Preisabsprache: Milliardenstrafe für TV-Hersteller

06.12.2012 | 11:00 |   (DiePresse.com)

Auf Golfplätzen haben sich hohe Manager von Philips, LG, Toshiba, Samsung und anderen Herstellern getroffen, um Preise für Bildröhren zu fixieren.

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Die EU-Kommission hat eine Kartellstrafe von 1,47 Mrd. Euro gegen führende Hersteller von Fernseh- und Computerbildschirmen verhängt. Sieben Unternehmen hätten ein Bildröhren-Kartell gebildet, darunter die namhaften Firmen Philips, Panasonic und Toshiba, teilten die obersten EU-Wettbewerbshüter am Mittwoch in Brüssel mit. Fast zehn Jahre lang bis 2006 sprachen sie untereinander die Preise für Bildröhren in TV-Geräten und Computerbildschirmen ab, teilten die Märkte auf und beschränkten die Produktion.

Wie bekannt wurde, hatten sich Vertreter des höheren Managements regelmäßig auf Golfplätzen zu sogenannten "greens meetings" getroffen, um dort ihr gemeinsames Vorgehen am Markt abzusprechen. Laut EU-Kommission handelte es sich um die am besten organisierte Marktmanipulation, die sie jemals untersucht hat. Neben den Preisabsprachen gab es auch Absprachen zu Marktanteilen, Kunden und anderen wichtigen Informationen. 

Die höchsten Strafen müssen der niederländische Hersteller Philips mit 313,4 Millionen Euro und der koreanische Hersteller LG mit 295,6 Millionen Euro zahlen. Die beiden Konzerne hatten Anteil an einem Joint Venture für das eine weitere Strafe fällig wird. Philips hat bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Panasonic wurde zu einer Strafe von 157,5 Millionen Euro verurteilt, Samsung zu 150,8 Millionen Euro, Toshiba zu 28 Millionen Euro und Technicolor zu 38,6 Millionen Euro. Insgesamt handelt es sich um die höchste Strafe für Preisabsprachen, die die Kommission jemals verhängt hat. Kartelle sind nach europäischem Recht verboten und werden mit hohen Geldbußen geahndet.

(APA/dpa/Red. )

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