Wenn Virtual-Reality mit der Erotikfilmindustrie ins Bett geht

Nicht nur Gamingstudios und Smartphone-Hersteller haben Virtual-Reality für sich entdeckt. Auch die Porno-Industrie setzt große Hoffnung in die neue Technologie.

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(c) Naughty America

Virtual Reality ist der große, neue Hype. Kaum ein Hersteller will den neuen Trend verpassen. Selbst Samsung und Alcatel, die eigentlich im Smartphone-Geschäft zuhause sind, bieten Virtual-Reality-Brillen an und arbeiten mit Content-Herstellern zusammen. Spiele-Hersteller sind längst auf den Zug aufgesprungen. Aber auch die Pornoindustrie will groß einsteigen. Und könnte Erfolg damit haben.

Die Analysten der Investment-Bank Piper Jaffray gehen davon aus, dass die Pornoindustrie bis 2025 den dritten Platz nach der Sport- und der Spiele-Branche im Virtual-Reality-Sektor einnehmen wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass die großen Filmstudios von Erwachsenenfilmen mitentscheidend beim Durchbruch eines technologischen Standards sind. Einst setzten sich die VHS-Kassetten gegenüber dem Video-200-System von Philips durch. Eben weil Philips keinen Vertrieb von Pornographie erlaubte.

Milliarden-Dollar-Branche

Experten gehen davon aus, dass in der Gaming-Branche 2025 Umsätze von bis zu 110 Milliarden Dollar möglich sind. Im Pornographie-Bereich sollen sie aber lediglich bei einer Milliarde Dollar liegen. Ein deutlicher Unterschied, vor allem, wenn man die damit verbundenen höheren Produktionskosten miteinbezieht. Laut Dinorah Hernandez von der spanischen Produktionsfirma BaDoinkVR sind diese doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Pornos.

Dennoch haben einschlägige Anbieter bereits begonnen, ihr Angebot auszubauen. Mit großem Erfolg. Auf der weltweit größten Pornographie-Webseite pornhub werden Virtual-Reality-Videos gratis angeboten. Der US-Anbieter Naughty America hat ebenfalls bereits Inhalte in petto.

Der größte Reiz liege laut UCLA-Professor Neil Malamuth in eine vermeintlich aktive Rolle versetzt zu werden. Während man bei herkömmlichen Pornos in die Rolle des "Voyeurs versetzt" werde, ist man, wie bei einem First-Person-Ego-Shooter in der Egoperspektive und glaubt, dass die Person im Video tatsächlich direkt mit einem spricht.

Größter Wachstum seit Jahren

Angie Rowntree, Betreiberin der Porno-Webseite sssh.com, ist überzeugt davon, dass Virtual Reality ein zukunftsträchtiger Markt für die Branche sei. Die Webseite, die speziell Pornografie für Frauen anbietet, hat ebenfalls bereits VR-Inhalte auf ihrer Webseite: "VR beschert der Erwachsenenunterhaltung den größten Wachstum seit Jahren" und ergänzt, dass Indien der am stärksten wachsende Markt derzeit ist.

Bei Virtual-Reality-Pornographie seien laut Rowntree die Nutzer vielmehr gewillt, für die Inhalte zu bezahlen, während hingegen derzeit die Haupteinnahmequelle in der Werbung liegt.

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