Tablet-Boom bleibt für PC-Hersteller Herausforderung

14.01.2013 | 12:59 |   (DiePresse.com)

PC-Branche muss sich auf eine dauerhafte neue Realität einstellen, meinen Analysten. Der Absatz sackte im Weihnachtsquartal um knapp 5 Prozent ab.

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Der Aufstieg der Tablets wird das Geschäft der Computerbranche laut Marktforschern auf Dauer verändern. Alle PC-Hersteller stehen vor der großen Herausforderung, ihr Angebot an den Boom mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets anzupassen, betonte ein Analyst der Marktforschungsfirma Gartner, Ranjit Atwal, Montag. "Je mehr Zeit sie dabei verlieren, desto größer ist das Risiko für sie", sagte Atwal.

Der PC-Absatz fiel im Weihnachtsquartal Gartner zufolge um 4,9 Prozent auf 90,3 Mio. Notebooks und Desktops. Bereits vergangene Woche hatte der Gartner-Konkurrent IDC einen Rückgang von 6,4 Prozent auf 89,8 Millionen Geräte ermittelt. Inzwischen sei klar, dass es einen strukturellen Wandel gebe: Die Verbraucher dürften dauerhaft viel öfter zum Tablet greifen, wenn sie nicht unbedingt auf eine Tastatur oder besonders viel Rechenleistung angewiesen seien, sagte Atwal.

Das Ende Oktober gestartete neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8 habe dem PC-Markt unter den neuen Bedingungen nicht einen solchen Schub wie die Vorgänger geben können, sagte Atwal. Zugleich sei es zu früh für ein endgültiges Urteil. Zum einen kämen in den nächsten Monaten viele neue Geräte mit niedrigeren Preisen auf den Markt. Zum anderen müsse man inzwischen das Geschäft mit klassischen Computern und mobilen Geräten zusammen betrachten. "Die Frage ist nicht nur, wie viele PC mit Windows 8 verkauft werden, sondern auch, wie viele Kunden Microsoft für seine Smartphone- und Tablet-Software gewinnen kann."

Nach Rechnung von Gartner konnte Hewlett-Packard seine Position als Marktführer knapp vor dem chinesischen Herausforderer Lenovo verteidigen. Das entspricht auch dem Trend, den IDC errechnet hat. Die Analysten von Gartner sahen HP im vierten Quartal bei einem Marktanteil von 16,2 Prozent und Lenovo bei 15,5 Prozent. IDC kam auf ein Verhältnis von 16,7 zu 15,7 Prozent. Zugleich wächst der Absatz von Lenovo schnell, während die HP-Verkäufe stagnierten. Hewlett-Packard hat kein Geschäft mit Smartphones und Tablets mehr, seit 2011 die Geräte des mobilen Betriebssystems WebOS eingestellt wurden. Lenovo bietet dagegen verschiedenen Tablet Computer an und führt in China den Smartphone-Markt an.

(APA/dpa)

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