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"He, Nudlaug!" - Computer lernt Wienerisch

30.04.2009 | 14:53 |   (DiePresse.com)

Forscher aus Wien haben den Wiener Dialekt synthetisiert. Um sprechen zu können, greift der Rechner auf fertige Sprachbausteine zurück. Diese wurden vorher von Sprechern wie Hanno Pöschl eingelesen.

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"He, Nudlaug, wos is?" - Die Zeit der ausschließlich höflichen und geziert hochdeutsch sprechenden Computerstimmen ist zu Ende. Wissenschafter haben in einem interdisziplinären Projekt unter der Leitung des Forschungszentrums Telekommunikation Wien (ftw) dem Computer nun Wienerisch beigebracht. Hinter "He, Nudlaug, wos is" versteckt sich nichts anderes als eine sogenannte Eingabeaufforderung, erfuhr man einer Präsentation des Forschungsprojekts am Donnerstag in Wien.

Sprache in Einzelteile zerlegt

Die Technologen haben dabei verschiedene Varianten des Wienerischen kreiert und dafür unter anderem Schauspieler und Moderatoren wie Hanno Pöschl, Helma Gautier oder Stephan Pokorny gleichsam als Stimmenspender gewonnen. Diese mussten jeweils mehrere Stunden einfache Redewendungen bis hin zu Gedichten von H. C. Artmann vortragen. Im Computer werden die Aufnahmen dann in kleinste Einheiten der Sprache, sogenannte Phoneme, zerlegt und daraus eine Datenbank angelegt.

Computer kann mehrere Dialekte

Für die Synthese der Sprache greift die Maschine dann blitzschnell auf die Bausteine der Datenbank zurück. Neben dem klassischen Wienerisch, für dass Pöschl seine Stimme zur Verfügung stellte, entstanden so auch eine Art österreichisches Hochdeutsch (Pokorny), eine Wiener Standardsprache (Gautier) und eine Jugendsprache.

Computer kann Dialekt selbst anpassen

Die Forscher haben in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (ÖFAI), dem Institut für Schallforschung (ARI) und dem Centre for Speech Technology in Edinburgh (Großbritannien) einen neuen Ansatz gewählt. Bei der sogenannten adaptiven Sprachsynthese bedarf es keiner menschlichen Paten mehr, der Computer selbst ahmt sämtliche Aufgaben von Kehlkopf, Mund und Zunge nach. "Dabei ist es sogar möglich, die Intensität des Dialekts stufenlos zu verstellen", erklärte Projektleiter Michael Pucher vom ftw.

"Was hams g'sagt?"

Derzeit laufen Gespräche, eine Stimme der gesprochene Version in ein kommerzielles Produkt umzuwandeln, so Pucher. Es soll sich um ein Dialogsystem handeln, das etwa als Restaurant- oder Fremdenführer einsetzbar ist. In Zukunft könnte es daher nicht mehr heißen "Eingabe nicht zulässig, bitte wiederholen" sondern "T'schuldigung, was hams g'sagt?" - wenngleich noch etwas abgehackt und computerartig.

(APA)

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17 Kommentare
Saskatoon
03.05.2009 08:09
0 0

sehr wichtig

das computer wienerisch lernen
gerade diese doddl sprache braucht das land

0 0

Re: sehr wichtig

wenn sie sich vom wienerischen so belästigt fühlen, auf gut wienerisch:

hau di iba di heisa, baba und foi ned.

mfg
mc

Gast: Franz-Josef Liechtentaler
02.05.2009 19:25
0 0

Was bedeutet ""Nud(e)laug(e)"?

Einerseits "Harnröhrenöffnung des männlichen Gliedes, der 'Nud(e)l", andererseits "Mensch mit dicker Brille". Bei sehr starken Fernbrillen erscheint das Auge dem Gegenüber so klein wie die beschriebene Körperöffnung.
Übrigens wurde der gern das Schimpfwort
"Nudlaug" verwendende Edmund ("Mundl") Sackbauer in Ernst Hinterbergers Fernsehserie
"Ein echter Wiener geht nicht unter" von Karl Merkatz, einem gebürtigen Wiener-Neustädter, gespielt.

Paige
01.05.2009 12:12
0 0

Fir so an Bledsinn

haums a Göd...

0 0

Re: Fir so an Bledsinn

oba dos uns studirn lassn ...:)

mfg
mc

derpradler
01.05.2009 10:56
0 0

na SUPER!

Da kann Österreich aber stolz sein!

harbard
30.04.2009 15:40
0 0

Computer kann mehrere Dialekte

...wenn die sozen so weiterwurschtln
...wird er noch anatolisch lernen müssen
...da blechtrottl

Antworten Gast: Learning by doing
30.04.2009 17:40
0 0

Re: Computer kann mehrere Dialekte

Wie wärs wenn die Anatolisten Deutsch lernen würden, oder ist das schon zuviel verlangt?

Re: Computer kann mehrere Dialekte/harbard

Der war gut! :o)) Eh kloa! Allerdings wird's da größere Wickel geben mit, z.B: dann host a Watsch'n, dass da viazehn Tog da Schädl wogglt!

Gast: hmm
30.04.2009 15:30
0 0

vulgär

"Nudelaug" ist eines der ärgsten Schimpfwörter im Wienerischen. Es ist ein Synonym für "Brunzloch". Ein leicht belämmerter pseudowienerischer Hinterhofliterat hat dieses Wort in dem Drehbuch einer seiner an Blödheit und Primitivität kaum mehr überbietbaren Fernsehproletensendungen völlig falsch verwendet. Ein Haufen des Wienerischen Unkundigermacht diesen ordinären Unfug nach. Publizieren dürfen halt nur systemwillfährige Trotteln und die sind nicht immer die der Lokalkultur Kundigsten ...

Antworten seth
02.05.2009 07:01
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Re: vulgär

vielleicht hatte er dich als vorbild...

Antworten Gast: hat0r
30.04.2009 19:09
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Re: vulgär

Richtig. "Wienerisch" bedeutet nicht, sein Gegenüber in einer "Eingabeaufforderung" grundsätzlich zu beschimpfen.

Re: vulgär/hmm

Nau nau! San's jetz'n vülleicht beleidicht, wäu Eana soechane G'schichtl'n eigfoen san?

Re: Re: vulgär/hmm

natürle "net eigfoen", wäu, sunst brauchatn's net so beleidicht sei.

Antworten Antworten Antworten Gast: hmm
01.05.2009 21:30
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Re: Re: Re: vulgär/hmm

Heans amoi, des is do a nudldruka! Den seine kniawachn hausmastaschmäh kaun si dea eimagarian. Des is a so a "uawina" wia des a g¿wissa "Hermann Leopoldi" amoi woa. Wia dea wida zruckkuma is, hod vaun den a kana mea wos wissn woin. Des schmokschliafal vaun de fadn weanarischn seichalschmäh im deppenkostn is do a nua aufblosn wia a seit launga zeid vafeunde leich. Mea ois wia a schlechta gruch und a seifza is den sei gschreibsl owa schau ned ...

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Re: Re: Re: Re: vulgär/hmm

leiwand :))))

mfg
mc

Re: Re: Re: Re: vulgär/hmm

Na oisdann, geht jo eh!! :o))) A scheen's Wochenend!