WIEN. Gute Nachricht für Österreicher, die noch kein iPhone haben: Sie können viel Geld sparen, wenn sie bis 11. Juli warten. An diesem Tag kommt der Nachfolger von Apples Kult-Handy in 22 Ländern auf den Markt. Dank der dritten Mobilfunkgeneration ist das iPhone 3G viel schneller als die Urversion, hat eingebaute Navigation – und ist wesentlich billiger bis kostenlos.
Österreich ist das einzige Land, wo gleich zwei Netzbetreiber das High-Tech-Gerät anbieten. Bei T-Mobile bildet es mit dem deutschen Heimmarkt und den Niederlanden die Kernregion. Der zur France Telecom gehörende Betreiber Orange beginnt ebenfalls daheim, dazu in Portugal, der Schweiz – und Österreich. Möglicherweise, so ein Gerücht, wird der 11. Juli beim drittgrößten Betreiber One zum Anlass genommen, den Markenwechsel zu Orange zu vollziehen. Orange hat zu Jahresbeginn die anderen Eigentümer ausgekauft.
US-offiziell kostet die Version mit acht Gigabyte 199 Dollar (127 Euro), jene mit doppelt so viel Speicher 299 Dollar (191 Euro). T-Mobile Austria will das billigere Gerät um 119 Euro anbieten, hat aber noch keinen Tarif fixiert. Bei One kostet der neue Tarif iPhone Pack bis drei Gigabyte Daten 14 Euro pro Monat, für das Gerät sind 149 bzw. 229 Euro fällig.
Kein Geschäft mit Entsperren
Apple war beim Marktstart des ersten iPhone überzeugt, das Gerät mit Software vor unerlaubtem Einsatz – bei anderen Betreibern oder im Ausland – zu schützen. Deshalb wurde es anfangs noch um 499 bzw. 599 Dollar verkauft, ohne Verpflichtung, mit dem US-Exklusivpartner AT & T einen Mobilfunkvertrag zu schließen. Prompt entstand rund um den Kult auch ein eigener Geschäftszweig: das Entsperren der iPhones. Zehntausende Reisende kauften das Gerät in den USA und nahmen es auf anderen Kontinenten in Betrieb.
Diesmal wird Entsperren wohl kein Geschäft. Denn erstens haben die Amerikaner keinen zeitlichen Startvorteil mehr: Sie bekommen das iPhone am 11. Juli wie Fans in 21 anderen Ländern. Und zweitens will AT & T laut der Nachrichtenagentur AP die Käufer erst ziehen lassen, wenn diese an Ort und Stelle einen Zwei-Jahres-Vertrag geschlossen haben. In Österreich ist dies der übliche Vorgang, weil hierzulande praktisch alle Handys durch die Betreiber subventioniert werden.
AT & T stellt den Kunden frei, den Vertrag innerhalb des ersten Monats zu kündigen – gegen eine Gebühr von 175 Dollar und die nachträgliche Bezahlung von 36 Dollar Aktivierungsentgelt. Damit wäre der Weg für Entsperrer frei. Das iPhone kostet dann insgesamt 411 Dollar. Das Vormodell war um 399 Dollar zu haben.
Apple ist laut Steve Hartley vom Marktforschungsinstitut Ovum „einen langen Weg gegangen, um die Mängel des Original-Geräts zu eliminieren“. Die Vorzüge: 3G, der Preis, GPS-Ortung und Software von Drittherstellern. Ungewiss sei, wie die Heerscharen von Freaks reagieren, die viel mehr bezahlt haben – und jetzt nicht aufrüsten dürfen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2008)

iPhone 3G: Steve Jobs packt sein neues Handy aus
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