütung") sehr wohl an die UrheberInnen weiter. Dementsprechend würden auch die Einnahmen aus der Festplattenabgabe an die Künsterinnen und Künstler weiterverteilt werden. Mit welchem Recht behält die WKÖ dieses Geld ein?

Gast: OÖ123
18.10.2012 13:18
8 0

Österreichisches Kulturgut

"Viele prominente Autoren wie Marlene Streeruwitz, Robert Schindel, Heinz R. Unger, Barbara Neuwirth, Sabine Gruber oder Gustav Ernst und Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Erwin Leder, der Musiker Wolfgang "Fadi" Dorninger oder der Regisseur Peter Gruber nahmen an dem Protestzug teil."

Wer sind diese Personen bitte? Ich fühle mich als Otto-Normal-Österreicher und kenne die hier Protestierenden nicht einmal, also wieso das ganze? Sollen arbeiten gehen, wie jeder von uns das macht!


Antworten Gast: sepp hersheimer
18.10.2012 17:21
1 2

Re: Österreichisches Kulturgut

es diese mischung aus schwachsinn, ignoranz und zur schau gestellte blödsinnigkeit die einen sprachlos und fassungslos werden lässt den sogenannten "Otto Normalösterreicher" als kompletten Schwachkopf zu diskreditieren ist eine Ungeheuerlichkeit und entspringt der Tradition durch sich blöd stellen der Strafverfolgung zu entgehen

Antworten Gast: jajajajajaaa
18.10.2012 13:39
5 0

Re: Österreichisches Kulturgut

danke fuer das posting.

ausserdem was machen diese leute ueberhaupt und kann man das auch kopieren, downloaden etc?

sind das die helden, deren musik & filme von der oesterreichischen jugend gratis konsumiert wird?

4 0

Interessantes Kommentar von Krejcy gestern dazu

20.000 Künstler in Österreich bekommen über die derzeit bestehende Abgabe 200.000.000€ pro Jahr. Wenn davon nichts bei den Künstlern ankommt, sollte man sich darüber Gedanken machen wer sich da bedient....

Ich zahle für meine Musik

Wieso soll ich für die Festplatte dann erneut bezahlen?
Das ist ja so, als hätte man früher für die Langspielplatte bezahlt, und beim Kauf des Plattenspielers erneut Geld an Musikindustrie verpulvert.
Da fühl ich mich einmal betrogen.

Gast: Balthasar
18.10.2012 10:17
6 1

Gute Idee

Ich möchte auch ein arbeitsloses Fixeinkommen haben!

lol

Wer war dort? Verpflichtend die Mitarbeiter der AKM und ein paar "Künstler", die von dem, was sie tun anscheinend nicht leben können und nun hoffen so an mehr Geld zu kommen.

Gast: whoiswho
18.10.2012 10:07
3 3

Wer sind diese "Vertreter" der Kunst

Wird auch nur ein "Kunstwerk" dieser demonstrierenden "Vertreter" der Kunst irgendwo digital gespeichert - vielleicht - eine kritische Masse von "viel" (- was ist "viel"?!) ist es mit an sicher grenzender Wahrscheinlichkeit nicht!
So mancher "Künstler" fordert offenbar eine "Grundversorgung", ohne sich eines "Mäzens" oder der Unterstützung der breiten Masse sichern zu wollen/ zu müssen/ zu können. Leider besteht meist das letzte, wodurch schon der Begriff Kunst für diverse "Kunstwerke" stark relativiert - nur ein Bruchteil der sich selbst ernannten Künstler ohne heutiger Wertschätzung erfährt später einmal eine Anerkennung ihrer/seiner "Kunst".
Umso absurder ist der Gedanke, eine Strafsteuer auf Speichermedien einzuheben, nur weil ein "Kunstwerk" darauf gelagert werden kann - das ist so als ob ich Bilderrahmen oder Kästen/Vitrinen ebenfalls mit einer Künstlerabgabe versehen würde, weil darin ein "Kunstwerk" gelagert/ausgestellt/daraufgestellt wird - einfach absurd!

Dieser Aktionismus ist pure Gier

Mit dem Kauf eines Datenträgers bzw. eines Buches habe ich das Nutzungsrecht an dem Inhalt erworben. Meine Musik-CDs, von denen ich eine beachtliche Sammlung besitze, sichere ich auch auf einer Festplatte, um mein erworbenes Recht zu bewahren. Von jedem aus Faulheit heruntergeladenen eBook habe ich auch die gebundene Ausgabe. Tablets sind einfach leichter zu transportieren. In meinen Computern arbeitet ausschließlich Open-Source-Software oder Freeware. Warum sollte ich daher eine Festplattenabgabe zahlen müssen? Für ein und das selbe mehrfach kassieren zu wollen, kann ich nur als unanständig gierig bezeichnen!

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Ma kann diskuttieren was ma will über die Beweggründe...

technisch macht das keinen Sinn! Nur weil ich kann muss ich scho zahlen?

Alles aus der Luft gegriffen.

Muss ich auch fürchten mit halben Bein wegen Kinderpornographie im Gefängnis zu sein weil ich die technischen Vorraussetzungen erfüll diese zu konsumieren?

Minority Report anyone?

Gast: gast20121018
18.10.2012 08:18
7 1

Zahlen wir nicht schon?

Tauschhandel ... das was durch die Festplattenabgabe rein kommt, sollte bei Kultur-Subventionen gestrichen werden.

Aus technischer Sicht...

Wir sind ein Softwarehaus und betreiben mehrere Server im Bereich Business-Prozesse, hat nichts mit Kunst oder Kultur zu tun. Haben mehrere Terrabyte an Festplatten.

Warum sollen wir jetzt die Kunst quersubventionieren?

Außerdem: wenn man das will dan müsste man auch Datenkompression mit ein rechnen. Eine Festplatte mit
1 TB hat ca. 3.000 Musik CD's komprimiert.

Die grossen Platten stehen im Ausland bei einem Provider.

Neue Laptops werden kleine SSD Drives haben und Musik und Videos kommen aus den Netz.

Daher: es ist Unsinn und nicht weit gedacht.

5 1

Abgaben für jeden

in einem Staat, der bereits jedem bei Steuern, Gebühren und Abgaben Höchstbelastungen auflastet, sollen jetzt auch noch pauschale Privatgebühren für eine Gruppe eingeführt werden. Ich schlage dies für alle Gruppen vor, die von ihrem Hobby nicht leben können. Tänzer, Straßenmaler, Korbflechter, UFO-Forscher, Baumschneidee, ...

verteilungsgerechtigkeit in der kunst-/musikbranche?!

ich zahle mittlerweile (seit ich eigenes geld verdiene) sehr gerne für musik/kunst/kultur! gerade für solche aber, wo leute kunst machen, die nicht berühmt sind und nicht davon leben können, aber sehr sehr tolles machen! (subjektive persönliche geschmack)

verdienen tun einige megastars und die grossen plattenfirmen oder bilder von meist verstorbenen(die nix mehr davon haben) werden um millionen verkauft/versteigert. auch wurde mir vor ein paar jahren der unterschied zw. e- und u-musik erklärt und wie mit stücken von komponisten, welche e-musik auf hohem niveau machen, von radio entsprechend NICHT honoriert werden, weils deren stücke mitten in der nacht spielen.

im gegensatz zB im fussball wurde geschafft (komischer vergleich), dass in dem dorf am land wo ich lebe, die kicker aufgrund der aufwandsentschädigung bereits einige hunderter/monat dazuverdienen (100zuschauer schnitt, zweituntereste liga glaub ich).

kämpfts für eine fairere "umverteilung" in eurer branche!!!

5 0

festplattenabgabe

also wer dann mp3s/ebooks/movies kauft zahlt quasi doppelt ...

Antworten Gast: Jaja23
19.10.2012 08:25
0 0

Re: festplattenabgabe

Und wer es nur runterlädt, läuft Gefahr mehr als doppelt zu zahlen, da ja Downloads weiterhin kriminalisiert und bestraft werden sollen...! Das alles ist nur scheinheilige Abzockmentalität.

Das Ganze kommt mir so vor, als wenn ich bei jedem Auto- oder Ersatzteilkauf für dieses Auto eine Bußgeldabgabe zahlen muss, da ich ja mal zu schnell fahren oder falsch parken könnte.....

kunst kommt von können...

kunst kommt von können, wer also gut ist verdient auch an seiner kunst. randkünstler mit müssen damit umgehen lernen, dass nicht alle ihre kleine welt bezahlen wollen.
weiters lehne ich jedwede unterstellung, nichts anderes ist diese forderung, das wir alle das urheberrecht verletzen ab. ebenso ist jedoch auch die illegale (trifft nicht das recht auf die privatkopie) verbreitung von geschützten werken abzulehnen. wobei legale nutzer in wirklichkeit relativ viele nachteile in kauf nehmen müssen...

Na dann...

Ah eh...statt dass sich die Damen und Herren Demonstranten für eine sinnvolle Gesetzgebung einsetzen, die es ermöglicht, Filme und Musik (so wie in anderen Ländern) legal über Dienste wie Google Play oder Netflix zu beziehen, demonstrieren sie lieber für zusätzliche Abgaben...

Gegendemonstranten mit Plakaten

Darf ich die werte Leserschaft informieren, daß einige handgemalte Plakate wie "Raubkopierer hassen Musik", "Planquadrat fürs Internet" und "Fuck you, Anonymus" von einigen wenigen mitmarschierenden Gegendemonstranten stammen. Deren Nebelaktion hat auch in den Medien die beabsichtigte Verwirrung gestiftet.

Weder die teilnehmenden Kunstschaffenden noch die Organisatoren haben die Provokateure gehindert, ihre Minderheitenposition zu vertreten. Wir halten das aus.

Bei der abendlichen Gegenkundgebung vor der Austro Mechana habe ich übrigens 35 Anwesende gezählt.

Re: Gegendemonstranten mit Plakaten

waren wahrscheinlich die Agents Provocateurs von denen Strache immer faselt.

1 0

warum keine

Demo gegen korrupte Parteien und Politiker . Wäre passender.

Gast: Quadratschädel
17.10.2012 22:35
2 13

Überschrift

Die kunstfeindlichen Kommentare hier sind echt entbehrlich und zeugen von völliger Uninformiertheit. Es geht ganz einfach darum, dass durch die Digitalisierung seit Jahren ständig Musik kopiert wird, deren Urheber niemals Geld für ihre Arbeit erhalten. Mit den eBooks besteht halt die Gefahr, dass die Sache auch auf Bücher ausgeweitet wird und auch dort die Autoren für ihre jahrelange Arbeit kein Geld mehr sehen. Jeder kann natürlich weiterhin die Musik hören, die Literatur lesen, die seinem Geschmack entspricht, aber er möge bitte dafür bezahlen.

Antworten Gast: Quadratschädel²
18.10.2012 05:57
9 1

Re: Überschrift

Bevor ich an Leute Geld zahle, die mich pauschal als Verbrecher verurteilen, steig ich komplett auf freie Werke um!

 
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