Gewehr mit Linux-Computer trifft auf 1000 Meter

02.04.2013 | 11:02 |   (DiePresse.com)

Die "Precision Guided Rifle" nutzt Prozessoren, Laser und WLAN, um auch Laien auf lange Distanzen treffen zu lassen. Im Preis von rund 17.000 Euro ist ein iPad mit dabei.

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Die fortschreitende Computerisierung der Welt macht auch vor Schusswaffen nicht halt. Der US-Hersteller TrackingPoint produziert etwa ein Jagdgewehr, das über ein komplexes Zielsuchsystem auf Linux-Basis verfügt. Die "Precision Guided Firearm" ermöglicht es damit selbst Laien, auf Distanzen bis zu einem Kilometer ein Ziel genau zu treffen, wie Ars Technica-Redakteur Lee Hutchinson und Fotograf Steven Michael ausprobieren konnten. Letzterer feuerte zum ersten Mal in seinem Leben ein Gewehr und traf auf Anhieb ein Ziel, das rund 920 Meter entfernt war.

Laser und Tablet-Technik

TrackingPoints Zielsuchsystem Tag Track Xact (TTX) nutzt einen ARM-Prozessor, wie er in Smartphones oder Tablets zu finden ist und eine modifizierte Version der Linux-Distribution Ångström. Blickt man durch das Zielfernrohr, erhält man eingeblendete Informationen zusätzlich zum Fadenkreuz. Hat man sein Ziel gefunden, kann man es mit einem Laser markieren. Daraufhin ändert sich die Ansicht und korrigiert die Ausrichtung, um für die Entfernung zu kompensieren. Betätigt der Schütze den Abzug, tut sich vorerst nichts. Erst wenn das Fadenkreuz und die Markierung sich überlappen, löst sich der Schuss.

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TrackingPoint legt wert auf die Feststellung, dass es sich hier nicht um einen automatischen Schussmechanismus handle. Die "Precision Guided Firearm" löst nur bei gedrücktem Abzug aus. Was der Schütze sieht, kann übrigens per WLAN und Videostream an ein iPad übertragen werden, welches im Preis von umgerechnet rund 17.000 Euro inkludiert ist. Das Video des Schusses lässt sich auch speichern, um damit später bei seinen Facebook-Freunden angeben zu können. Polizei und FBI, die ebenfalls Interesse an der Technologie haben, interessiert aber mehr die akkurate Dokumentation des Einsatzes.

Trotz des hohen Preises dürfte es großes Interesse an der futuristischen Waffe geben. TrackingPoint will bereits "hunderte" Vorbestellungen aufgenommen haben.

(Red.)

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24 Kommentare

...und traf auf Anhieb ein Ziel, das rund 920 Meter entfernt war.

Sehr laienhaft geschrieben. Und der Erkenntnisgewinn =0.

Wie groß war das Ziel und wie groß ist der Streukreis?

Über die Technik wird auch nichts verraten-die Präzission hängt auch von Lufttempertur, Windstärke, Windrichtung, Streuungen in der Pulverladung und Stärke, Lauftemperatur,...usw ab.

Das alles müsste die Zielvorrichtung zumindest messen können.

Re: ...und traf auf Anhieb ein Ziel, das rund 920 Meter entfernt war.

Um solche belanglosen Kleinigkeiten geht es bei der Entwicklung ja gar nicht. Mit so einer Waffe (denke es wird ein .50-Gewehr sein - Barrett?) trifft mit einem guten Glas wohl auch so jeder Laie, dem das Schießen einmal in den Grundzügen theortisch erklärt wurde und er genug Zeit für die Schussabgabe hat, auf 1000 Meter.
Das Bahnbrechende an dieser Entwicklung ist, dass die Schussabgabe, wenn das Ziel einmal erfasst ist, automatisch zum (tod)richtigen Zeitpunkt erfolgt. Und genau das ist es, was einem frösteln lässt. Mit dieser Technik wird man recht bald vollautomatische Eliminationsroboter bauen können. Die bei obigem System noch notwendige Zielerfassung durch einen Menschen könnte nämlich sicher auch eine Maschine mit Gesichtserkennungssoftware erledigen...

belanglose Kleinigkeit wie genau man ein Ziel trifft?

Und Sie gleuben echt, daß die Gewehrkugel so ganz einfach dort trifft, wo der Laserpointer oder die optische Visierung hinzeigt? Ist Ballistik ein Begriff?

Es ist etwas anders, als mit dem Luftdruckgewehr im Prater ein paar Rosen zu schießen.

Re: belanglose Kleinigkeit wie genau man ein Ziel trifft?

Sicher ist jedenfalls, dass man mit einem PGM Hecate II auf gleiche Entfernung erheblich leichter trifft, als mit einem SSG 69, weil das Geschoß wesentlich schwerer und daher stabiler ist. Und wenn das Gewehr mit der Munition auf 1000 Meter eingeschossen ist, braucht sich ein Laienschütze auf ebener Fläche über die Ballistik einmal kein Kopfzerbrechen machen. Und bei Sturmwind werden sie bei dem im Artikel genannten Test wohl kaum mit verkanteter Waffe einen Berg hinuntergeschossen haben... ;-)

jetzt gibt es bald auch Drohen für jedermann...

cool, zum Glück alles sehr teuer ...

Krieg morgen abgesagt-

Akku leer- bin laden.

gewehr mit windows 8 trifft auf 3cm........


3 0

Re: gewehr mit windows 8 trifft auf 3cm........

...daneben!

gibt's das demnächst im Apple Store zu kaufen..

..? :)

... um auch Laien auf lange Distanzen treffen zu lassen.

Na was für ein Glück.

Diese Entwicklung war ja überfällig, wo es doch eh noch viel zu wenig Tote durch Waffen gibt ...

Dinge die die Welt nicht braucht

Bald hoffentlich auch für Jäger mit verpflichtender Menschenerkennung.

Käse

Dinge die die Welt nicht braucht. Bald hoffentlich auch für Jäger mit Menschenerkennung.

Anwendungsfälle

Kann man die Firma TrackingPoint nicht vom Markt nehmen???

lustig

LINUX - System, Hauptpreis Apple

9 0

Wäre interssant, ....

... unter welchen Bedingungen die Treffer erzielt wurden.

Bei sagen wir 15- 20 ° C auf ebener Strecke und ohne Wind ist ein Treffer auf deffinierten 900 m mit entsprechender Munition und Optik nicht so schwierig wie man meinen sollte.

Robotertechnik

Bald auf der Drohne in ihrem Bezirk!

Was heißt das jetzt?

Waffengebrauch ja, aber keine Ausbildung mehr?

"...dass es sich hier nicht um einen automatischen Schussmechanismus handle."

Aber sicher doch! Umprogrammieren kann man´s dann natürlich schon, gelle. Und dann noch mit einer guten Gesichtserkennungssoftware kombinieren und die Texxoristenjagd geht vollautomatisch, kostengünstig und präzise. Schöne neue Welt...

6 0

Super !

Wo kann man das Ding kaufen ?

bravo, noch nie war das Töten einfacher, wie in nem Egoshooter

was jagt man mit dem Teil eigentlich? Fasane?

3 1

Der größte "peacemaker" aller Zeiten

Macht töten sicherer!

Endlich auch als Ungelernter ein Cleaner werden

Ein Traum wird wahr.

Auftragsmörder als Nebenjob, für jedermann.

5 1

nun ja

das macht die aufgabe eines Auftragsmörders, Geheimdiensten etc. ja wesentlich einfacher.. livestream aufs handy egal wo man eben ist, Zielkorrektur usw.. und Sacher eledigt...

6 0

Re: nun ja

Und das ganze noch an einen Octocopter montiert ...

Smartphone aus Österreich

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