Am Freitag wird die Entscheidung bekannt gegeben: Die Ausschreibung der Lizenz für österreichisches Handy-TV hat nach Informationen der "Presse" der Bewerber T-Systems Media&Broadcast gewonnen. Die KommAustria stellte dies als erste Instanz fest - und entschied damit gegen das Konsortium Mobile-TV, an dem Tiroler Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung"), Vorarlberger Medienhaus ("Vorarlberger Nachrichten") und Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") beteiligt sind. T-Systems hatte sich gemeinsam mit den beiden Mobilfunkern 3 und One beworben.
Da die abgewiesene Seite so gut wie sicher in die Berufung geht, wird sich der Start des Handy-TV verzögern: Anlässlich der Fußball-EM hätte die neue TV-Ära bereits im Juni anbrechen sollen. Das ist nun unwahrscheinlich - höchstens es kommt noch zur Einigung zwischen den beiden Konsortien: Ein Integrationsmodell, bei dem sich die Bieter auf eine gemeinsame Basis einigen, erscheint sinnvoll, aber unwahrscheinlich: Die Bewerber seien bei den Stellungnahmen vor der KommAustria hart miteinander ins Gericht gegangen, hieß es.
ei Media&Broadcast verspürte man zuletzt "atmosphärische Störungen": Der Konkurrent Mobile TV-Infrastruktur habe in der heißen Phase nochmals "massive Angriffe" und "Diskreditierungen" vor der Behörde geliefert, hieß es aus T-Systems-Kreisen. Dem entgegen sprach Mobile-TV-Geschäftsführer Tillmann Fuchs gegenüber der "Presse" von einer "guten Gesprächsbasis" zwischen den beiden Bewerbern. T-Systems habe zwar "vermeintliche Schwächen bei der KommAustria vorgebracht" _ das liege aber in der Natur des Wettbewerbs. Man habe sachliche Gespräche mit der Konkurrenz geführt. Bertold Heil von T-Systems sagte der Austria Presse Agentur (APA), man müsse nach der Lizenzierung dafür sorgen, "wieder zu sachlichen Gesprächen" zu kommen.
ORS und Telekom zu T-Systems?
Einer der Kritikpunkte, die das österreichische Verleger-Konsortium Mobile-TV gegen seinen Mitbewerber vorbrachte, waren fehlende Verträge mit Infrastrukturanbietern. T-Systems, die noch Tochter der Deutschen Telekom ist (die Media&Broadcast wurde kürzlich an die französischen Téléfusion de France verkauft), tritt selbst als Infrastrukturanbieter auf. Sie verhandelt noch mit der ORF-Sendetechniktochter ORS und mit der Telekom Austria. Seitens der ORS gebe es ein konkretes Angebot, seitens der Telekom eine "klare Bereitschaft", Sendetürme und Antennen zur Verfügung zu stellen, hieß es.
Telekom Austria und die ORF-Tochter ORS hatten sich zu Beginn der Ausschreibung auch selbst um die Handy-TV-Lizenz beworben. Beide Bewerbungen wurden aber als mangelhaft abgewiesen. Die ORS beschwerte sich beim Bundeskommunikationssenat - ohne Erfolg. Und versucht nun offenbar anders Eintritt zu finden: T-Systems verhandle derzeit mit der ORS neben einem Kostenmodell vor allem über Ausmaß und Aufteilung der Zusammenarbeit. Denkbar wäre laut Heil, dass die ORS "einen kleinen Anteil an der Media&Broadcast-Austria erwirbt", sagte er der APA.
Auch an der Zusammenarbeit mit anderen österreichischen Marktteilnehmern habe man Interesse. Mit der Mobilkom, die kürzlich beim Konkurrenten Mobile-TV als Programmaggregator auftrat, führe man Gespräche. Auch über Anknüpfungspunkte mit T-Mobile Austria, die am Bietverfahren um die Handy-TV-Lizenz gar nicht teilgenommen hatte, zeigte sich Heil "optimistisch".
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