Windows 8: Die erste Welle rollt an

29.11.2012 | 18:33 |  von andreas Tanzer (Die Presse)

Ein Monat nach dem Launch wächst langsam die Zahl der auf das Touch-Betriebssystem abgestimmten Tablets und Notebooks.

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Gut ein Monat ist vergangen, seit Microsoft Windows 8 offiziell auf den Markt gebracht hat. Zwar lässt sich das neue Betriebssystem auch auf konventionellen PCs nutzen, seine Stärken voll ausspielen kann es aber erst bei Geräten mit Touchdisplay, die nun auf den Markt kommen. Wobei Windows nicht gleich Windows ist. Zum einen gibt es die Version Windows 8 (Pro), die auf Intel-Prozessoren läuft und damit weitreichende Kompatibilität zu früheren Windows-Programmen bietet. Daneben gibt es die RT-Variante, die für die bei Tablets bislang führenden ARM-Chips gedacht ist und nur die neue Kacheloberfläche und die dafür geschriebenen Apps unterstützt.

So manche Hersteller bringen sowohl RT-Tablets als auch Tablet-PCs auf den Markt. Am durchgängigsten verfolgt Samsung diese Strategie. Die Ativ-Reihe, die dieser Tage auf den Markt kommen soll, umfasst neben Tablets mit Intel- und AMD-Prozessoren auch ein Windows-8-Smartphone. Das RT-Tablet kostet ab 650, die PC-Variante mit 3G und Tastatur 900Euro.

 

Verwandlungskünstler

Auffällig bei den mobilen Windows-8-Geräten ist, dass neben reinen Tablet-PCs auch viele Hybridmodelle vorgestellt worden sind. Den originellsten Mechanismus hat das Dell XPS 12, bei dem das Display in einem mit der Tastatur verbundenen Rahmen drehbar gelagert ist. Je nach Position ergibt sich ein dickeres Tablet oder ein Notebook. Sonys Vaio schafft diese Transformation mittels Slider-Mechanismus, wie er bei Handys einst modern gewesen ist, und beim Lenovo Ideapad Yoga 13 ist das übliche Scharnier zwischen Tastatur und Display so weit beweglich, dass sich der Bildschirm an die Rückseite der Tastatur klappen lässt. Die Modellnumern dieser Hybrid-Tablets geben die Bildschirmgröße in Zoll an. Die Preise bei Sony und Dell beginnen je nach Ausstattung (etwa i3- oder i5-Prozessoren) ab 1200 Euro, das Lenovo Yoga startet bei 1300 Euro.

Auch unter den reinen Tablets mit Windows 8 verzichtet kaum eines auf eine Anstecktastatur. Bei den RT-Modellen, die der iPad- und Android-Konkurrenz am nächsten kommen, wie dem Asus Vivo Tab oder dem Dell XPS 12 (ab 5.Dezember um 480 Euro), ist diese meist ein optionales Extra.

Modelle mit Intel-Prozessor wie das HP Envy x2 (ab Mitte Dezember um 800 Euro) und das 1400Euro teure Businessmodell Fujitsu Stylistic Q702 werden mit Tastatur geliefert und sind – obwohl auch als reine Tablets zu benutzen – eher Notebooks mit abnehmbarem Touchdisplay.

 

Tastatur: Akku und Anschlüsse

Im Gegensatz zu den auch für iPad und Android-Tablets verfügbaren Bluetooth-Modellen sind die Anstecktastaturen der Windows-Geräte keine schlichten Keyboards, sondern verlängern mit eingebautem Akku signifikant die Nutzungsdauer. Zudem sind mitunter auch Anschlüsse wie HDMI oder Kartenleser integriert. Bei den RT-Tablets sind für die Tastaturen über 100Euro Extrakosten zu kalkulieren. Die Asus-Aktion, das in Europa rund 600 Euro teure Vivo-Tab mit Gratistastatur preislich konkurrenzfähiger zu machen, ist vorerst auf den US-Markt beschränkt. In Österreich noch nicht angekommen, aber etwa beim nordischen Nachbarn schon erhältlich ist das Surface RT, das Tablet, das von Microsoft selbst auf den Markt gebracht wird. Statt einer Anstecktastatur ist hier optional ein Cover mit eingebautem Keyboard erhältlich. Wie die meisten Windows-Tablets punktet auch das Surface mit USB-Anschluss.

Für Windows-Nutzer, die ohnehin nie auf die Tastatur verzichten wollen, sind klassische Notebooks mit Touchscreen interessant. Das Asus Taichi, erhältlich als 12- oder 13-Zoll-Version, ist ein Notebook mit zweitem Display an der Außenseite, das auch bei Präsentationen und Besprechungen wertvoll sein kann. Allerdings ist ein Zweitdisplay auch teuer, die Preise des Taichi starten bei 1500Euro. Ab Dezember soll auch das Acer Aspire 7 verfügbar sein, ein Ultrabook mit 11,6- oder 13,3-Zoll-Touchdisplay ab 1300Euro.

Windows 8 vorinstalliert

Verschiedene Versionen von Windows können vorinstalliert sein. ARM-Tablets werden mit RT ausgeliefert, Intel-Geräte entweder mit Windows 8 oder der Pro-Version. Wichtigster Unterschied neben diversen Sicherheits- und Virtualisierungsfunktionen ist das Mediacenter. Dieses kann nur in der Pro-Variante nachgerüstet werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2012)

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4 Kommentare

Das Timing könnte kaum besser sein ;-(

Bei aller Kritik an Apple, aber das würde bei Produkteinführung nicht passieren

Re: Das Timing könnte kaum besser sein ;-(

Microsot hat halt nur bedingt Einfluss auf die Produktionszyklen der HArdwarehersteller, weil sie im Gegensatz zu Apple nicht beides machen (Surface ausgenommen, aber das gibt es ja auch schon seit geraumer Zeit).

Dafür entschädigt aus meiner Sicht die unglaubliche Vielfalt der Geräte, wo man sich echt sein bevorzugtes aussuchen kann (Detachable, Tablet, Ultrabook mit Touch, Hybride, Convertibles, etc.)

Re: Re: Das Timing könnte kaum besser sein ;-(

Stimmt schon, nur ist ja MS nicht irgendeine Pimperlbude. Die könnten sich mit den Hardwareproduzenten auch ein wenig besser koordinieren. So viele sind das ja auch wieder nicht.

R.I.P Apple

es war sehr schön mit dir, aber deine Zeit ist gekommen ;-)

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