San Francisco (ag./mac). Die Fusion von Activision und Vivendi war ein Schlag ins Gesicht von Electronic Arts (EA), dem langjährigen Giganten der Spielebranche. Nach enttäuschenden Quartalszahlen meldet sich die kalifornische Spieleschmiede im Kampf um die boomende Videospielbranche zurück. 1,9 Mrd. Dollar (1,23 Mrd. Euro) bietet EA für Take Two Interactive, den Produzenten der beliebten „Grand Theft Auto“-Serie (GTA).
Weder Preis, noch Zeitpunkt seien gut gewählt, wies Take-Two-Chef Strauss Zelnick das Angebot zurück. EA bietet 26 Dollar je Aktie, rund 50 Prozent mehr als die Aktie an der Börse wert ist. Zelnick will mögliche Verhandlungen erst nach dem Verkaufsstart von „GTA IV“ am 29. April aufnehmen. Das von Rockstar North, einer Tochterfirma von Take Two, entwickelte Spiel gilt als „Kronjuwel“ der Firma. Der Vorgänger „GTA III“ verkaufte sich 60 Mio. Mal. „GTA IV“ soll bis Jahresende zehn Mio. Mal über den Ladentisch gehen. Das würde den Preis entsprechend in die Höhe schrauben.
EA, mit Fifa 08 oder Need for Speed erfolgreich, könnte sich durch die Übernahme die beherrschende Stellung am Sportgame-Markt sichern. Größtes Problem aus Sicht der Analysten wird es sein, die als schwierig geltenden Entwickler von Rockstar im Unternehmen zu halten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.02.2008)

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