Gewehr mit Linux-Computer trifft auf 1000 Meter

Die "Precision Guided Rifle" nutzt Prozessoren, Laser und WLAN, um auch Laien auf lange Distanzen treffen zu lassen. Im Preis von rund 17.000 Euro ist ein iPad mit dabei.

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Gewehr mit Linux-Computer trifft auf 1000 Meter
Gewehr mit Linux-Computer trifft auf 1000 Meter – (c) TrackingPoint

Die fortschreitende Computerisierung der Welt macht auch vor Schusswaffen nicht halt. Der US-Hersteller TrackingPoint produziert etwa ein Jagdgewehr, das über ein komplexes Zielsuchsystem auf Linux-Basis verfügt. Die "Precision Guided Firearm" ermöglicht es damit selbst Laien, auf Distanzen bis zu einem Kilometer ein Ziel genau zu treffen, wie Ars Technica-Redakteur Lee Hutchinson und Fotograf Steven Michael ausprobieren konnten. Letzterer feuerte zum ersten Mal in seinem Leben ein Gewehr und traf auf Anhieb ein Ziel, das rund 920 Meter entfernt war.

Laser und Tablet-Technik

TrackingPoints Zielsuchsystem Tag Track Xact (TTX) nutzt einen ARM-Prozessor, wie er in Smartphones oder Tablets zu finden ist und eine modifizierte Version der Linux-Distribution Ångström. Blickt man durch das Zielfernrohr, erhält man eingeblendete Informationen zusätzlich zum Fadenkreuz. Hat man sein Ziel gefunden, kann man es mit einem Laser markieren. Daraufhin ändert sich die Ansicht und korrigiert die Ausrichtung, um für die Entfernung zu kompensieren. Betätigt der Schütze den Abzug, tut sich vorerst nichts. Erst wenn das Fadenkreuz und die Markierung sich überlappen, löst sich der Schuss.

Hightech-Waffen: Science Fiction als tödliche Realität

TrackingPoint legt wert auf die Feststellung, dass es sich hier nicht um einen automatischen Schussmechanismus handle. Die "Precision Guided Firearm" löst nur bei gedrücktem Abzug aus. Was der Schütze sieht, kann übrigens per WLAN und Videostream an ein iPad übertragen werden, welches im Preis von umgerechnet rund 17.000 Euro inkludiert ist. Das Video des Schusses lässt sich auch speichern, um damit später bei seinen Facebook-Freunden angeben zu können. Polizei und FBI, die ebenfalls Interesse an der Technologie haben, interessiert aber mehr die akkurate Dokumentation des Einsatzes.

Trotz des hohen Preises dürfte es großes Interesse an der futuristischen Waffe geben. TrackingPoint will bereits "hunderte" Vorbestellungen aufgenommen haben.

(Red.)

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