Mikrodüsen auf den Tragflächen könnten Flugzeugen zu einem deutlich geringeren Luftwiderstand und damit auch zu weniger Treibstoffbedarf verhelfen. Das behaupten Forscher der Universität Warwick. Das Grundprinzip ihrer Innovation beruht auf hunderttausenden kleinen Löchern an der Oberfläche, unter denen sich Luftkammern befinden. Im Flug führe das zu einem Effekt namens Helmholtz-Resonanz.
"Wie wenn man über einen Flaschenhals bläst"
"Es ist praktisch dasselbe, wie wenn man über einen Flaschenhals bläst. Luft wird dabei in einen Hohlraum gepresst, in dem sich der Druck erhöht. Dieser schiebt die Luft wieder nach außen und erzeugt dabei eine Oszillation", erklärt Forschungsleiter Duncan Lockerby. Träger der Forschung sind das Engineering and Physical Science Research Council und der Flugzeughersteller Airbus.
20 Prozent weniger Kerosinverbrauch
"Etwa die Hälfte des Luftwiderstandes eines Flugzeuges geht auf Reibungseffekte an der Oberfläche zurück. Alle Maßnahmen, die die Reibung verringern, können daher wesentlich zu geringerem Kerosinverbrauch und somit auch niedrigeren Treibstoffkosten führen", so Lockerby. Die Mikrodüsen reduzierten den Widerstand um bis zu 40 Prozent und den Kerosinbedarf um bis zu 20 Prozent.
Neue Flügel sollen 2012 getestet werden
Die Wirkung habe sich im Windkanal bestätigt, man habe jedoch bisher noch nicht entschlüsseln können, was genau den Ausschlag für die niedrigere Reibung gab. "Angesichts des Drucks durch den Klimawandel ist es jedoch notwendig, diese Forschung weiter voranzutreiben", betont Lockerby. Derzeit werden in einem mehrjährigen Projekt die genauen physikalischen Grundlagen erforscht, im Jahr 2012 wollen die Forscher schließlich neue Flügel für den Testbetrieb präsentieren.
(pte)

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