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Abschied vom Erfinder des Dolby Surround

Abschied Erfinder Dolby Surround
Abschied Erfinder Dolby Surround / Bild: (c) EPA (PAUL BUCK) 

Raumklangpionier Ray Dolby starb in San Francisco. Der Inhaber von mehr als 50 Patenten wurde 80 Jahre alt.

 (Die Presse)

Washington/Wien/Apa/Afp/Cka. Raumklangpionier Ray Dolby ist tot. Er sei vergangenen Donnerstag nach schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren in seinem Haus in San Francisco gestorben, teilte sein Unternehmen mit. Der Erfinder des Surround-Sounds litt schon mehrere Jahre an Alzheimer. Im Juli wurde Leukämie diagnostiziert. „Wir haben einen Freund, einen Mentor und einen echten Visionär verloren“, sagte der Chef von Dolby Laboratories, Kevin Yeaman.

Zu Dolbys wichtigsten Innovationen gehören der Raumklang durch Nutzung mehrerer Lautsprecher sowie Filter zur Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen. Für ihre Technologien wurden der Ingenieur und sein Unternehmen mit zehn Oscars und 13Emmy Awards ausgezeichnet.

Ray Dolby, geboren 1933, besuchte die Highschool in San Francisco und studierte an der Universität Stanford. Seine berufliche Laufbahn begann er bei Ampex in Redwood City in Kalifornien. Bereits während seiner Schulzeit hatte er dort einen Teilzeitjob. Als Student arbeitete er in einer Gruppe von Technikern an der Entwicklung des ersten handlichen Videorekorders.

Nach seinem Abschluss in Stanford 1957 erhielt Dolby ein Stipendium der Marshall Fellowship an der Universität Cambridge in England und promovierte als Doktor der Physik. Danach arbeitete er zwei Jahre lang als UN-Berater in Indien bei der Central Scientific Instruments Organization. Im Jahr 1965 kehrte er nach England zurück und gründete in London sein Unternehmen Dolby Laboratories. 1976 wurde der Hauptsitz des laut eigener Angabe „von Anfang an amerikanischen“ Unternehmens nach San Francisco verlegt. Die Firma ist heute börsenotiert, hat Niederlassungen auf vier Kontinenten und ist in den Sparten Rundfunk, Kino, Heimkino, Spiele, PC und mobile Geräte tätig.

Am Anfang stand die Entwicklung von Audiotechnologien, die Einzug in die Aufnahmestudios hielten. Die erste davon war die Rauschunterdrückung, die zunächst für professionelle Anwendungen, dann auch für Verbrauchergeräte eingeführt wurde. In den 1970er-Jahren trugen Kassettenrekorder mehrerer Hersteller das Logo Dolby. Später widmete sich der Ingenieur verstärkt dem Kino- und Heimkinosound. 1995 kamen erste Endverbraucherprodukte mit Dolby-Digital-Wiedergabe auf den Markt, 1998 das erste Videospiel mit von ihm entwickelter Technologie.

 

Aus Kodak Theatre wurde Dolby Theatre

Dolby hielt mehr als 50 Patente. Seine letzte Erfindung war das System Atmos, das Befehle an einzelne Lautsprecher aussendet, sodass Geräusche wie Regentropfen oder Fußstapfen so klingen, als kämen sie von verschiedenen Stellen im Kino. Noch im Vorjahr landete Dolby einen weiteren Erfolg: Nach der Pleite des Kodak-Konzerns erreichte er die Umbenennung des Kodak Theatre in Los Angeles, in dem die Oscar-Verleihungen stattfinden, in Dolby Theatre. Ein entsprechender Vertrag wurde 2012 für zunächst 20 Jahre geschlossen.

Ray Dolby habe seine Firma in dem Bestreben gegründet, „Werte durch Innovation zu schaffen“, verlautet aus seinem Unternehmen. Er sei davon überzeugt gewesen, dass große Dinge vollbracht werden könnten, wenn man „in Menschen investiere“. Er selbst gab sich bescheiden. So sagte er von sich, Glück gehabt zu haben und nie ein Goldgräber „und auch kein Oscar-Digger oder etwas in der Art“ gewesen zu sein. Sondern einfach den richtigen Instinkt dafür gehabt zu haben, was in seinem Geschäft zu tun sei. Die Dinge hätten sich so „von selbst ergeben“. Sein Sohn David, der der Firmenspitze angehört, beschreibt seinen Vater als „aufmerksamen, geduldigen, liebevollen Mann“ und als Philanthropen.

Auf einen Blick

Ray Dolby starb am 12.September 2013 im Alter von 80 Jahren. Er war Doktor der Physik, bekannt war er vor allem als Erfinder des Surround-Sounds. Seine Firma Dolby Laboratories gründete er im Jahr 1965, seit 1976 hat das börsenotierte Unternehmen sein Headquarter in San Francisco. Dolby war Inhaber von mehr als 50 Patenten. Er und seine Firma erhielten für ihre Entwicklungen zehn Oscars und 13Emmy Awards. 2012 erreichte er, dass der Veranstaltungsort für die Oscar-Verleihungen nach der Pleite von Kodak in Dolby Theatre umbenannt wurde. [EPA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2013)

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8 Kommentare
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Dolby B hatte in den Siebziger-...

...und Achzigerjahren so gut wie jeder Kassettenrecorder der "etwas auf sich hielt". Der Recorder war ein fixer Bestandteil in den damals gebräuchlichen Hifi-Türmen, genützt wurde er selten, meist liefen nur das Radio (das auf den Namen "Tuner" hörte) und der separate Verstärker.
Ich habe heute noch eine schöne alte Revox A77 mit Dolby, daß in diesem Gerät noch diskret aufgebaut ist, also kein Dolby-IC die es zur Bauzeit der Maschine noch nicht gab, sondern eine Einzeltransistorschaltung.
Aber diese klassische Hifi-Zeit ist vorbei, ersetzt durch Billigkisten und PC-Lautsprecher, die dieselbe Qualität wie die Musik von Justin Bieber, Miley Cyrus und wie die alle heißen, haben.

Also ich kann auf den Dolby Raumklang gerne verzichten

Evtl. kann ich mich bei zunehmender Schwerhörigkeit wieder mit dem Dolby Raumklang anfreunden?

3 0

Re: Also ich kann auf den Dolby Raumklang gerne verzichten

Ein Fernseher ohne Dolby-Surround-Anlage ist in etwa so toll wie alkoholfreies Bier.

Re: Re: Also ich kann auf den Dolby Raumklang gerne verzichten

Auch die Nachbarn haben viel Freude wenn der Subwoofer das ganze Haus in Schwingung versetzt!

Re: Re: Re: Also ich kann auf den Dolby Raumklang gerne verzichten

Hat das eine mit dem anderen


nichts


zu tun.

Re: Re: Re: Re: Also ich kann auf den Dolby Raumklang gerne verzichten

Oder es ist halt umgekehrt!

Re: Re: Re: Re: Re: Also ich kann auf den Dolby Raumklang gerne verzichten

Umgekehrt. Durchaus möglich, dass die Nachbarn auf Fremdbeschallung verzichten und wir beide und etliche andere auf alkoholfreies Bier.

cu!

Re: Also ich kann auf den Dolby Raumklang gerne verzichten

ich nicht .

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